08.03.2020 - 11:18 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kleine Weltreise mit der Gewerkschaft

Gewerkschafter Petr Arnican hat einen Wunsch: „Wir als Gewerkschaften müssen wieder mehr agieren, als nur reagieren.“ Warum das so ist, erläuterte er im Gasthof „Zur Alm“ bei einer Veranstaltung von Verdi Stiftland.

Petr Arnican ging auf die aktuelle politische Situation in Deutschland, Europa und der Welt ein. Dabei wünschte er sich, dass die Gewerkschaften wieder mehr agieren, als nur reagieren.
von Josef RosnerProfil

DGB-Kreisvorsitzender Klaus Schuster bat die Mitglieder um weiteres Engagement in gewerkschaftlichen Fragen. Manfred Haberzeth nannte es bei der Aschermittwochskundgebung wichtig, dass sich die Gewerkschaften in der Kommunalpolitik einmischen. Bezüglich der Kliniken AG monierte er erneut, dass es nicht sein kann, dass unterste Einkommensschichten den größten Anteil am Defizit zu tragen haben. Weiter beklagte Haberzeth viel betriebsratsfreien Raum in großen Unternehmen. Denn eines sei klar: Geringe Löhne bedeuten auch niedrige Renten.

Petr Arnican, Abteilungsleiter grenzüberschreitende Beziehungen des DGB Bayern, nahm seine Zuhörer mit auf eine kleine Weltreise. Erstes Thema war der Wahlkampf in den USA. Arnican prophezeite, dass die Wahlen große Auswirkungen auf Europa haben werden. "Für mich missbraucht Donald Trump seine Macht für seine Ziel." Arnican war sich sicher, dass die USA nicht mehr der verlässliche Partner von einst ist. Weiteres Thema war der Brexit, hier seien noch viele Fragen offen. Boris Johnson wolle in Großbritannien die Presse an die kurze Leine legen, ähnlich wie die AfD in Deutschland, sagte Arnican.

Kritik übte der Sprecher an Deutschland, weil hier Bestrebungen im Gange seien, die Arbeitszeiten zu verlängern. Dies nannte er nicht zielführend. Freuen könne er sich dagegen wegen der Einführung der Grundrente. Arnican wusste, dass heute 100 Erwerbstätigen 31 Rentner gegenüberstehen, in 20 Jahren stehen den Erwerbstätigen dann schon 49 Rentner gegenüber. Bezüglich der Klimapolitik forderte er, dass Europa Vorreiter sein muss. Bis 2050 soll Europa klimaneutral sein, so sein Wunsch. Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass das Klima keine Grenzen kennt. Auch die USA und China müssen da mitmachen.

Arnican forderte abschließend solidarisches Handeln der Arbeitnehmer und der Gewerkschaften: "Das ist kein Luxus, sondern für uns alle existenziell." Verdi-Vorsitzender Fritz Rüth und seine Stellvertreterin Gabi Grümmer dankten dem Referenten mit einem flüssigen Gruß.

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