28.09.2020 - 18:29 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth blüht auf

Der Landkreis Tirschenreuth blüht zunehmend auf. Zumindest auf den Flächen, welche die Gartenfachberater entlang der Kreisstraßen betreuen.

Allerlei Schmetterlinge wurden bereits auf den Blühstreifen des Landkreises entdeckt, darunter auch der Schachbrettfalter. Die Schmetterlingsart ist durch intensive Landwirtschaft bedroht, denn sie braucht nährstoffarme, blütenreiche Wiesenbereiche, die bis Ende Juli nicht gemäht werden.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Und das sind mittlerweile eine ganze Menge, wie Kreisgartenfachberaterin Manuela Pappenberger am Montag im Kreisausschuss verriet. Es gelinge zunehmend, an den Straßen mit dem richtigen Saatgut, geringer Mahd und dem rechtzeitigen Abtransport des Mulchmaterieals wieder Blumenwiesen an den Straßen zu schaffen. Die Tatsache, dass man auch die Verkehrssicherheit im Auge behalten müsse, mache die Arbeit manchmal nicht leicht.

Manuela Pappenberger betonte dabei, dass die Schaffung von Blühstreifen bereits seit November 2018 laufe, also schon vor dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" begonnen habe. Und mittlerweile seien die Erfolge weithin sichtbar. Die Blüten von Mohn, Wilder Möhre, Margarite, Malve, Natternkopf und vielen anderen Blumen seien nicht nur ein Hingucker, sondern auch Insekten hätten die Flächen neu entdeckt. Es seien dort jede Menge Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten unterwegs. "Natürlich müssen wir aufpassen, dass unsere Blühstreifen nicht die Verkehrssicherheit gefährden." Aber durch den Einsatz unterschiedlicher Saatmischungen und die richtige Mahd (die Streifen direkt an der Straße werden öfter pro Jahr gemäht) gelinge es recht gut, dass an den Einmündungsbereichen genügend Sicht bleibe.

Manuela Pappenberger berichtete von privaten Grundbesitzern, die dem Beispiel des Landkreises bereits folgen würden und im Anschluss an die öffentlichen Blühstreifen private Blumenstreifen angelegt hätten. Es gebe aber auch Rückschläge. So habe ein bislang Unbekannter einen Blühstreifen bei Premenreuth widerrechtlich abgemäht. "Wenn Sie über Kreisstraßen brettern, geben Sie Acht, ob Sie nicht einen Blick auf eine unserer Blumenwiesen erhaschen können", riet sie den Kreisräten. Die Kreisgartenfachberaterin machte auch darauf aufmerksam, dass die Blühstreifen nicht ganz billig sind. Im vergangenen Jahr seien für die Arbeiten und das Saatgut an die 21.000 Euro an Kosten entstanden. Das ist den Kreisräten diese Arbeit für mehr Biodiversität wert. Es gab keinerlei Diskussionen um das Programm. Im Gegenteil: Landrat Roland Grillmeier wünschte sich sogar, dass die Kommunen künftig an ihren Straßen "etwas Ähnliches" machen.

Info:

Bisher gibt es 10 Blühflächen an 9 Kreisstraßen. Die Gesamtfläche beträgt 5.400 Quadratmeter. 2021 wird auf jeden Fall eine Blühfläche dazukommen, und zwar an der TIR 30 bei Reisach.

  • Kreisstraße TIR 1 von Tirschenreuth nach Matzersreuth beim Abzweig nach Lohnsitz
  • Kreisstraße TIR 4 von Großkonreuth nach Griesbach beim Abzweig nach Laub
  • Kreisstraße TIR 21 zwischen Wernersreuth und Aign; insgesamt 3 Flächen: 2 Blühflächen an der Kreuzung Witzlasreuth/Oberwappenöst sowie bei der Hainbuchenhecke nach dem Wald kurz vor Aign
  • Kreisstraße TIR 22 von Mitterteich nach Leonberg beim Regenrückhaltebecken
  • Kreisstraße TIR 25 von Wernersreuth nach Schachten beim Abzweig nach Motzersreuth
  • Kreisstraße TIR 27 in Immenreuth gegenüber dem Bahnhof
  • Kreisstraße TIR 28 zwischen Altensteinreuth und Zinst (vor Ortsbeginn Zinst)
  • Kreisstraße TIR 32 zwischen Waldeck und Zwergau (vor Waldbeginn)
  • Kreisstraße TIR 36 von Premenreuth nach Klausen/Reuth bei Erbendorf

Hier ein weiterer Bericht über die Sitzung des Kreisausschusses

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