21.10.2020 - 14:53 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth sucht Bürgernähe online

Alle Kommunen sollen ihre Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 auch digital anbieten. Dieses ehrgeizige Ziel steht im Onlinezugangsgesetz. Das Landratsamt hat schon mal einen Anfang gemacht.

Stefan Malzer erläuterte, dass der Landkreis zunehmend digitale Informationskanäle nutzt.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

"Bis in zwei Jahren – das ist wohl nicht zu schaffen", erläuterte Wolfgang Fenzl im Ausschuss für Demografie, ländlicher Raum, Landkreisentwicklung und Digitalisierung. "Die Umsetzung ist eine Mammutaufgabe." Gemeint ist das Onlinezugangsgesetz, das die Verwaltungen bundesweit erfüllen müssen.

"Wir müssen die Außenwirkung des Landkreises vorantreiben, auch wenn es mühsam ist", bekräftigte Landrat Roland Grillmeier. Für diese Aufgabe brauche man auch Personal, dankte er dem Kreistag für die Aufstockung. Stefan Malzer erfüllt diese Aufgabe im Landratsamt seit Mai ganztags. "Seit kurzem sind wir auch auf Facebook vertreten", zog er eine positive Bilanz: Rund 20000 Klicks pro Woche bedeuteten schon eine enorme Reichweite.

Schritt für Schritt setzt der Landkreis die Anforderungen bereits um. Als Beispiel nannte Fenzl die Terminvereinbarung für die Kfz-Zulassung: "Das wird sehr gut angenommen." Auch die Online-Anmeldungen für die Corona-Teststation liefen gut. Wolfgang Fenzl soll mit dem neu eingestellten Informatikkaufmann Simon Haberkorn die Digitalisierung im Landratsamt verwirklichen. "Irgendwann steht ein Bürgerserviceportal mit allen Anträgen online", skizzierte er die Zukunft.

Simon Haberkorn ist neu im Landratsamt

Tirschenreuth

Vor allem das Thema Corona interessiere die Nutzer sehr. „Wir müssen uns der Verantwortung stellen und gut informieren.“ Natürlich gebe es vereinzelt auch "komische Kommentare", aber die könne man ja löschen. Insgesamt hätten sich die Bedenken, es würde zu viel Negatives geschrieben, nicht bestätigt.

Der Landkreis wolle demnächst auch auf Instagram online gehen, kündigte Malzer an. "Wir schaffen so eine ganz andere Nähe zum Bürger." Was die Homepage betrifft, sei er noch nicht ganz zufrieden: "Wir sind am Nachbessern, vor allem, was die Suchfunktionen betrifft. Wir wollen das Ganze bürgerfreundlich und übersichtlicher machen." Besonders die Suche nach Ansprechpartnern sei noch nicht optimal.

Stefan Malzer (rechts) und Wolfgang Fenzl (sitzend, rechts) informierten über die zunehmend digitalen Informationskanäle im Landratsamt. Landrat Roland Grillmeier (links) betonte die Notwendigkeit dieser Ausrichtung.
Stefan Malzer erläuterte, dass der Landkreis zunehmend digitale Informationskanäle nutzt.
Stefan Malzer erläuterte, dass der Landkreis zunehmend digitale Informationskanäle nutzt.
Hintergrund:

Verwaltungsleistungen aus der Nutzerperspektive

Die Interaktion zwischen Bürgern und Unternehmen mit der Verwaltung soll deutlich schneller, effizienter und nutzerfreundlicher werden. Das ist der Homepage des Bundesinnenministeriums zu entnehmen:

  • Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, bis Ende 2022 ihre Verwaltungsleistungen über Verwaltungsportale auch digital anzubieten.
  • Insgesamt wurden knapp 600 zu digitalisierende Verwaltungsleistungen (sogenannte OZG-Leistungen) identifiziert.
  • Im Umsetzungskatalog sind die Leistungen in unterschiedliche Lebens- und Unternehmenslagen gebündelt und übergeordneten Themenfeldern zugeordnet. Beispiele: Familie und Kind, Unternehmensführung und -entwicklung. Der Katalog orientiert sich dabei nicht an behördlichen Zuständigkeiten, sondern an der Nutzerperspektive.
  • Die Leistungen sollen mit Hilfe von zwei Digitalisierungsprogrammen online umgesetzt werden, zum einen für den Bund und zum anderen für Länder und Kommunen.

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