31.07.2020 - 15:11 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Lkws probeweise aus Tirschenreuther Ortskern verbannen

Ab Mitte August ist die Mühlbühlstraße für vier Wochen für den Verkehr halbseitig gesperrt. Das Bayernwerk verlegt dort eine Erdgas-Hauptleitung. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, wird der Schwerlastverkehr großzügig umgeleitet.

Mitte August starten die Bauarbeiten für die Erdgas-Hauptleitung in der Mühlbühlstraße beim BRK-Seniorenheim Haus Mühlbühl. Damit es zu keinem Verkehrschaos kommt, wird der Schwerlastverkehr großzügig umgeleitet. Die Bayernwerk-Mitarbeiter Karl Schwanitz und Tobias Henfling (von rechts) setzten die Bitte von Bürgermeister Franz Stahl gerne um.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Die Mühlbühlstraße und insbesondere das BRK-Seniorenheim Haus Mühlbühl wird mit einer Erdgasleitung erschlossen. Der Hintergrund: Bisher wird das Seniorenzentrum mit vom Blockheizkraftwerk der Mittelschule versorgt. Da allerdings bald die Sanierung der Johann-Andreas Schmeller-Schule mitsamt Neubau der Turnhalle und eines neuen Gebäudetrakts ansteht, muss sich das Seniorenheim energetisch unabhängig machen. Neben dem Senorenzentrum dient der Erdgasanschluss auch der Erschließung einiger privater Anlieger.

Wanderbaustelle 250 Meter lang

Start der Baumaßnahme ist Mitte August, teilt das Bayernwerk mit. Die Baumaßnahme ist absichtlich während der Sommerferien geplant, damit der Schulbetrieb nicht beeinträchtigt wird. Drei bis vier Wochen wird die ausführende Firma Netzel Bau beschäftigt sein, die Hauptgas-Versorgungsleitung auf einer Länge von 250 Meter in die Mühlbühlstraße zu verlegen. Die Gesamtkosten belaufen sich für das Bayernwerk auf 110 000 Euro. Die Straße - eine Hauptverkehrsader durch die Kreisstadt - wird während der Bauphase halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird durch eine Ampel geregelt. "Das Problem ist die Straße", sagte Bürgermeister Franz Stahl bei einem Ortstermin. Die Mühlbühlstraße würden laut einer jüngsten Zählung täglich 6500 Fahrzeuge befahren, davon etwa 500 große Lastwagen.

Verkehrskollaps vermeiden

Stahl befürchtet, dass durch die Ampelregelung an der Baustelle sich die Lastzüge, die gerne im Pulk fahren, bis zur Kreuzung an der St.-Peter-Straße oder der Bahnhofstraße stauen. "Dann haben wir einen Verkehrskollaps in Tirschenreuth." Gerne nahmen die Bayernwerk-Mitarbeiter die Anregungen des Bürgermeisters in ihre Planungen auf. Nach einigen intensiven Gesprächen wird für den Schwerlastverkehr nun eine großzügige Umleitung eingerichtet.

Von Mähring kommend werden die Brummis über Griesbach an Bärnau und Plößberg vorbei, über den Kreisverkehr zurück Richtung B 15 gelenkt. Der Bürgermeister ergänzt: "Tirschenreuth ist nicht Zielort dieser Lastwagen." Diese fahren vorrangig Betriebe in Liebenstein oder Betzenmühle an. Die Umleitung sei auch mit Mährings Bürgermeister Franz Schöner abgesprochen. Stahl sieht diesen "Verkehrs-Bypass" als Testphase für die geplante Süd-Ost-Tangente.

Mehr über die Planung zur Süd-Ost-Tangente bei Onetz.de

Mehr über die Pläne zur Mittelschulsanierung:

Tirschenreuth
Hintergrund:

Alte Turnhalle weicht einem Neubau

Eigentlich hätte das "rote Schulhaus" bereits vergangenen Herbst abgerissen werden sollen. Dort soll laut Planung eine neue Turnhalle gebaut werden. Aktuell gibt es Überlegungen, anstatt einer ursprünglich geplanten Einfach-Turnhalle eine Doppel-Turnhalle zu bauen. Die alte Turnhalle wird abgerissen, an dieser Stelle ist ein Neubau geplant. Danach werden die weiteren Bestandsgebäude der Mittelschule nach und nach generalsaniert.

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Kommentare

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Thomas Standfest

Wenn man "probeweise" die LKW aus Tirschenreuth verbannen will, sollte man dies zu eigenen Lasten und nicht auf Kosten Unbeteiligter machen! Tirschenreuth hat 30 Jahre eine Umgehung verschlafen und schickt nun, während endlich "grobe Planungen" dafür laufen, den ganzen Schwerlastverkehr einfach mal über die St2172 durch die anliegenden Dörfer, die mit der Schläfrigkeit der Tirschenreuther Verwaltung nicht das Geringste zu tun haben - und auch nicht gefragt oder geschützt werden. Motto: einfach den eigenen Dreck vor der Türe Anderer abladen. Das ist eine Sauerei!
Wohlweislich hat man die Landbevölkerung erstmal einigermaßen "ruhig gehalten", indem man stets von übersichtlichen 3-4 Wochen Bauzeit (der Baustelle Mühlbühlstraße) sprach. Tatsächlich gehen wir jetzt in die 6. Woche (open End) - inkl. mittlerweile längst begonnener Schulzeit - und ich behaupte mal, dass dies von vornherein bekannt war. Man kann ja von Seiten der Verantwortlichen schlecht offen sagen, dass man Landbevölkerung für Bürger/Menschen zweiter Klasse hält.
Wie gesagt: Schläfrigkeit, Inkompetenz und Ignoranz.

21.09.2020