24.09.2020 - 15:29 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth will Klimaschutzmanager

Jetzt also doch: Der Kreisausschuss stellte am Montagnachmittag die Weichen für die Schaffung eines Klimaschutzmanagers.

Der Kreisräte erhoffen sich von einem Klimaschutzmanager auch einen Ausbau der Photovoltaikanlagen im Landkreis. Auf der Reststoffdeponie Steinmühle betreibt der Landkreis selbst eine Anlage. Das Bild zeigt Deponieleiter Diplom-Ingenieur Peter Förster vor der Anlage in Steinmühle.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Einstimmig beauftragte der Kreisausschuss bei der Sitzung am Montag im großen Saal des Landratsamts die Verwaltung, einen Förderantrag für die Stelle eines Klimaschutzmanagers einzureichen. Regionalmanager Florian Rüth stellte eine Förderung der Stelle von 90 Prozent durch den Freistaat in Aussicht. Doch nicht nur deswegen gab es um das Gesuch keinerlei Diskussionen.

Nationalen Ziele erreichen

Der Klimaschutzmanager soll auf lokaler Ebene dazu beitragen, dass die nationalen Klimaschutzziele erreicht werden. In diesem Bereich sei zwar in den vergangenen Jahren schon viel passiert, trotzdem seien Energie und Klimaschutz weiter wichtige Themen, meinte Regionalmanager Rüth. Die Städte und Gemeinden im Landkreis könnten von einem "Kümmerer" nur profitieren. Wichtig sei, auch um in den Genuss einer hohen Förderung zu kommen, dass der Manager praxis- und umsetzungsorientiert tätig sei und aus der Region heraus Ideen entwickle. Derzeit habe er eine Förderung über den Freistaat Bayern im Fokus, nach der in der Aufbauphase das Klimaschutzmanagement mit 90 Prozent gefördert werden könne. "Der Landkreis Tirschenreuth wäre im Bayerischen Programm zuwendungsfähig. Auch eine Anschlussfinanzierung über den Bund wäre dann möglich", so informierte Rüth die Kreisräte in der Sitzungsvorlage.

Landrat Roland Grillmeier war wichtig, das Projekt gemeinsam mit der Steinwald-Allianz und der Ikom Stiftland in Angriff genommen wird. "Das ist eine Aufgabe für alle, da können sich auch die Kreistagsfraktionen einbringen", meinte Grillmeier. Ansonsten musste er bei diesem Punkt, der vor allem bei den Grünen schon länger auf der Wunschliste stand, gar nicht erst groß Überzeugungsarbeit leisten.

Der Sprecher der Christsozialen, Bürgermeister Bernd Sommer aus Waldsassen, hofft schnell "auf ein gutes Konzept und eine gute Förderung". Viele Menschen würden es honorieren, wenn auch der Landkreis in diesem Bereich seine Bemühungen verstärke, meinte er. Hans Klupp (Freie Wähler) fand besonders den Ansatz erfreulich, dass aus der Region für die Region gearbeitet werden solle. "Das passt, das ist überzeugend, das tragen wir so voll mit."

Uli Roth von der SPD meinte, dass die Kooperation mit den Gemeinden der richtige Schritt sei, da die Möglichkeiten des Landkreises, selbst Energie zu erzeugen, doch arg begrenzt seien. Bürgermeister Matthias Grundler aus Falkenberg (Liste Zukunft) erhoffte sich auch einige überraschende Vorschläge von dieser Stelle, die man so gar nicht erwartet habe. Vielleicht bestehe später zudem auch die Möglichkeit, Betriebe und Privatleute mit ins Boot zu holen.

"Quer durch alle Lebens- und Arbeitsbereiche gibt es etwas zu tun", strahlte die Grüne Heidrun Schelzke-Deubzer über diesen Tagesordnungspunkt. Sie hatte schon lange einen Klimaschutzmanager für den Landkreis auf ihrer Agenda und den auch schon mehrfach beantragt.

Zwei Auftragsvergaben

Aus der nichtöffentlichen Sitzung gab Landrat Grillmeier zwei Beschlüsse bekannt. Für die Reststoffdeponie Steinmühle wird ein neuer Müllverdichter angeschafft. Der Walzenzug der Marke Hamm trägt den verheißungsvollen Namen "Felsbrecher" und kostet netto 197.500 Euro. Für den Neubau des Verwaltungsgebäudes für die Abfallwirtschaft an der Deponie Steinmühle ging der Auftrag für die Baumeisterarbeiten an die Firma Bäuml Bau GmbH in Mähring. Der Brutto-Angebotspreis beläuft sich auf rund 519.410 Euro.

Hier erfahren Sie mehr über die Sitzung des Kreisausschusses

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