07.05.2021 - 14:56 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Schlechte Prognose fürs Tirschenreuther Freibad

Die Erfolgsrechnung der Stadtwerke endet durch die Kosten für das Freibad mit einem Minus. Doch hier springt die Stadt ein.

Aktuell wird am Umspannwerk im Stadtteil Lerchenfeld das neue Schalthaus der Stadtwerke errichtet.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Bei der zurückliegenden Stadtratssitzung im Kettelerhaussaal konnte Bürgermeister Franz Stahl einen umfangreichen Wirtschaftsplan der "Stadtwerke Tirschenreuth" vorstellen. Der Eigenbetrieb weist in seinem Konzept für das laufende Jahr insgesamt Investitionen in Höhe von rund 4,25 Millionen Euro aus, mit den Schwerpunkten Strom und Wasser.

Schalthaus wird heuer fertig

So sind im Bereich Stromversorgung heuer Maßnahmen für rund 2,35 Millionen Euro (Plan Vorjahr 1 532 000 Euro) vorgesehen. Der größte Einzelposten ist das neue Schalthaus (rund zwei Millionen Euro). Die Inbetriebnahme soll Ende des Jahres erfolgen. Bei der Wasserversorgung stehen insgesamt Investitionen in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro (Vorjahr rund 1 Million Euro) im Plan. Der Löwenanteil fällt mit 1,14 Millionen Euro auf die Erneuerung von Wasserleitungen. Im Quellgebiet Ahornberg ist die Erneuerung von vier Quellschächten (400 000 Euro) vorgesehen. Die Investitionen im Bereich Wärmeversorgung betragen heuer 140 000 Euro (2020: 20 000 Euro). Auf allein 120 000 Euro werden die Kosten für den Austausch eines alten Kessels geschätzt. Beim Freibad beträgt der Investitionsansatz rund 26 000 Euro. Im Bereich E-Mobilität sind keine Investitionen geplant.

Gewinn bei der Stromversorgung

Beim Betriebsergebnis wird in der Erfolgsrechnung 2021 bei der Stromversorgung mit einem Gewinn von 383 960 Euro gerechnet. Ebenfalls im Plus mit 6775 Euro soll der Bereich Wärmeversorgung enden. Dagegen stehen bei der Wasserversorgung mit 73 950 Euro, der E-Mobilität mit 6200 Euro und dem Freibad mit 561 000 Euro Verluste in der Rechnung. Das würde am Ende ein Gesamtergebnis mit -251 115 Euro ergeben. Doch kommt hier noch der Beitrag der Stadt für das Freibad in Höhe von 500 000 Euro zum Tragen. In einem Ausblick hat Stadtwerkeleiter Thomas Kraus der Zukunft der Stadtwerke einen größeren Passus gewidmet. Aktuell würden nur notwendige Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt, bis zum Vorliegen einer Machbarkeitsstudie Hallenbad/Freibad. "Ein Großschadensereignis, das zu einer Einstellung des Badebetriebes führt oder eine Eröffnung des Bades verhindert, ist zukünftig als wahrscheinlich anzusehen", steht in den Ausführungen. Die Frage sei nicht, ob ein solches Ereignis eintreten wird, sondern wann es eintritt.

Bei der Sitzung wurde auch der Haushalt der Stadt verabschiedet

Tirschenreuth

Beim Wirtschaftsplan der Stadtwerke stellte Bürgermeister Franz Stahl heraus, dass es keine Normalität mehr sei, wenn eine Kommune über eigene Stadtwerke verfügen könnte. Zu den Vorteilen zählte Stahl nicht nur, dass die Stadtwerke die Einrichtung im Ort mit finanzieren würden. Die Bürger hätte auch die Möglichkeit eines direkten Ansprechpartners vor Ort. Dem schloss sich auch Huberth Rosner (CSU) an und appellierte an die Bürger, Kunden der Stadtwerke zu werden.

Gute Eigenkapitalbasis

Manfred Zandt (Freie Wähler) unterstrich die gute Eigenkapitalbasis der Stadtwerke, die jetzt Investitionen ermöglichen würden. "Ich bin froh, dass wir die Stadtwerke haben", bescheinigte auch Konrad Schedl (Grüne). In Zukunft könnten sich für den Betrieb auch neue Geschäftsfelder eröffnen. Einstimmig billigte der Stadtrat den neuen Wirtschaftsplan der Stadtwerke.

Hintergrund:

Storchenschützer Karl Berr gibt nicht auf

Bei der Ablehnung des Wohnmobil-Stellplatzes beim Fischhof gibt Stadtrat Karl Berr (Wählergemeinschaft Umwelt) nicht auf. Wenn auch das Ergebnis unverändert bleibt. Bei der Stadtratssitzung erfolgte auch die Bekanntgabe nichtöffentlicher Beschlüsse.

  • In der Stadtratssitzung vergangeneWoche legte Karl Berr bei den Anfragen ein weiteres Mal ein Schreiben vor, das Vorhaben am Fischhof zu stoppen. Für die Camper mit den Wohnmobilen könnte ein besserer Ort im Zuge des Parkplatzausbaus am Landratsamt geschaffen werden. Die Flächen am Fischhof sieht Berr als wichtiges Nahrungsgebiet für den Storch.
    Doch auch im vierten Anlauf scheiterte Berr. Bürgermeister Franz Stahl nahm den Antrag entgegen, wollte aber in keine erneute Diskussion einsteigen. Er verwies darauf, dass bereits im Dezember vergangenen Jahres ein einstimmiger Beschluss des Bauausschusses zu dem Thema erfolgt sei.
  • Es wurden verschiedene Aufträge beim Neubau der Kinderkrippe und des Kindergartens erteilt: Für 31 925 Euro führt die Firma Reber aus Mähring Malerarbeiten durch; der Auftrag für Fliesenarbeiten wurden zum Angebotspreis von 27 088 Euro an die Firma Goller aus Wunsiedel vergeben; den Auftrag für Tischlerarbeiten (Innentüren) erhält die Firma Distner zum Angebotspreis von 109 318 Euro.
  • Für das neue Schalthaus wurden folgende Aufträge vergeben: Baumeisterarbeiten macht die Firma Streber aus Wiesau zum Angebotspreis von 199 883 Euro (brutto); Ausführung des Netzschutzes und der Netzleittechnik durch die Firma Sprecher Automation aus München zum Angebotspreis von 119 569 Euro (brutto); Betonfertigteile liefert die Firma Englhard aus Amberg zum Angebotspreis von 84 655 Euro (brutto).
  • Die Straßenbauarbeiten für die Freianlage am ehemaligen SMCS-Gelände führt die Firma Leiß Tiefbau aus Waldsassen für 207 535 Euro durch.
  • Bei der Sanierung und Erweiterung der Mittelschule wurde vom Bauausschuss der Auftrag für die brandschutztechnische Dienstleistung an das Büro Steinhofer Ingenieure aus Regensburg vergeben.

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