20.10.2021 - 14:47 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neue Schwerpunkte bei der kommunalen Wohnberatung in Tirschenreuth

Die Kommunale Wohnberatungsstelle in Tirschenreuth ist die einzige in der Oberpfalz. Sie hat Vorbildcharakter. Die neue Ansprechpartnerin Isolde Guba erklärt, wie es künftig weitergeht.

Isolde Guba leitet seit April die Wohnberatungsstelle im Landkreis Tirschenreuth. In der Musterwohnung demonstriert die 54-Jährige, welche Vorteile ebenerdige Duscheinstiege haben.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Isolde Guba ist die neue Leiterin der Kommunalen Wohnberatungsstelle im Landkreis Tirschenreuth. Sie trat im April die Nachfolge von Anita Busch an. Im Kreisausschuss für Soziales, Gesundheit, Senioren und Inklusion stellte sie sich, ihre Aufgaben und aktuelle Themen dem Gremium vor. „Ich bin nun seit einem halben Jahr hier und es war keinen Tag langweilig“, sagte Guba. Ihre Vorgängerin Busch habe eine „Wahnsinnsarbeit“ vorgelegt und sehr viele Projekte gestartet.

Guba selbst ergriff den Beruf der Krankenschwester, bevor sie sich 2008 zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft weiterbildete. Im gleichen Jahr übernahm sie die Leitung der neu eingerichteten Fachstelle für pflegende Angehörige der Diakonie Selb/Wunsiedel. Besonders die Arbeit mit den Senioren, deren Sorgen und Nöte, waren der Grund, warum sie sich 2012 zur Wohnberaterin fortbildete. „Ich wollte für die Hausbesuche bei pflegenden Angehörigen eine ordentliche Beratungsgrundlage und fundiertes Wissen“, erklärt Guba. 2019 wechselte die Weidenerin zum Landratsamt in Hof und baute dort die Wohnberatungsstelle auf.

Leute haben viele Sorgen

In der Wohnberatungsstelle am Landratsamt Tirschenreuth, die einzige in der Oberpfalz, kommen viele Anfragen auch aus Kommunen benachbarter Landkreise, berichtete die 54-Jährige. Der Hauptbestandteil ihrer Arbeit ist die Wohnberatung, damit ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können. Auf lange Sicht sei dies sogar eine finanzielle Entlastung – ein Umbau daheim könnte sogar etwa günstiger sein als eine langjährige Unterbringung im Heim.

Guba, die in Teilzeit angestellt ist, berät per Telefon, bei Hausbesuchen oder in der Musterwohnung. Zu den Aufgaben gehören auch Schulungen von ehrenamtlichen Wohnberatern sowie die Sturzprävention, die Hilfsmittelversorgung und die Beratung zu Fördermitteln und Zuschüssen. In manchen Fällen arbeitet sie auch mit Pflegeberatungsstellen zusammen. Denn: „Die Leute kommen mit einem großen Paket an Sorgen und Nöten zu uns.“ Fragen rund um die Wohnung gingen oft einher mit Fragen zur Pflege.

Fünf ehrenamtliche Wohnberater

Guba informierte das Gremium, dass sie derzeit fünf ehrenamtliche Wohnberater unterstützten. „Einige sind aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen.“ Die Ehrenamtlichen seien wertvolle und wichtige Unterstützer für eine flächendeckende Versorgung.

In Sachen digitale Wohnberatung sei das Projekt auf der Zielgeraden. Das Vorhaben startete 2017 und war auf vier Jahre angesetzt. 2020 wurde das Projekt um ein Jahr verlängert und um fünf Testgruppen/Wohnberatungsstellen in Bayern erweitert. Die Förderung für die digitale Wohnberatung laufe laut Guba Ende Dezember aus. Dann hänge es am Fördermittelgeber, dem Sozialministerium, ob das Projekt weiter verfestigt wird. Ziel sei ursprünglich die Einrichtung einer zentralen Stelle für digitale Wohnberatung im Freistaat gewesen. „Es sieht gut aus, dass es weitergeht“, erklärte Guba. Doch die Finanzierung sei noch nicht abgeklärt. „Die Entscheidung liegt beim Sozialministerium. Es wäre aber schade, wenn die Arbeit, die wir mit aufgebaut haben, nicht fortgesetzt wird.“

Beratung bei Demenz

Für 2022 hat die neue Leiterin der Wohnberatungsstelle einige Fortbildungstage geplant sowie die Aktionswoche „Mein Daheim“. „Außerdem komme ich ja aus der Pflege und möchte meine Erfahrungen in die Wohnberatung einfließen lassen“, verdeutlicht sie. Eine Herzensangelegenheit sei ihr die Beratung in Sachen Demenz. Im Landkreis lebe eine hohe Zahl an Demenzerkrankten, deren Angehörigen der Beratung bedürften.

Auch in Bezug auf alternative Wohnformen möchte Guba die Wohnberatung weiterentwickeln. Hier will sie mit der Seniorenfachstelle zusammenarbeiten, um Fördermöglichkeiten auszuloten und Kontakte herzustellen. Als einzige Wohnberatungsstelle in der Oberpfalz habe die Einrichtung am Landratsamt Tirschenreuth Vorbildcharakter, betonte Landrat Roland Grillmeier abschließend.

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„Ich komme aus der Pflege und möchte meine Erfahrungen in die Wohnberatung einfließen lassen.“

Isolde Guba, Leiterin der Kommunalen Wohnberatung im Landkreis Tirschenreuth

Service:

Die Kommunale Wohnberatungsstelle

  • Standort der Musterwohnung: Tirschenreuth, Rosenweg 10
  • Ansprechpartnerin: Isolde Guba, Telefon: 09631/88427
  • Termine nach Vereinbarung
  • Digitale Wohnberatung mit virtuellem Rundgang durch die Musterwohnung: www.digitale-wohnberatung.bayern

 

 

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