08.11.2020 - 11:35 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Bei der Kultur in Tirschenreuth auf Hoffnungs-Kurs

Das kulturelle Leben liegt auch in Tirschenreuth brach. Dennoch will die Stadt die Hoffnung auf Besserung nicht aufgeben. Als nächste Veranstaltung hält man am 8. Januar am Neujahrskonzert fest.

Die Donau Philharmonie Wien mit Solistin Katica Illényi will am Freitag, 8. Januar, im Kettelerhaus Tirschenreuth unterhalten.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Die Stadt hat in diesem Jahr schon sehr schmerzhafte Einschnitte bei der Kultur hinnehmen müssen: beispielsweise durch die Absage der Passion. Noch dazu wäre die heuer als "Euro-Passion" geplant gewesen und hätte in neuer Form die Besucher beeindrucken sollen. Bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus, Museumsangelegenheiten und Städtepartnerschaften im Blauen Zimmer des Kettelerhauses bedauerte nicht nur Bürgermeister Franz Stahl diesen Schritt. Doch hätte die Corona-Situation im Frühjahr eben keine andere Wahl gelassen.

Proben hätten starten müssen

Und auch bei der Passion im kommenden Jahr hat die Stadt schon einen Rückzieher machen müssen. Franz Stahl erinnerte bei der Sitzung an intensive Gespräche mit den Beteiligten, die ebenfalls diesen Schritt mitgetragen haben. "Wir hätten jetzt schon mit den Proben und Vorbereitungen sowie dem Vorverkauf beginnen müssen", begründete der Bürgermeister die frühe Absage. Und unter Einschränkungen hätte die "neue Tirschenreuth Passion" auch die entsprechende Gefühlslage wohl nicht vermitteln können. Der Charakter wäre verloren gegangen. Jetzt werde das Frühjahr 2022 angepeilt.

Die Absage sei auch mit Blick auf die Zahl der Mitwirkenden getroffen worden, immerhin gehören rund 150 Personen zum Team. "Was wäre gewesen, wenn sich da einer plötzlich infiziert hätte", gab Stahl zu Bedenken. Zudem hätten auch Regisseur Johannes Reitmeier und sein Co-Regisseur Stefan Tilch die Entscheidung mitgetragen. "Es pressiert uns nicht", gab Stahl als weiteren Grund mit an. Nach den aktuellen Planungen soll die "Tirschenreuther Passion" im übernächsten Jahr über die Bühne gehen, dann wieder 2025. Danach werde man wieder den Fünf-Jahres-Rhythmus einhalten, so Stahl.

Erneut warten auf Euro-Passion

Auf die Frage von Harald Siegert, ob es wieder eine Euro-Passion geben würde, konnte Vinzenz Rahn keine Antwort geben. Immerhin hatte es schon rund elf Jahre gedauert, bis Tirschenreuth berücksichtigt worden war. "Wir haben uns wieder beworben", teilte Rahn mit, wusste aber dass für 2022 schon eine andere Passion den Zuschlag habe.

Den "Rotstift" komplett ansetzten will Franz Stahl beim Kulturprogramm der Stadt noch nicht. Unter den gebotenen Auflagen konnten die beiden ersten Veranstaltungen im September und Oktober durchgeführt werden. "Es tut gut, mal wieder Kultur zu erleben", erinnerte sich der Bürgermeister auch an den eigenen Besuch der Oktober-Veranstaltung. Deshalb werde die Stadt vorerst das Kulturprogramm nicht absagen. Als nächstes steht das Neujahrskonzert mit der Donau Philharmonie Wien am 8. Januar im Kettelerhaus an. "Die Musiker sind bestellt", betonte Stahl, der an dem kulturellen Angebot festhalten möchte - natürlich nur, wenn es die Vorgaben erlauben. Weitere Termine sind die Fahrt zur Operette "Die Fledermaus" am 27. Februar nach Hof, das Frühlingskonzert mit der Smetana Philharmonie Prag am 23. April im Kettelerhaus sowie das Muttertagskonzert mit der Musikschule des Landkreises am 7. Mai, ebenfalls im Kettelerhaus.

Eine Korrektur hat die Stadt allerdings bei der nächsten Ausstellung im Museumsquartier vornehmen müssen. Stefanie Süß, die Leiterin der Tourist-Information und des MQ, teilte mit, dass eigentlich die Ausstellung des Kunstvereins aktuell laufen sollte. Doch sei diese Präsentation eben nicht möglich, nachdem das Museum in den nächsten Wochen geschlossen bleiben müsse. Der Kunstverein hätte deshalb die Ausstellung kurzfristig verschoben, die Vernissage sei nun am 4. Dezember geplant.

Einen Ausblick konnten Stahl und Süß auch auf die geplanten Ausstellungen im nächsten Jahr geben. Auftakt wäre im März die Bilderausstellung mit Werken von Heinz Hinrichsmeyer, danach folgen im Mai die Partnerausstellung mit Lauf, im Juni die Ausstellung "Maurus Fuchs", im September die Aktion zur Deutsch-Französischen Freundschaft und im Oktober dann wieder die Jahresausstellung des Kunstvereins.

Gegenseitige Besuche

Stahl merkte an, dass Tirschenreuth bereits seit zehn Jahren eine offizielle Partnerschaft mit Lauf pflege. Die Partnerschaft mit La Ville du Bois könne 2021 bereits auf eine 20-jährige Dauer blicken, ergänzte Peter Gold. Neben der Ausstellung würden zum Jubiläum natürlich auch gegenseitige Besuche auf dem Programm stehen, wusste Gold. So soll vom 17. bis 19. September (während der Zeit findet auch die Ausstellung im MQ statt) eine Delegation aus Frankreich kommen.

Der Gegenbesuch der Tirschenreuther ist vom 8. bis 10. Oktober geplant. Und da würden sich die Franzosen wieder ein Oktoberfest wünschen, erläuterte Gold die Planungen. Und an denen will auch der Bürgermeister festhalten. "Wir geben die Hoffnung nicht auf", gab sich Stahl zuversichtlich.

Bericht über die Absage der „Neuen Passion Tirschenreuth“

Tirschenreuth
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