03.03.2021 - 11:34 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tirschenreuth plant den Bau eines Mobilfunkmastens

Die „weißen Flecken“ um Tirschenreuth sind überschaubar. Dennoch wird eine bessere Abdeckung dieser Mobilfunk-Lücken angestrebt.

Nahe der Hölzernen Kapelle in einem Waldstück (Bild) unterhalb des Egerer Waldhäusls soll ein weiterer Mobilfunkmast die "weißen Flecken" abdecken. Natürlich werden auch die bisherigen Mobilfunknutzer davon profitieren.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Bei der Stadtratssitzung in der vergangenen Woche durfte Harald Eckstein als Sachbearbeiter die aktuelle Situation beim Ausbau des Mobilfunknetzes vorstellen. Der Stellvertretende Stadtkämmerer verwies dabei auf das laufende Förderverfahren des Freistaats, bei dem auch Tirschenreuth dabei ist. Initiativen, einen Mobilfunk-Ausbau durch die Privatunternehmen voranzubringen, seien bislang gescheitert. Deshalb habe sich die Stadt nun entschieden, selbst einen Funkmasten aufstellen zu lassen. Dort könnten dann die Anbieter ihre Anlagen anbringen.

Standort an der Staatsstraße

In der Sitzung legte Eckstein eine Karte vor, die die "weißen Flecken" östlichen von Tirschenreuth aufzeigt. So finden sich einige Stellen nördlich von Rosall, südlich von Wondreb, bei der Hendlmühle und in Waldstücken um das Egerer Waldhäusl. Aus Sicht der Stadt habe sich als geeigneter Standort ein Platz an der Staatsstraße 2174 nach Neualbenreuth auf der linken Seite knapp einen Kilometer vor dem Egerer Waldhäusl ergeben. Das Grundstück würde sich auf einer Höhe von 744 Metern befinden.

Bei der Sitzung des Stadtrats war auch das Tursolino-Baxi ein Thema

Tirschenreuth

In Vorgesprächen habe bereits der Staatsforst grundsätzlich "grünes Licht" zu dem Vorhaben gegeben. Erst auf "nachhaken" sei dann auch eine Reaktion des Bayerischen Mobilfunkzentrums eingegangen. Laut den Ausführungen Ecksteins ist eine Realisierung des Mobilfunkmasts in Form eines Konzessionsmodells vorgesehen. Dabei würde die Kommune die Planung, den Bau, den Betrieb und die Weiterverpachtung ausschreiben. Der wirtschaftlichste Bieter (Konzessionär) würde den Mast dann an die Netzbetreiber vermieten. Der Mastbau werde vom Freistaat zu 90 Prozent, maximal 500 000 Euro, gefördert. Das Grundstück müsste aber die Stadt bereitstellen. Die Kosten für den Bau des rund 30 bis 40 Meter hohen Funkmastens schätzt Eckstein auf etwa 150 000 Euro.

"Dort sind doch nur Rehlein"

Huberth Rosner (CSU) kritisierte die späte Reaktion des Mobilfunkzentrums. Nach einem Schreiben im Dezember habe man erst auf Nachfrage Anfang Februar eine Antwort erhalten. Manfred Zandt (Freie Wähler) verwies darauf, dass die Pacht für das Grundstück wieder über die Konzession hereingeholt werden könnte. Allerdings wunderte sich Zandt über den Aufwand für die Abdeckung von "weißen Flecken". "Dort sind doch nur Rehlein", blickte Zandt auf den Plan. Bürgermeister Stahl konnte das verstehen, machte aber darauf aufmerksam, dass eine Verbesserung der weiteren Bereiche damit verbunden sei.

Synergieeffekt mit Windrad

Für Konrad Schedl (Grüne) war das Anliegen nachvollziehbar. Allerdings machte sich Schedl für einen Synergieeffekt stark, also den Bau eines Windrades auf dem dann die Netzbetreiber ihre Anlagen anbringen könnten. Das wäre eine zukunftsweisende Entscheidung, unterstrich auch Franz Heinrich (Grüne). Es gebe halt nur ein Verfahren zur Abdeckung der "weißen Flecken", erläuterte Stadtbaumeister Andreas Ockl auf Nachfrage aus dem Stadtrat. Und natürlich würden auch die umliegenden Bereiche davon profitieren.

Einstimmig billigte der Stadtrat den Standort nahe dem Egerer Waldhäusl und die Durchführung in der Konzessionsvariante. Zu gegebener Zeit erhält der Stadtrat wieder Informationen über den aktuellen Sachstand.

Die Baustelle „Rathaus II“ beschäftigte den Stadtrat. So mussten für Nachtragsleistungen zur Errichtung eines Erdwärmesondenfeld rund 20 000 Euro ausgegeben werden.
Aus dem Stadtrat:

Aufträge für Schalthaus und Spielpodeste

Das neue Schalthaus kostet über eine Million Euro. Mehrausgaben stehen beim Erdwärmesondenfeld für das neue Rathaus an. Aus der Stadtratssitzung vom vergangenen Donnerstag.

  • Mittagsverpflegung teurer: Eine Änderung der Gebührensatzung nahm der Stadtrat beim Städtischen Kinderhaus Kunterbunt vor. So hatte bereits der Ausschuss im September 2020 eine Anpassung der Gebühren zur Mittagsverpflegung vorgenommen. Jetzt folgte auch der Beschluss im Stadtrat. Rückwirkend zum 1. Januar 2021 wurden die Sätze für die Mittagsverpflegung der Kindergartenkinder auf 3 Euro (bislang 2,50 Euro) und für die Krippenkinder auf 1,80 Euro (bislang 1,50 Euro) je Menü neu festgelegt. Franz Heinrich von den Grünen regte an, bei der Auswahl der Speisen auf die regionalen Produkte zu achten. Das werde getan, versicherte Franz Stahl
  • Solaranlagen in der Altstadt: Bei den Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung sprach Mario Franz (Freie Wähler) den Einsatz von Solaranlagen in der Altstadt an. Die würde die Satzung nicht generell verbieten, erläuterte Stadtbaumeister Andreas Ockl. Allerdings dürften die Anlagen ein Drittel der Größe der Dachfläche nicht überschreiten und sollten zudem nicht einsehbar sein.
  • Schalthaus aus Regensburg: Beim Punkt „Nichtöffentliche Beschlüsse“ teilte Bürgermeister Franz Stahl von einer Auftragsvergabe für das neue Schalthaus mit. So hat die Firma Actemium Energy Projects GmbH aus Regensburg den Auftrag für die 20-kV-Schaltanlage zur Angebotssumme von 1 116 925,67 Euro brutto erhalten.
  • Mobile Trennwände: Den Auftrag für mobile Trennwände im neuen Kindergarten hat die Firma „abopart GmbH&Co.KG“ aus Bad Zwischenahn zum Angebotspreis von 32.651,22 Euro erhalten. Für das Gewerk Spielpodeste wurde der Auftrag an die Schreinerei Weiß aus Konnersreuth für 38.603,60 Euro vergeben.
  • Erdwärmesondenfeld: Die Stadt muss beim Erdwärmesondenfeld „nachlegen“. So hatte der Bauausschuss beschlossen, die erforderlichen und bereits ausgeführten Nachtragsleistungen mit der Gesamtsumme von 20.043,13 zu beauftragen und den Bürgermeister für die Eilvergabe zu entlasten.

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