07.05.2021 - 16:20 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth: 67-Jährige fällt fast auf Betrüger rein

Der Kriminalpolizeiinspektion Weiden ermittelte erfolgreich gegen eine mutmaßliche Callcenter-Bande. Ein Geldabholer wurde festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Ein Teil der sichergestellten Beute.
von Externer BeitragProfil

Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz berichtet, wäre eine Frau aus dem Landkreis Tirschenreuth am 9. März beinahe Opfer von Callcenter-Betrügern geworden. Mehrmals erhielt die 67-Jährige Anrufe von angeblichen Polizeibeamten, die sie auf vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft aufmerksam machten, wie die Polizei berichtet. In langen Gesprächen sei die Frau zunächst davon überzeugt worden, dass ihr Bargeld und ihre Wertsachen in Gefahr seien und besser der Polizei übergeben werden sollten, um ihr Vermögen vor Einbrechern sicher zu schützen.

Um das Geld abzuholen, erfragten die Täter die Adresse der Landkreisbewohnerin. Sie wiesen die Frau an, Bargeld und Wertsachen bereitzulegen und diese vor ihrer Haustür zu deponieren. "In der Tat begab sich die Frau zu ihrer Bank und holte dort Bargeld und andere Wertobjekte im fünfstelligen Wert ab, um es den Betrügern zu übergeben", berichtet die Polizei.

Immer wieder versuchen Betrüger ihr Glück

Tirschenreuth

Durch einen Hinweis gelang es aber den Kriminalbeamten unter Beteiligung von Spezialeinsatzkräften, den falschen Polizisten in den Nachmittagsstunden bei der Geldabholung festzunehmen, nachdem er bei der Wohnadresse der Frau vorgefahren war. Bei dem Abholer handelt es sich um einen 39-jährigen Mann mit Wohnsitz in Unterfranken.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Weiden erging Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der strafrechtliche Vorwurf lautet auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug sowie auf Amtsanmaßung. Zudem ist der Mann nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis.

Info:

Warnung vor Betrügern

Die Polizei warnt noch einmal und gibt Hinweise zum Phänomen „Falsche Polizeibeamte“:

  • Setzen Sie bitte Familienangehörige und Nachbarn über diese Masche in Kenntnis.
  • Reden Sie offen in der Familie, insbesondere mit älteren, möglicherweise alleinstehenden Angehörigen, über dieses Phänomen.
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe.
  • Übergeben Sie nie Geld an Unbekannte.
  • Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld oder Wertgegenstände.
  • Deponieren Sie keine größeren Bargeldbestände zu Hause.
  • Finden Sie eine Vertrauensperson, mit der Sie jederzeit über Geld sprechen können.
  • Reden Sie vor Geldtransaktionen mit Ihrer Vertrauensperson.
  • Legen Sie bei derartigen Anrufen sofort auf. Verständigen Sie dann den Notruf 110 oder Ihre örtliche Polizei. Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern die Ihnen bekannte.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Lieber einmal zu oft den Notruf genutzt, als Opfer der Betrüger zu werden.

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