27.07.2021 - 17:42 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kreisbrandrat: Im Landkreis Tirschenreuth noch ausreichend viele Sirenen

Aktuell gibt es 140 Warnanlagen in den Städten und Gemeinden des Landkreises Tirschenreuth. Diese sind auch nötig, denn die Regierung plant wieder akustische Warnung bei Gefahrensituationen.

Eine Sirene auf dem Dach eines Rathauses. Aktuell gibt es 140 Warnanlagen in den Städten und Gemeinden des Landkreises Tirschenreuth.
von Armin Eger Kontakt Profil

Angesichts der schweren Unwetter und der hohen Zahl von Toten beim Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist im Gespräch, die Bevölkerung bei Gefahr wieder akustisch mit Sirenen zu warnen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte angekündigt, in Bayern die Zahl der Sirenen auf etwa 26 000 zu verdoppeln. Wie viele Sirenen gibt es überhaupt noch im Landkreis Tirschenreuth?

"Ausreichend", sagt Kreisbrandrat Andreas Wührl. "Wir brauchen die Sirenen noch auf den Dörfern, weil oft keine digitale Alarmierung möglich ist." Von einem Abbau der Anlagen in den vergangenen Jahren sei ihm nichts bekannt. Wenn Sirenen auf Privathäusern moniert waren und die Besitzer das nicht mehr wollten, seien Betonmasten aufgestellt worden. Nach und nach würden zudem alle Sirenen digital umgestellt.

Aufklärungsarbeit nötig

Ob im Katastrophenfall eine Alarmierung sinnvoll sei, könne er nicht sagen, so der Kreisbrandrat. Viele Leute würden gar nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Aufklärungsarbeit sei hier nötig. Eine Alternative sei die Warnung über mobile Lautsprecher auf den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr, wie bereits zu Beginn der Pandemie in Mitterteich geschehen.

Die Zahl von 12 000 bis 14 000 Sirenen, wie sie das Innenministerium angibt, beruht auf Schätzungen. Eine Abfrage des Landratsamt Tirschenreuth bei den Städten und Gemeinden hat ergeben, dass es noch 140 Sirenen gibt, teilt die Pressestelle mit.

Effizientes Sirenennetz

Bis Anfang der Neunzigerjahre hatte es deutschlandweit ein flächendeckendes, effizientes Sirenennetz gegeben. Viele Bürger kannten die Warntöne. Es gab regelmäßige Probealarme. Auch Kreisbrandrat Wührl kann sich noch daran erinnern. Nach Ende des Kalten Krieges gab der Bund das Sirenennetz auf, bot es den Kommunen zur Übernahme an, inklusive Kosten. Aus diesem Grund, aber auch wegen der scheinbar entfallenen Gefahr, machten Städte und Gemeinden zurückhaltend davon Gebrauch.

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