30.11.2020 - 16:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tirschenreuth kooperiert mit Fichtelgebirge

Die Mittelständler in der Region wollen enger zusammenarbeiten. Landkreisgrenzen sollen da keine große Rolle spielen. Die neu gegründete Mittelstands-Union (MU) Fichtelgebirge hat schon Kontakte geknüpft.

Im Autohof Thiersheim trafen sich Leonhard Zintl (links) von der MU Tirschenreuth und sein neuer Kollege Rolf Küstner (rechts), der vor kurzem den Kreisverband Fichtelgebirge aus der Taufe hob.
von Roman MelznerProfil

Vor kurzem wurde im Landkreis Wunsiedel ein eigener Verband der Mittelstands-Union gegründet. Vorsitzender Rolf Küstner, Betreiber des Autohofes Thiersheim, und der Kreisvorsitzende aus Tirschenreuth, Leonhard Zintl aus Waldeck, haben sich zu einem ersten Arbeitsgespräch getroffen. Zintl zeigte sich positiv überrascht, dass es im Fichtelgebirge bereits über 35 Neuaufnahmen gibt. Die beiden Kreisvorsitzenden vereinbarten eine intensive überregionale Zusammenarbeit.

"Unsere Neugründung zeigt, dass es ein großes Interesse des Mittelstandes gibt, in der Politik mitzuwirken", zeigte sich Rolf Küstner überzeugt. Gemeinsam über den Tellerrand hinaus zu schauen und miteinander für die Heimat etwas zu erreichen, bedeute auch Fördergelder in die Region zu lenken. Bezüglich der Neugestaltung der Wirtschaftsförderung in Ostbayern betonten beide Kreisvorsitzende, dass diese weiterhin in den bayerisch-tschechischen Grenzgürtel fließen müsse. "Wenn unser Fördergebiet wegfällt, haben wir im schlimmsten Fall ein Fördergefälle von 40 Prozent zu unseren tschechischen Nachbarn", mahnte Zintl. Das würde die Standortbedingungen erheblich verzerren und eine unschöne Konkurrenzsituationen schaffen.

Wenn unser Fördergebiet wegfällt, haben wir im schlimmsten Fall ein Fördergefälle von 40 Prozent zu unseren tschechischen Nachbarn.

Leonhard Zintl, MU-Kreisvorsitzender Tirschenreuth

Rolf Küstner machte deutlich, dass der Mittelstand das Rückgrat der Wirtschaft im ländlichen Raum sei. Dort seien 90 Prozent der Betriebe Mittelständler, die weit über 90 Prozent der jungen Menschen ausbildeten und über 80 Prozent der Arbeitsplätze in der Region stellten.

Als Beispiel für überregionale Zusammenarbeit nannte Leonhard Zintl die vernetzte Initiative „regionale Identität“, mit der der Tirschenreuther Landrat Roland Grillmeier die gesamte Region noch stärker voran und weitere Fördergelder nach Nordbayern bringen wolle. Er stellte auch die Initiativen des Wirtschaftsförderers Volker Höcht in Bezug auf Fachkräftesicherung und Rückkehrer-Management von ehemaligen Studenten in die Region vor.

Die beiden Kreisvorsitzenden vereinbarten eine gemeinsame Vorstandssitzung, um wichtige Themen anzupacken. Man war sich einig, dass nicht politische Grenzen von Landkreisen und Bezirken im Denken einschränken dürften. Ein gemeinsames Handeln in der Region Nordbayern müsse zu spüren sein.

Die Einschränkungen wegen Corona sind ein großes Thema bei den Mittelständlern

Waldeck bei Kemnath
Hintergrund:

Sprachrohr für Unternehmer und Selbstständige

Die Mittelstands-Union (MU) ist die Arbeitsgemeinschaft der mittelständischen Unternehmer innerhalb der CSU.

  • Die MU sieht sich als Kümmerer und Ansprechpartner für den Mittelstand. "Sie setzt sich für eine freiheitliche, zukunftsorientierte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung auf dem Fundament der Sozialen Marktwirtschaft ein", heißt es auf der Homepage der Vereinigung.
  • Angesprochen sind Unternehmer, Selbstständige und leitende Angestellte.
  • Ziel ist die Stärkung eines zukunftsfähigen Wirtschaftsstandortes durch ordnende Politik. Die MU fordert Entlastungen hinsichtlich Bürokratie und Steuern, um unternehmerische Freiheit zu sichern.
  • Landesvorsitzender ist der ehemalige bayerische Wirtschaftsminister Franz Pschierer.
  • In den zehn Bezirksverbänden sind zahlreiche Kreisverbände organisiert. Bezirksvorsitzender der Oberpfalz ist Benjamin Zeitler.

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