10.12.2020 - 13:50 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Platz für Wohnmobile wieder am Fischhof in Tirschenreuth

Wieder zurück auf Anfang! Jetzt wird der Stellplatz für Wohnmobile also doch neben dem Fischhof geplant. Die Anlage wird schön, verursacht aber auch ordentlich Kosten.

Auf der vorhandenen Fläche am Fischhof soll jetzt ein Platz für zehn Wohnmobile geschaffen werden. Der Plan sieht eine Streuobstwiese, Baumreihen sowie eine Erschließung vor. Das Gesamtvorhaben wird aktuell auf Kosten von rund 223 500 Euro geschätzt.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Die Idee eines Wohnmobil-Stellplatzes war in den vergangenen Monaten im Osten der Kreisstadt "unterwegs". Nach der Gartenschau hatten sich auf der Fläche neben dem Fischhof immer wieder auch Besitzer von Wohnmobilen ein Plätzchen gesucht. Daneben war die geschotterte Fläche Abstellplatzgelände für diverses Material. Schön war die Anlage nicht. Deshalb hatte die Stadt beschlossen, dort einen vernünftigen Zustand zu schaffen, dann aber auch die Idee eines Stellplatzes nahe dem Schwimmbad ins Spiel gebracht.

Die Fläche nahe dem Bad würde aber größere Aufwendungen für die Infrastruktur mit sich bringen, erläuterte Bürgermeister Franz Stahl am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Bau- und Umweltwesen, Stadtentwicklung und Stadtplanung. Jetzt wird die zunächst vorgesehene Fläche am Fischhof wieder aufgegriffen. Auch wenn das Karl Berr nicht gefällt.

Streuobstwiese und Bäume

Bei dem Treffen im Blauen Zimmer des Kettelerhauses stellte Stahl einen Plan vor, der auf dem Großteil der Fläche eine Streuobstwiese sowie Baumreihen vorsieht. Entlang eines asphaltierten Fahrstreifens sind auf beiden Seiten jeweils fünf Stellplätze, ausgeführt mit "wassergebundener Decke", vorgesehen. Die beiden Zufahrten sollen gepflastert werden, ebenso sollen Versorgungssäulen für Wasser und Abwasser sowie Stromanschlüsse erstellt werden. Auch eine Info-Tafel ist eingeplant. Optik und Ausführung wollten dem Gremium durchaus gefallen, allein die Kostenschätzung ließ dann doch den einen oder anderen leicht zusammenzucken. Immerhin werden geschätzt rund 223 500 Euro für die Stellplatzfläche einkalkuliert.

Im September hatte der Stadtrat einen alternativen Stellplatz für Wohnmobile am Freibad überlegt

Tirschenreuth

Kein Platz für Dauercamper

Gut eineinhalb Jahre schon überlege die Stadt die Anlage eines Wohnmobil-Stellplatzes, erinnerte Bürgermeister Franz Stahl. Die Position neben dem Fischhof und am Rande des früheren Gartenschaugeländes sei durchaus ideal, nicht aber die aktuelle Ausführung. Dennoch zeige sich bereits jetzt ein guter Zuspruch durch die Besucher. "Wir wollen das sehr zurückhaltend gestalten", versicherte der Bürgermeister und versprach auch, dass keinesfalls ein Platz für Dauercamper vorgesehen ist. Deshalb sei auch keine Toilettenanlage geplant. Die Erfahrungen würden auch zeigen, dass die Camper hier die Anlagen in den eigenen Fahrzeugen nutzen würden.

Stefanie Süß als Leiterin der Tourist-Info wusste von Rückmeldungen von Besuchern, die die Nähe zum Stadtzentrum und auch die schöne Lage hervorgehoben hätten. Allerdings sei eben die fehlende Infrastruktur bemängelt worden. Vinzenz Rahn (CSU) wusste von einem steigenden Interesse an diesem touristischen Angebot. Tirschenreuth könne es sich nicht leisten, keinen entsprechenden Stellplatz für Wohnmobile zu haben. Und der Platz neben dem Fischhof hätte sich bewährt. "Das ist auch eine Aufwertung für den Fischhofpark", bewertete Rahn das Vorhaben.

Hans Zölch (Freie Wähler) fragte wegen einer Erweiterung nach: Die sei nicht geplant, versicherte Stadtbaumeister Andreas Ockl, der ebenso verdeutlichte, dass hier kein Campingplatz entstehen soll. Konrad Zant (CSU) erkannte in dem Vorhaben eine gelungene Abrundung und kritisierte den aktuellen Zustand des Platzes. Huberth Rosner (CSU) bewertete das Vorhaben als weitere Attraktivitätssteigerung. Eine weitere WC-Anlage hielt Rosner nahe dem Platz der Begegnungen für sinnvoller.

Karl Berr war bei der Ausschusssitzung am Dienstag als Zuhörer dabei. Dennoch wurde ihm das Wort erteilt. Und Berr plädierte erneut, die Flächen am Fischhof als wichtige Rückzugsbereiche für den Storch nicht anzutasten. Mit den Planungen hinter dem Schwimmbad wären noch größere Einschränkungen verbunden, vermerkte Vinzenz Rahn dazu. Und Franz Stahl erinnerte an eine Aussage der Unteren Naturschutzbehörde, die in der Fläche kein Storchenhabitat erkannt hatte. "Wir müssen abwägen", schaltete sich Dr. Alfred Scheidler (CSU) ein. Und nachdem die Fachstelle keine wichtigen Flächen für den Storch beschrieben hätte, wollte Scheidler die Aufwertung des Stellplatzes mit tragen. "Wir gewinnen sehr viel", beurteilte er die Lage.

Gebühren für Strom und Wasser

Auf Nachfrage von Hans Zölch bestätigte Stefanie Süß, dass für die Stellplätze von den Campern nichts verlangt werden soll. Natürlich falle für die Nutzung von Strom und Wasser eine Gebühr an. "Wenn wir so viel für die Anlage ausgeben, dann könnten wir auch etwas verlangen", regte Zölch an. Das Thema könnte vielleicht später noch einmal aufgegriffen werden, so Stahl.

Einstimmig billigte das Gremium die Aufwertung der Fläche am Fischhof für einen Wohnmobil-Stellplatz. Jetzt müssen die nächsten Planungsschritte eingeleitet und die Ausschreibung vorgenommen werden. Außerdem muss der Kämmerer die Kosten im neuen Haushalt unterbringen. Die Ausführung soll dann im kommenden Jahr erfolgen.

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