09.07.2021 - 13:54 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Das prächtige Erbe des Tirschenreuther Malers Maurus Fuchs

In vielen Kirchen des Stiftlandes und des benachbarten Böhmen sind Bilder des Tirschenreuthers zu bewundern. Nun erinnert eine Ausstellung in seiner Heimatstadt an den Kirchenmaler Maurus Fuchs.

Der Maler Maurus Fuchs in einem Selbstportrait in der Runde der Aposteln beim von ihm gemalenen Bild "Letztes Abendmahl" im Refektorium des Klosters Tepl.
von tspProfil

Von Thomas Sporrer

Er gilt als der große Kunst-, Kirchen- und Krippenmaler des Stiftlandes, wäre aber doch fast in seiner Heimatstadt Tirschenreuth vergessen worden: Maurus Fuchs. Am 16. Januar diesen Jahres jährt sich sein Geburtstag zum 250. Male – ein Grund für die Kreisstadt, den auch weit über die Grenzen des Stiftlands hinaus bekannten Maler eine würdige Erinnerung zu bereiten.

Maurus Fuchs gilt als der Oberpfälzer Künstler, der den Trend, dass böhmische Maler im Stiftland malen, im frühen 19. Jahrhundert erstmals umgekehrt hat und im böhmischen Kloster Tepl seine großen, bleibenden Werke schuf. Nach einem erfüllten Leben als geschätzter Künstler und wohlhabender Mann starb er im Jahr 1848 in seinem Wohnhaus in Tirschenreuth am Deschplatz.

Anfangs an der Seite des Vaters

Geboren wurde Maurus Fuchs 1771 als Sohn von Vitus Fuchs, der in Tirschenreuth und Umgebung als ein fleißiger und respektierter Maler bekannt war. Schon früh nahm er seinen Sohn unter seine Fittiche und bildete ihn aus. Allerdings dürfte diese Ausbildung nicht die einzige gewesen sein, die der junge Maurus genossen hat. Wolf-Dieter Hamperl, der mit seinem Buch „Maurus Fuchs – der vergessene Tirschenreuther Kirchenmaler“ ein Standardwerk über den Maler geschaffen hat, vermutet, dass dieser – wie damals üblich – auf die Walz ging. Zu unterschiedlich zum Vater seien seine Kunstfertigkeit, seine Kompositionen und seine Farbgestaltung. Wo er diese „Jahre auf der Walz“ allerdings verbracht hatte, dass ist nicht mehr feststellbar. Die Schaffenszeit von Maurus Fuchs lässt sich grob in vier Phasen einteilen. Bis zum Jahr 1814 malte er hauptsächlich Stiftland, wahrscheinlich auch oft noch gemeinsam mit seinem Vater. Von 813–1827 schuf er in der Tepler Phase seine bedeutendsten Werke. Von 1827–1835 folgte die Tachauer Phase. Ab 1836 malte Fuchs dann wieder vermehrt im Stiftland.

Die Stiftländer Phase

In dieser ersten Phase malte Maurus Fuchs Kirchen in seiner Heimat aus oder schuf Altarbilder für diese. Ab 1792 in Münchenreuth, dann 1801 in Griesbach, Schwarzenbach, um 1809 folgte die heute noch so wunderbar erhaltene und restaurierte Bärnauer St. Elisabeth-Kapelle. Aber auch in Beidl, Wondreb, Hohenthan, Marchaney, Wernersreuth und nicht zuletzt in Wiesau hat er die Kirchen ausgemalen. Natürlich sind auch Bilder von ihm vorhanden, unter anderem ein besonderes Abendmahlbild im Tirschenreuther Pfarrhof. Im Stiftlandmuseum in Waldsassen hängt zum gleichen Thema eines seiner Spätwerke.

Die Tepler Phase

Nun tritt Maurus Fuchs in die Fußstapfen des berühmten, Egerländer Malers Elias Dollhopf, dessen Bilder sich auch in vielen Kirchen des Stiftlandes finden. Fuchs war der erste Stiftländer, der auch in Böhmen erfolgreich war. Im Kloster Tepl, dem geistigen Zentrum des Egerlandes, unter der Regie und mit der Freundschaft von Abt Karl Kaspar Reitenberger schuf er seine Hauptwerke. Seine besten Jahre verbrachte er fast ausschließlich in diesem Kloster. Im letzten Abendmahl, gemalen im Refektorium des Klosters, verewigte er sich auch selbst in der Reihe der Jünger sitzend. Großartige Bilder im gesamten Klosterbereich, ja sogar in der doch privat gehaltenen Abt-Wohnung der damaligen Zeit begeistern die Besucher noch heute.

Die Tachauer Phase

Als der Tepler Abt Reichenberger abgewählt worden war, wurden auch die Aufträge für Maurus Fuchs eingeschränkt. So verlegte der Maler seinen Schwerpunkt nach Tachau, etwa um 1830. Dort vor allem in das Franziskanerkloster. Im Refektorium hängt auch eines seiner reifsten Bilder, perfekt in allen Belangen der Malerei: Die Schlacht bei Belgrad im Jahre 1456. Er arbeitet natürlich auch in vielen Kirchen in und um Tachau, unter anderem schuf er in der Franziskanerkirche zwischen 1827 und 1832 große Deckengemälde.

Zurück in Tirschenreuth

Ab dem Jahr 1836 war Maurus Fuchs wieder vermehrt in Tirschenreuth und dem Stiftland zu finden. Seine Schaffenskraft war durch das zunehmende Alter etwas eingeschränkt, aber ungebrochen. Zahlreiche Briefe aus dieser Zeit sind erhalten. Harald Fähnrich hat einige davon im Buch von Wolf-Dieter Hamperl aufgeführt. So fand der Tirschenreuther Heimatforscher auch das Testament der Kirchenmalers. Ein „armer Künstler“ war er wahrlich nicht, er konnte seinen Neffen und Nichten durchaus jeweils staatliche Summen hinterlassen.

Sein letztes Werk hatte ihn wieder ins Tachauer Franziskanerkloster, beenden konnte es Maurus Fuchs aber nicht mehr. Krank ließ er sich in seine Wohnung nach Tirschenreuth bringen, wo er am Abend des 27. Juni 1848 verstorben ist. Begraben wurde er auf dem Friedhof seiner Heimatstadt. An der Tirschenreuther Friedhofskirche wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel angebracht, die aber leider im Zuge der letzten Renovierung verloren ging. Der Historische Arbeitskreis hat diese Tafel dann neu in Auftrag gegeben und wieder an alter Stelle angebracht.

Hintergrund:

Der Autor Thomas Sporrer

Thomas Sporrer ist zertifizierter Gästeführer, leidenschaftlicher Hobbyfotograf sowie Autor und freier Journalist. So hat er unter anderem die Chronik der Stadt Tirschenreuther mit verfasst. Der Tirschenreuther hat die Ausstellung über Maurus Fuchs im MuseumsQuartier in Tirschenreuth mitgestaltet. Zuletzt ist er in der Kirche St. Laurentius in Stein bei Plößberg (Kreis Tirschenreuth) auf vier großformatige Bilder von Maurus Fuchs aufmerksam geworden und hat so geholfen diese wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Hintergrund:

Was ist in der Tirschenreuther Ausstellung über Maurus Fuchs zu sehen?

  • Eine Sonderausstellung im MuseumsQuartier in Tirschenreuth, Maurus Fuchs zu Ehren, ist ab dem 10. Juli bis Ende August.
  • Gezeigt werden erstmals öffentlich die erst jüngst wieder in den Focus der Öffentlichkeit gerückten, bzw. entdeckten Bilder des Maurs Fuchs aus den Kirchen in Griesbach und in Stein (beide Kreis Tirschenreuth).
  • Das Stadtarchiv Bärnau stellt das auf Blech gemalene Bild „Samariterin am Jakobsbrunnen“ zur Verfügung,
  • Ein weiterer Höhepunkt ist die erst im Mai 2021 neu erstandenen Papierkrippe des Augsburger Sammlers Peter Riolini.

Krippe kehrt nach Hause zurück

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Gemälde in den Blick gerückt

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