08.07.2020 - 11:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Gebete für Kranke und Pflegepersonal

In Corona-Zeiten verläuft die Wallfahrt der Tirschenreuther Pfarrgemeinde etwas anderes. Gerade die Hygienevorschriften müssen die 70 Pilgern auf ihrem Weg zum Fahrenberg im Auge haben.

Quer durch den Oberpfälzer Wald zogen die knapp 100 Fußpilger, hier bei der Papiermühle bei Neuenhammer, bei bestem Pilgerwetter von Tirschenreuth zum Wallfahrtsort Fahrenberg.
von Externer BeitragProfil

Mit einer Sondergenehmigung des Landratsamtes und unter Beachtung der Hygienevorschriften machten sich die Fußpilger am Sonntag unter lautem Glockengeläut um 5 Uhr auf den Weg zur Muttergottes auf den Fahrenberg. Geistlicher Leiter und Anführer der Wallfahrt war Kaplan Daniel Fenk, der zum ersten Mal und mit neuen Schuhen den Pilgerzug anführte. Gut vorbereitet und mit großem Schwung und Elan motivierte er die knapp 70 Pilger die gut 30 Kilometer frohen Mutes anzugehen.

Fürsprache bei Gott

Mit dem Leitwort "Unter Deinen Schutz und Schirm" wurde auch die derzeitige Coronakrise mit aufgegriffen. So wurde insbesondere für die Personen gebetet, die direkt von dieser Krise betroffen sind, wie die Kranken, Sterbenden, Ärzte, Pflegepersonal und Priester. Aber auch für alle anderen Betroffenen und Verantwortlichen wurde Fürsprache bei Gott gehalten, damit sie Trost, Kraft und Hilfe erfahren dürfen.

Erstmals wurde auch eine E-Bike-Wallfahrt angeboten

Tirschenreuth

Die Vorbeter um Kaplan Fenk, wie Wolfgang Fiedler und Reinhard Legat, beteten sich bei zunehmenden Temperaturen fast die Stimme heiser. Aufgrund der Coronakrise wurden weniger, und wenn, nur kurze Lieder gesungen. Dafür standen die Anliegen der Pilger im Vordergrund. Zum dritten Mal trug Reinhard Legat einen schwer bepackten Pilgerrucksack mit über 150 Anliegen von Tirschenreuth bis auf den Fahrenberg und legte diese der Muttergottes zu Füßen.

Ideales Pilgerwetter

Bei idealem Pilgerwetter ging es über Honnersreuth und Hohenthan mit jeweiligem Glockengeläut zur ersten großen Raststation Altglashütte. Dort schlossen sich etwa 20 Wallfahrer dem Zug an. Nach dem kurzen Anstieg über das Freibad Altglashütte verschwand der Zug in den Oberpfälzer Wäldern, querte auf der Planer Höhe die Staatsstraße bei Waldkirch und tauchte kurz vor Neuenhammer wieder auf den öffentlichen Straßen auf.

"Doping" mit Keksen

Große Nachfrage herrschte an der Teestation bei Mangelsdorf nach Keksen. Mit diesem legalen Doping zogen die Pilger zur Mittagszeit bei angenehmem Westwind die letzten Anhöhen gut gelaunt hoch. Traditionell, aber nur mit einer leisen gesungenen Strophe von "Großer Gott wir loben dich" endete der Pilgerzug an der Fahrenbergkirche.

Dort wartete bereits die E-Bike-Wallfahrergruppe um Bernd Stahl, die um halb zehn in Tirschenreuth gestartet war und kurz vorher den Wallfahrtsort erreicht hatte.

Begrüßung durch Heimatpfarrer

Für den Heimatpfarrer Norbert Götz war es wieder selbstverständlich die Rad- und Fußwallfahrer auf dem "Heiligen Berg" der Oberpfalz persönlich begrüßen zu dürfen. Im Sonntaggottesdienst griff Kaplan Daniel Fenk das Wallfahrtsmotto "Unter deinem Schutz und Schirm" nochmals auf und beleuchtete die Historie und die Intension dieses Gebetes. Und seinen Dank richtete er wieder an alle unermüdlichen Helfer und Begleiter der 44. Wallfahrt.

Viele Gottesdienstbesucher

Nicht alle Pilger fanden aufgrund der Abstandsregel Platz in der Kirche. Doch mit Hilfe eines Außenlautsprecher und Bierzeltbänken konnten die knapp 100 Personen auf dem Vorplatz die Messe würdig mitfeiern. Viele Gottesdienstbesucher waren aufgrund der Berichterstattung im Neuen Tag aus ganz unterschiedlichen Gemeinden und des Vorteils einer "Nichtanmeldung" zum Sonntagsgottesdienst gekommen.

Als Dank für die Teilnahme an der Wallfahrt erhielten alle Pilger das Gebetsheftchen "3 x Ave Maria" mit der marianischen Woche des Hl. Alphons Maria von Liguori, das große Verkaufszahlen genießt und ein Bild im Postkartenformat von der Muttergottes vom Fahrenberg, verbunden mit der Einladung für die nächstjährige Wallfahrt am Sonntag, 4. Juli 2021.

Freude im Herzen

Nach dem Mittagessen im Berggasthof und einer kurzen Andacht konnten die Pilger teils erschöpft und mit Blasen an den Füßen, aber mit Freude im Herzen und mit einem Lächeln im Gesicht mit dem Bus wieder nach Tirschenreuth zurückfahren. Dies wäre bis vor drei Monaten nicht möglich gewesen. Aufgrund der Lockerungen und einem einfachen Hygienekonzept konnte die Fa. Eska zum ersten Mal nach drei Monaten wieder eine Busreise für Gruppen durchführen.

Der Wallfahrerzug kurz nach Neuenhammer auf dem Weg nach Mangelsdorf.

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