28.01.2021 - 13:31 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Nicht nur bei Schneefall im Einsatz

Endlich wieder Winter! Wer gegen die „weiße Pracht“ im Räumeinsatz ist, wird nicht so vorbehaltlos in den Jubelruf einstimmen. Doch die Männer vom Bauhof machen ihren Job gut.

Eine durchaus positive Zwischenbilanz kann Bürgermeister Franz Stahl (rechts) zur Arbeit des Bauhofs beim Winterdienst ziehen. Für den enormen Einsatz des Bauhofteams bedankte sich Stahl bei (von links) Bauhofleiter Herbert Schertler und dessen Stellvertreter Michael Dörfler.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Seit Dezember sind die Räumfahrzeuge im Einsatz, wenn es sein muss rund um die Uhr. Dabei ist nicht immer der starke Schneefall für die Präsenz des Winterdienstes verantwortlich. Herbert Schertler, Leiter des Bauhofes, hat die Temperaturlage im Auge und muss seine Leute auch hinausschicken, wenn Frost für eisglatte StraßeN sorgen könnte. Bislang sind für den Winterdienst von den 26 eingesetzten Kräften des Bauhofes rund 1400 Stunden zusammengekommen. Und bislang hat sich dank des Engagements auch kein Problemfall ergeben. Bei einem Besuch im Bauhof wollte sich Bürgermeister Franz Stahl für die gute Leistung bedanken.

13 Fahrzeuge im Einsatz

Mit Beginn des diesjährigen Winters, und der hat für den Bauhof am 1. Dezember eingesetzt, ist die Wagenflotte für den Räum- und Streudienst im Dauereinsatz. Aktuell sorgen elf Fahrzeuge der Stadt für Sicherheit. Hinzu kommen zwei Fahrzeuge, die über den Maschinenring geordert wurden. Für eine gefahrlose Nutzung der Straßen und Wege braucht es aber nicht nur die Mitarbeiter in den verschiedenen Fahrzeugen. Organisatoren und Planer sowie die Fachkräfte in der Werkstatt müssen gewährleisten, dass die Flotte in Betrieb bleibt und zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

So sind die Weckdienstleiter sieben Tage die Woche von 2 bis 21 Uhr im Dienst. Kaum weniger strapaziert werden die bediensteten Fahrer. Sie sind, ebenfalls sieben Tage die Woche, im Zweischichtsystem von 3 bis 21 Uhr unterwegs, dazu kommt eine Spätschicht vier Tage die Woche. Zudem verweist Franz Stahl auf die Hausmeister in den städtischen Gebäuden, die ebenfalls Stunden zur Winterdienst-Bilanz beisteuern.

Rund 600 Tonnen Salz (Calciumchlorid) hat die Stadt für den Winterdienst gelagert. Etwa ein Drittel davon ist bereits verbraucht. Doch die Restmenge wird reichen, kann Bauhofleiter Herbert Schertler (rechts) Bürgermeister Franz Stahl versichern.

Manchmal auch Doppelschichten

Den wichtigen Dienst seit Winterbeginn hat Herbert Schertler auch in schweren Zeiten der Pandemie lückenlos aufrecht erhalten können. Nur ein Krankheitsfall war in den zurückliegenden Tagen zu verzeichnen. Der Mitarbeiter ist aber glimpflich durch die Corona-Infektion gekommen. Freilich waren die Bauhofmitarbeiter an besonders kritischen Tagen auch zu Doppelschichten bereit.

Morgens um 3 Uhr rückt das Bauhofteam zum Winterdienst aus.

Calciumchlorid als Taumittel

Bei all der menschlichen und maschinellen Arbeitskraft braucht es für schnee- und eisfreie Straßen in den Wintertagen auch ordentlich Chemie. Bei der Stadt kommt Calciumchlorid als Taumittel zum Einsatz. Aus dem rund 600 Tonnen umfassenden städtischen Salzlager haben die Fahrzeuge im laufenden Winter bereits rund 200 Tonnen abtransportiert. Zusätzlich seien rund 40 Tonnen Splitt-Salzgemisch aufgebracht worden, weiß der Bauhofleiter. Einen Engpass befürchtet Schertler aber nicht. Nach seiner Kalkulation werde die Menge reichen. Und im April soll bereits der Bestand wieder aufgefüllt werden.

Besonders erfreulich ist für Schertler, dass der Winterdienst bislang reibungslos geklappt hat. Von Beschwerden weiß auch Bürgermeister Franz Stahl nichts. Natürlich gebe es mitunter Anfragen zum Ablauf. Warum etwa auch bei fehlendem Schnee die Fahrzeuge (durchaus hörbar) nachts im Einsatz seien? Eben um bei Minusgraden für eisfreie Straßen zu sorgen, erklärt Schertler den Anrufern.

Und auch dass mit Schichtbeginn nicht alle Straßen sofort geräumt sein könnten, muss der Bauhofleiter immer wieder ausführen. Zwar starte der Räum- und Streudienst um 3 Uhr mit seiner Arbeit, aber halt nach einem bestimmten Ablauf. So würden zunächst die Hauptstraßen geräumt, dann kämen die gefährlichen Straßenabschnitte, etwa die Steigungen dran. Ziemlich am Ende rangieren dann die Wohnstraßen. Für diesen Ablauf bittet auch Franz Stahl die Bürger um Verständnis. Beim Besuch im Bauhof spricht der Bürgermeister ein ganz großes Kompliment aus: "Die Mitarbeiter des Bauhofteams nehmen eine enorme Belastung in Kauf." Gleichzeitig erinnert der Bürgermeister auch die Anlieger, ihrer Räum- und Streupflicht auf den Gehwegen nachzukommen.

Technisch auf neuestem Stand

Als stellvertretender Bauhof-Leiter stellt Michael Dörfler aber auch die Unterstützung durch die Stadt heraus. So sei es dem Bauhof möglich, die Fahrzeugflotte technisch auf dem modernsten Stand zu halten. Und mit den leistungsfähigen Fahrzeugen würde auch ein reibungsloser Ablauf des Winterdienstes gewährleistet. Nach den "Winterpausen" in den zurückliegenden beiden Jahren wird in diesen Tagen wieder erinnert, wie wichtig die Arbeit des Bauhofteams ist.

Zu den angenehmeren Aufgaben des Bauhhofteams gehörte im Sommer 2020 die Umrüstung der Straßenlampen

Tirschenreuth

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