22.04.2021 - 16:19 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Girls' Day: Hamm in Tirschenreuth präsentiert vier Ausbildungsberufe

Planen, feilen, bohren, löten. Sechs Schülerinnen blicken beim bundesweiten Girls' Day bei der Firma Hamm in Tirschenreuth hinter die Kulissen klassischer Männerberufe.

von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Immer mehr Frauen erlernen Berufe, die bis vor ein paar Jahrzehnten noch als typische Männerberufe galten. "Warum auch nicht", sagt Jürgen Weiß. Er ist beim Walzenhersteller Hamm als Ausbilder für die Mechatroniker im Elektrobereich zuständig. Bereits seit über zehn Jahren lassen sich beim Tirschenreuther Unternehmen junge Frauen zur Industriemechanikerin, Mechatronikerin, Technischer Produktdesignerin oder zur Fachlageristin ausbilden. Beim diesjährigen Girls' Day lernten sechs Schülerinnen vier technische Berufe vor Ort genauer kennen.

Würfel aus Messing

"Uns war sehr wichtig, dass dieser Tag hier in der Firma stattfindet", erklärt Ausbildungsleiter Josef Dill. Bohren, feilen, löten und der Umgang mit den verschiedenen Werkstoffen, das lässt sich seiner Meinung nach nur schwer digital vermitteln. "Hier bekommen die Mädchen einen guten Einblick in die verschiedenen Berufe", so Dill. Damit der Girls' Day mit ausreichend Abstand stattfinden kann, wurden die Mädchen in drei Zweiergruppen aufgeteilt. In der Lehrhalle fertigten die Schülerinnen, zusammen mit den Auszubildenden Kathrin Hofmann und Julia Bauer, einen Spielwürfel aus Messing an. "Industriemechaniker ist auf jeden Fall ein Beruf für Frauen", sagt Kathrin Hofmann, die sich bereits im zweiten Lehrjahr befindet. "Wichtig ist, dass man Interesse und Freude am Arbeiten in einer Werkstatt hat." An einer Ständerbohrmaschine zeigt sie Lena Schaller, wie sie die Augen in den Spielwürfel bohren kann. "Ich wollte den Beruf und die damit verbundenen Tätigkeit kennenlernen", erklärt Schaller, die in der Landwirtschaft aufgewachsen ist. "Ich will sehen, ob ein handwerklicher Beruf etwas für mich ist", sagt sie.

Abwanderung verhindern

"Der Tag eignet sich perfekt, um Vorurteile abzubauen", sagt Josef Dill. "Ölverschmiert und kohlschwarz wird man bei uns schon lange nicht mehr – es ist viel Köpfchen gefragt." Schon seit zehn Jahren setzen wir auf die Ausbildung von Frauen", die, so Dill, "den Beruf genauso gut ausüben können". Wichtig ist dem Ausbildungsleiter, dass viele Azubis später im Betrieb und damit in der Region bleiben. "Wer handwerklich interessiert ist und gerne bastelt, ist eingeladen, unseren Betrieb bei einem Ausbildungstag kennenzulernen", informiert Dill. Pro Jahr werden bei Hamm rund 10.000 Walzen hergestellt, die zu 95 Prozent ins Ausland exportiert werden.

Zeichnen am Computer

Wie im echten Berufsalltag greifen auch die vorgestellten Berufe beim Girls' Day ineinander. Im Hauptgebäude wartet Holger Wolfrum auf die nächste Gruppe. Er ist als Ausbilder für die Technischen Produktdesigner zuständig. Unter Wolfrums Anleitung planen und erstellen Verena Müller und Ronja Göhl mit Hilfe eines CAD-Programms eine 3-D-Zeichnung des Spielwürfels. Von den 1000 Mitarbeitern sind 50 Auszubildende. Im Ausbildungsraum der Mechatroniker soll ein LED-Lauflicht entstehen. Dafür löten die Mädchen verschiedene Widerstände auf eine grüne Platine. Die vierte Station befindet sich im Kleinteilelager. Mitarbeiter Andreas Koch erklärt Laura Muth, welche Aufgaben Fachlageristen und Logistiker übernehmen. "Hier laufen die Bestellungen aus der Produktion ein und werden kommissioniert." Zudem müssen Lagerbestände überprüft und es muss gegebenenfalls nachbestellt werden.

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