23.10.2019 - 18:38 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neue Chance für "Land der 1000 Teiche"

Slow Food ist eine Chance für die Arge Fisch. Umgekehrt ist aber auch das "Land der 1000 Teiche" eine Chance für Slow Food. Kein Wunder also, dass die Teichwirte und die Organisation Slow Food die Zusammenarbeit intensivieren wollen.

Ein Bild von der Slow-Food-Wurzeltour im vergangenen Jahr.
von Externer BeitragProfil

Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Fisch im Landkreis Tirschenreuth und Slow Food Deutschland können miteinander, wie man so schön sagt. Vergangenes Jahr fand auf dem Fischhof Bächer erstmals eine der Slow-Food-Wurzeltouren statt, bei der Vertreter und Besucher aus ganz Deutschland in das "Land der 1000 Teiche" kamen, um die traditionelle Teichwirtschaft und Karpfenzucht live zu erleben. "Das war eine der besten Veranstaltungen, die Slow Food je gemacht hat", schwärmten Teilnehmer danach.

Bei zahlreichen Besuchen von Slow-Food-Vertretern sind die Kontakte seitdem ausgebaut worden. Die Oberpfälzer Teichnixe Sophia durfte auf der Slow-Food-Messe in Stuttgart mit einem renommierten Koch eine Veranstaltung moderieren, bei der Fische zubereitet wurden. Die Besucher mussten bei der Verkostung erraten, um welchen Fisch aus welcher Region es sich handelte. Natürlich war auch ein Karpfen der Familie Bächer aus dem Stiftland dabei, der bei der Bewertung hervorragend abgeschnitten hat.

Klaus Bächer, Fischwirtschaftsmeister und Arge-Fisch-Mitglied schaffte es Anfang des Jahres sogar auf die Titelseite des Slow-Food-Magazins, welches rund 100 000 Leser erreicht. Und nun gibt es auch noch eine Neuauflage der "Wurzeltour". Dabei kam der Arge Fisch ein glücklicher Umstand zugute. Das Jahr 2019 steht für Slow Food ganz im Zeichen des Fisches. Die Vereinigung war noch auf der Suche nach einem weiteren Austragungsort für eine Wurzeltour zu diesem Thema. Und da im Landkreis Tirschenreuth nicht nur Karpfen gezüchtet werden, sondern die Teiche auch Lebensraum für jede Menge andere Tiere sind, hat sich der weltweit agierende Verein dazu entschlossen, erneut das "Land der 1000 Teiche" zu besuchen.

Am Sonntag, 10. November, lädt Slow Food Deutschland nun zusammen mit der Arge Fisch ein, bei der Slow-Food-Wurzeltour auf dem Fischhof Bächer in Muckenthal dabei zu sein und mehr zu erfahren. Das Thema lautet von 11 bis 14 Uhr "Was sonst noch schwimmt im Karpfenteich". Treffpunkt ist um 11 Uhr an den Teichen der Familie Bächer. Nach einer kurzen Teichführung und einer interaktiven Diskussionsrunde erwartet die Gäste eine Verköstigung im Fischstüberl. Mit dabei sind Nina Wolff, stellvertretende Vorsitzende und Leiterin der Fischkommission des eingetragenen Vereins "Slow Food Deutschland", Gewässerökologe Stefan Linzmaier, Martin Oberle von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, MdL Alexander Flierl, Vorsitzender der Teichgenossenschaft und des BJV Oberpfalz, sowie Bezirksrat und Fischereireferent Landrat Thomas Ebeling aus Schwandorf.

Es wird für alle Teilnehmer ein "Wallerfilet mit Apfel-Meerrettich-Kruste", ein "Sauerbraten vom Karpfenfilet und Balsamico-Zwetschgen" sowie "Knuspriges von der Schleie" gekocht. Anmeldungen für die Veranstaltung sind ab sofort bei Fabian Polster (fabian.polster[at]tirschenreuth[dot]de, 09631/88426) möglich. Der Preis inklusive Teichführung und Drei-Gang-Menü beträgt 22 Euro pro Person.

Slow Food Deutschland möchte nicht nur das Image des Karpfens verbessern, welcher nach wie vor als einziger Fisch gilt, der laut Ratgeber des WWF und Greenpeace bedenkenlos verzehrt werden kann, sondern auch das Ansehen anderer Fischarten wie beispielsweise Hecht, Zander, Waller (Europäischer Wels), Schleie, Brachse und Barsch stärken, die ebenfalls hervorragend als Speisefisch geeignet sind. Über die "Slow-Food-Wurzeltour" kommen Lebensmittel größtenteils als anonyme Produkte in den Handel und schließlich auf den Teller. Die Teilnehmer machen sich dabei auf zum Ursprung der Lebensmittel, zu den Wurzeln unserer Ernährung.

Bei Hofbesuchen und Verkostungen stehen Erzeuger und Produkte im Mittelpunkt, die täglich für den Erhalt und die Zukunft einer ressourcenschonenden, handwerklichen Lebensmittelerzeugung mit Rücksicht auf Mensch, Tier und Natur arbeiten und damit die Grundlagen für unsere Ernährung lokal wie global bewahren.

Slow Food:

Slow Food

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem einsetzt. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten- und Sortenvielfalt sind für Slow Food ebenso wichtig wie eine faire Entlohnung für zukunftsfähig arbeitende Erzeuger sowie die Wertschätzung und der Genuss von Lebensmitteln.

Der eingetragene Verein "Slow Food Deutschland" wurde 1992 gegründet und zählt über 85 lokale Gruppen. Insgesamt ist Slow Food in über 170 Ländern mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen aktiv. Als Slow-Food-Mitglied ist man Teil einer großen, bunten, internationalen Gemeinschaft, die das Recht jedes Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel vertritt.

Fisch filetieren mit Klaus Bächer.
Die Teichnixe Sophia moderierte auf der Slow-Food-Messe.
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