08.09.2021 - 14:56 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

IG Stoapfalz als Ansprechpartner bei allen Mountainbike-Themen

Vor Jahren noch eher selten, jetzt fast an der Tagesordnung: Konflikte zwischen Mountainbikern und Wanderern. Hier zu vermitteln und Ansprechpartner sein, will die IG Stoapfalz. Aber es gibt auch noch andere Aufgaben und Ziele.

Um Konflikte zwischen Mountainbikern und Wanderern zu vermeiden, wurde vom Steinwaldhaus bis zum Pfaben ein neuer Trail angelegt.
von Armin Eger Kontakt Profil

Der Tirschenreuther Franz Kühn ist leidenschaftlicher Mountainbiker, schon seit Jahrzehnten. Der 52-Jährige kennt in seiner Heimat viele interessante Strecken und auch Trails. Als er hörte, dass der Weg im Steinwald vom Waldhaus zum Pfaben für Mountainbiker gesperrt werden soll, wollte er das so nicht akzeptieren. "Ich habe das nicht eingesehen", sagt der 52-Jährige. 200 Facebook-Nutzer gaben ihre Kommentare dazu ab und sahen das ähnlich wie der Tirschenreuther.

Auf Whatsapp hätten sich ein paar Mitstreiter gefunden, erzählt Kühn. Schnell war klar, dass es sinnvoll wäre, wenn es einen Ansprechpartner und Vermittler gäbe. Nach einigen virtuellen Treffen waren sich die Leute aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie der Stadt Weiden, alles engagierte Mountainbiker, einig, die Interessensgemeinschaft (IG) Stoapfalz zu gründen. Das ist eine Untergruppe der Deutschen Initiative Mountainbike e.V. (DIMB). Kühn kannte den Verein, da er dort schon seit 2003 Mitglied ist. Mitte Juni hat sich die IG Stoapfalz gegründet und online als kommissarischen Sprecher Franz Kühn und als Stellvertreter David Goller gewählt.

Erst Aufgabe schon gemeistert

Ehrenamtlich wollen die IG-Mitglieder als Ansprechpartner für alle Fragen zum Mountainbiking zur Verfügung stehen und dabei auch auf die 30-jährige Erfahrung des Hauptverbandes zugreifen können. "Verwaltungen, Behörden, Veranstalter, Medien oder andere Vereine und Verbände haben so vor Ort künftig einen Ansprechpartner", freut sich Kühn.

Erste Aufgabe der IG Stoapfalz war es, eine Lösung für den für Mountainbiker gesperrten Trail im Steinwald vom Waldhaus zum Pfaben zu finden. "Es ist erstaunlich gut gelaufen", blickt Kühn zurück. Revierförster Carsten Klöble, Erbendorfs Bürgermeister Johannes Reger und die IG Stoapfalz fanden schnell eine Lösung für eine alternative Strecke. Sieben, acht Mitglieder der IG Stoapfalz packten mit an. 60 bis 70 Stunden Arbeit habe man investiert, schätzt Kühn. Seit einigen Tagen ist der 2,1 Kilometer lange Trail vom Waldhaus bis zum Eingangsportal in Pfaben, zum Teil auf bestehenden und neu angelegten Trails, über Rückegassen und Forstwege, fertig.

Einheitliche Beschilderung

Der Stoapfalz-Saubad-Trail sei eine Alternative zu dem zeitweise viel begangenen historischen Waldlehrpfad, stellt der Sprecher der IG Stoapfalz fest. An einer einheitlichen Beschilderung, die er sich wünschen würde, werde noch gearbeitet, erklärt Kühn. Und er stellt auch fest: "Der Trail soll keine Rennstrecke sein. Wir wollen alles in vernünftige Bahnen lenken." Das ist mit eine Hauptaufgabe der Interessensgemeinschaft.

"Es sind immer mehr Mountainbiker und auch Wanderer unterwegs. Das lässt sich nicht aufhalten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist deshalb enorm wichtig." Auf 25 Schildern, die die Bayerischen Staatsforsten anfertigen ließ, wird so in nächster Zeit im Steinwald dafür geworben. "Die Wege dieser Region werden von allen Erholungssuchenden gemeinsam genutzt. Deshalb appellieren wir an ein respektvolles Miteinander von beiden Seiten und bitten um Beachtung der DIMB-Trail-Rules", heißt es darauf.

Gemeinsam Natur erleben

"Es ist kein Verbotsschild", erklärt Kühn. "Das wollen wir vermeiden." Vielmehr sei das Motto: Gemeinsam Natur erleben. "Wir alle lieben die Natur. Nur mit Respekt, gegenseitigem Verständnis und im stetigen Dialog kann es gelingen, dass alle Nutzer die Natur ohne Probleme und auf Augenhöhe gemeinsam genießen können. Miteinander statt gegeneinander."

Deshalb will auch die IG den umweltverträglichen MTB-Sport (Mountainbike) in der gesamten nördlichen Oberpfalz, nicht nur im Steinwald, fördern. Die IG Stoapfalz hat ihre erste Aufgabe mit dem alternativen Trail im Steinwald gemeistert. Nun warten andere Projekte. Bei den geplanten Mountainbikevorhaben Waldsassen, in Bärnau und an der Silberhütte und beim Bikepark am Fahrenberg will sich die IG Stoapfalz mit einbringen. „Wir versuchen zu lenken. Bikeparks für junge Wilde und auch Anlagen für Tourenfahrer, alles hat seine Berechtigung.“

Weiterbildung und Ausbildung als MTB-Guide oder Fahrtechnik-Seminare werden über den DIMB angeboten, und Kühn könnte sich vorstellen, dass das einige Mitglieder nutzen werden. Auch gemeinsame MTB-Ausfahrten sind geplant. "Das ist einer der nächsten Schritte, wir arbeiten daran."

Der neue Trail im Steinwald ist offen

Erbendorf
Der Tirschenreuth Franz Kühn ist Sprecher der Interessengemeinschaft Stoapfalz. An Ideen mangelt es der IG nicht, die sich unter anderem eine einheitliche Beschilderung der Mountainbikestrecken im Steinwald wünscht.
Mit Schildern wird für gegenseitige Rücksichtnahme geworben. Die provisorischen Tafeln hängen schon, 25 große Schilder lässt der Bayerischen Staatsforst anfertigen.

„Der Trail soll keine Rennstrecke sein. Wir wollen alles in vernünftige Bahnen lenken.“

Franz Kühn, Sprecher der IG Stoapfalz

 

 

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