07.09.2020 - 17:09 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Schulen im Landkreis Tirschenreuth: Hygienepläne zum Schulbeginn

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Die weiterführenden Schulen im Landkreis Tirschenreuth nutzten die Ferien, um Hygienekonzepte für ihre Einrichtungen zu erarbeiten. In einer Umfrage zum Schulstart berichten die Schulleiter, was die Jugendlichen nun erwartet.

Schüler müssen im neuen Schuljahr regelmäßig ihre Hände waschen. Das haben die weiterführenden Schulen im Landkreis Tirschenreuth auch in ihren Hygienekonzepten berücksichtigt.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Die Coronapandemie wird das neue Schuljahr fest im Griff haben. Seit vergangener Woche ist klar: Ab der 5. Klasse müssen Schüler und Lehrer auch einen Mund-Nase-Schutz im Unterricht tragen. Oberpfalz-Medien hat bei den Schulleitern der weiterführenden Schulen nachgefragt, wie sie sich für den kommenden Dienstag gewappnet haben. "Wir haben im August einen Rahmen-Hygieneplan vom Kultusministerium erhalten", sagt Schulleiter Stephan Drexler von der Realschule im Stiftland in Waldsassen. "Die vergangenen Wochen haben wir versucht, die Vorgaben auf unsere Schule zu übertragen."

Kontakt unter Schüler vermeiden

Dabei wurde probiert, sämtliche Details von der persönlichen Hygiene des Schülers, der maximalen Personenanzahl in den Toiletten, die Wegführung in den Gängen bis hin zur Raumhygiene zu planen. "Schüler sollen zwischen dem Unterricht die Räume nicht mehr wechseln." So soll darauf geachtet werden, dass die Jugendlichen sich im Gebäude wenig durchmischen. Ausgenommen sind fachspezifische Räume wie für Chemie oder Physik. "Nur hier können bestimmte Versuche oder Experimente durchgeführt werden", erklärt Drexler. "Aber auch hier gibt es Vorkehrungen, um die Ansteckungsgefahr zu vermeiden." Zudem werden mehrere Ausgänge verwendet, um zu verhindern, dass zu viele Kinder zur gleichen Zeit in Kontakt kommen.

Seine Schüler erhalten ein komprimiertes Merkblatt auf dem das Wichtigste noch einmal zusammengefasst wird. "Die Vorgaben werden von den Lehrern am ersten Schultag genau erklärt." Wichtig ist für Drexler, dass sich die Schüler an die Vorgaben halten. Vom Kultusministerium gab es in diesem Jahr die Empfehlung, dass sich Lehrer und Schulpersonal auf das Coronavirus testen lassen. "Das machen wir am Montag", sagt Drexler. Die Testung ist auf freiwilliger Basis. In der Aula seiner Realschule werden Test-Stationen aufgestellt. Mit dabei sind auch die Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen, Waldsassener Kindergärten sowie die Grund- und Mittelschule.

Schulleiterin Sabine Graser von der Grund- und Mittelschule Erbendorf hat bereits alle Eltern über verschiedene Kommunikationswege über das neue und umfangreiche Hygienekonzept an ihrer Schule informiert. "Es gibt getrennte Eingänge und Wege für Grund- und Mittelschüler." Auf dem Weg zur Klasse müssen die Kinder und Jugendlichen Abstand halten und bevor der Unterricht beginnt, die Hände waschen. "Das muss öfter am Tag geschehen, zum Beispiel nach jeder Pause", betont Graser. Aufgrund der Maskenpflicht an den ersten neun Schultagen im Unterricht wird in diesem Zeitraum der Sportunterricht ausgesetzt. "Hier müssen wir abwarten, ob danach der Unterricht ohne Maske wieder durchgeführt werden kann." Auch der Musikunterricht werde anders werden als sonst. "Singen ist erlaubt. Es muss aber der Abstand von zwei Metern gewahrt bleiben und es darf nur in eine Richtung gesungen werden." Außerdem gilt es, auf Risikoschüler zu achten. "Asthmatiker dürfen ihren Mund-Nase-Schutz im Unterricht auch mal kurz absetzen." Manche Schüler können wegen des Infektionsrisikos nicht zur Schule kommen. Sie bekommen Distanzunterricht mit Hilfe digitaler Medien.

Die vergangenen Wochen haben wir versucht, die Vorgaben auf unsere Schule zu übertragen.

Stephan Drexler, Schulleiter Realschule im Stiftland

Intensives Lüften

Im Stiftland-Gymnasium in Tirschenreuth wurden ebenfalls Vorkehrungen für das kommende Schuljahr getroffen. "Wir werden auf intensives Lüften in den Klassenräumen hinweisen", sagt Schulleiter Albert Bauer. Aber was ist, wenn das Lüften durch die kalten Temperaturen schlechter möglich sein wird? "Da warten wir noch auf die Empfehlungen durch die Regierung." Seiner Ansicht nach ist der finanzielle Aufwand zu groß, für jede Schule Luftfilter anzuschaffen.

Zudem werde in seiner Schule darauf geachtet, dass keine Durchmischung der Schüler unterschiedlicher Klassen stattfindet. "Das funktioniert in den Klassen 5 bis 10. In der Oberstufe ist das aber nicht zu vermeiden." Des Weiteren sollen Kinder und Jugendliche mit Krankheitssymptomen wie Husten, Schnupfen oder Fieber nicht in die Schule kommen.

An der Realschule am Tor zur Oberpfalz in Kemnath blickt Schulleiter German Helgert zuversichtlich dem Schulstart entgegen. "Wir haben unter anderem unsere Pausenregelung geändert." So haben die Klassen 5 bis 7 und 8 bis 10 unterschiedliche Pausenzeiten. Auch ein hoher Anteil seines Personals wird sich am Mittwoch einer Reihentestung unterziehen. "Aber ein Test ist nur eine Momentaufnahme", gibt Helgert zu bedenken.

Die Mädchenrealschule in Waldsassen hält sich ebenfalls an den vorgegebenen Hygieneschutz. Eine Lehrkraft achtet bereits bei Ankunft der Kinder und Jugendlichen darauf, dass sich alle an Abstand, Mund-Nase-Schutz und Handhygiene halten. "Mit der Ganztagsschule beginnen wir in der zweiten Woche, der Pausenverkauf startet in der dritten Woche", sagt Schulleiterin Kerstin Reiter. In der Regel gibt es an der Schule nur einen Ein- und Ausgang, nun stehen drei für die Schülerinnen zur Verfügung.

Der Lehrermangel an Grundschulen im Landkreis Tirschenreuth ist auch im Schuljahr 2020/2021 ein Thema

Tirschenreuth

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