21.10.2020 - 17:59 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth: Zahl der Corona-Infizierten steigt extrem

Die Coronazahlen im Landkreis Tirschenreuth sind in die Höhe geschnellt. Das Landratsamt meldete am Mittwoch 37 neue Covid-19-Infizierte. Die Fälle lassen sich nicht auf einen Ort oder ein Ereignis lokalisieren.

Das Testzentrum im ehemaligen Krankenhaus Waldsassen hatten die Mitarbeiter der Firma Centogene am Mittwochvormittag schnell eingerichtet. Schon kurz nach 10 Uhr starteten die Tests.
von Martin Maier Kontakt Profil

Anfang der Woche sah es im Landkreis Tirschenreuth noch danach aus, dass sich die Coronazahlen stabilisieren. Am Mittwoch kam dann aber die Schocknachricht: Das Gesundheitsamt verzeichnete 37 neue Covid-19-Infizierte. Davon waren nur 8 Personen schon in Quarantäne.

Laut Mitteilung des Landratsamts handelt es sich bei den neuen Fällen um ein „diffuses Infektionsgeschehen" im ganzen Landkreis. Das bedeutet: Die Zahlen lassen sich nicht auf ein Ereignis begrenzen. "Die 37 Fälle stammen aus 13 (von 26) Gemeinden, einen Hotspot gibt es nicht", schreibt Pressesprecher Wolfgang Fenzl. Die 7-Tage-Inzidenz dürften das Robert-Koch-Institut und das Landesamt für Gesundheit damit am Donnerstag für den Landkreis mit einem Wert von über 80 beziffern.

Appell an Fußballvereine

„Das ist natürlich eine enorme Steigerung. Nun werden wir die Ursache dafür erforschen“, machte Landrat Roland Grillmeier am Mittwochvormittag im Gespräch mit Oberpfalz-Medien deutlich. Für den Landrat stand fest: „Die Situation wird sich weiter zuspitzen. Es ist sehr ernst.“ Die Entwicklung in ganz Bayern sei besorgniserregend. Er appellierte nochmals an die Bürger, die Regeln einzuhalten. "Insbesondere sind private Kontakte auf zwei Hausstände oder maximal fünf Personen zu beschränken.“

Zudem verwies er darauf, dass erneut auch Fußballvereine betroffen sind. Die Sportler sollten sich unbedingt an die Schutz- und Hygienekonzepte halten. "Bitte beachten Sie nach dem Spiel/Training ebenfalls die geltenden Kontaktbeschränkungen von maximal fünf Personen“, wandte er sich in der Mitteilung direkt an die Fußballer.

Mögliche Testpflicht für Grenzpendler

Wie das Landratsamt die von Ministerpräsident Markus Söder am Mittwoch angekündigte Testpflicht für Grenzpendler umsetzen wird, steht noch nicht fest. "Hier müssen noch die genauen Details abgewartet werden", so Fenzl. Der Landkreis sei aber mit seinem "mobilen" Testzentrum im Krankenhaus Waldsassen "sehr gut gerüstet". Da es bei einer Testpflicht zu Wartezeiten in dem Zentrum kommen werde, empfiehlt die Behörde allen Arbeitgebern, ihre tschechischen Berufspendler ab sofort testen zu lassen.

Nach Angaben von Ärztin Anna Kurzeck vom Gesundheitsamt wurden bisher rund 20 tschechische Pendler im Landkreis Tirschenreuth positiv auf das Coronavirus getestet. Von diesen sei aber kein weiteres Infektionsgeschehen ausgegangen. Diese Covid-19-Infizierten tauchen nicht in der Corona-Statistik des Landkreises auf. „Wir ermitteln deren Kontaktpersonen und geben das Ergebnis an die tschechische Behörde weiter“, erläuterte Kurzeck das Vorgehen. Auch Landrat Grillmeier unterstrich, dass auf die Grenzpendlern bisher noch kein Corona-Ausbruch zurückzuführen sei.

Mit Blick auf die Schulen hatte Kurzeck gute Nachrichten. Denn die Einrichtungen im Landkreis seien keine Ansteckungsherde. „Bisher hat noch nie ein Schüler einen anderen angesteckt“, berichtete die Ärztin von den Nachforschungen.

Seit Mittwoch hat die mobile Teststation in Waldsassen einen festen Standort

Waldsassen
Im Blickpunkt:

Luisenburg-Gymnasium: Q12 in Quarantäne

Aufgrund einer positiv getesteten Schülerin am Luisenburg-Gymnasium in Wunsiedel wurde laut Mitteilung des Landratsamts Wunsiedel am Mittwoch die gesamte Q12 in Quarantäne versetzt und bereits getestet. Betroffen sind insgesamt 66 Personen und 5 Lehrer als Kontaktpersonen.

Der Landkreis Wunsiedel meldete am Mittwoch insgesamt 15 neue Coronafälle. "Damit liegt die 7-Tages-Inzidenz unseren lokalen Berechnungen zufolge bei 67,4", hieß es in einer Mitteilung. Dies entspricht auf Basis der Corona-Ampel der Staatsregierung der Stufe rot. Aufgrund der Verzögerung durch vorhandene Meldewege sei aber davon auszugehen, dass dieser Inzidenz-Wert erst Donnerstagnachmittag auf der Seite des Bayerischen Gesundheitsministeriums veröffentlicht werde. Dies habe zur Folge, dass die verschärften Regelungen am Freitag in Wunsiedel in Kraft treten.

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