21.07.2020 - 16:47 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Garten-Geschichten aus der Hängematte

Es gibt viele ungewöhnliche Gedenktage. Einer davon ist der „Tag der Hängematte“, der am 22. Juli gefeiert wird. Damit sollen jetzt die Gärten in der Oberpfalz mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Harald Schlöger lädt in den nächsten Wochen Gäste dazu ein, in der Hängematte Platz zu nehmen und Auskunft über ihren Garten zu geben.
von Christa VoglProfil

Die Bayerische Gartenakademie hat den Tag der Hängematte als Aufhänger gewählt, um zu zeigen, dass Gärten wie geschaffen dafür sind, die Natur zu genießen, innezuhalten und zur Ruhe zu kommen. Dabei ist die Hängematte auch ein Symbol für Entspannung, den Sommer und Urlaub im Grünen: Und zwar nicht nur im eigenen privaten Garten, sondern auch in den kleinen, verstreuten öffentlichen Gärten und Parks, die überall zu finden sind. Sie sollen durch den Tag der Hängematte in den Mittelpunkt gerückt werden.

Grüne Hängematte

Kreisgartenfachberater Harald Schlöger greift mit unserer Zeitung diese Idee im Landkreis Tirschenreuth auf. In den nächsten Wochen nehmen bei der gemeinsamen Aktion prominente und weniger prominente Leute in der Hängematte Platz und erzählen von sich und "ihren" Gärten.

Harald Schlöger macht selbst den Anfang und spannt seine grüne Hängematte zwischen zwei Bäumen im Vereinsgarten des Obst-und Gartenbauvereins (OGV) in Kemnath auf, genauer gesagt zwischen einem knorrigen Apfelbaum und einem Mausschwanzbirnbaum. Er legt sich hinein und prüft, ob alles gut fixiert ist. Ja, alles in bester Ordnung.

Harald Schlöger erklärt den Hintergedanken der Aktion: "Wir in der Oberpfalz haben nicht die großen Schlossgärten wie in Herrenchiemsee und Linderhof, Nymphenburg in München, auf der Kaiserburg in Nürnberg oder den Würzburger Fürstengarten auf der Festung Marienberg, die von der Schlösser- und Seenverwaltung ,tippi-toppi' mit Steuergeldern gepflegt sind. Aber dafür haben wir eine Gartenkultur mit Kleinoden, die sehr sehenswert sind und die durch viel privates Engagement getragen werden." Wenn es allerdings darum gehe, diese Kleinode mit Beispielen zu belegen, dann hake es leider allzu oft. Um dieser Ungleichheit entgegenzuwirken, habe sich die Bayerische Gartenakademie in Veitshöchheim dazu entschlossen, den Gartentourismus in Bayern weiter zu entwickeln. "Denn nicht nur die großen Schlossgärten sind sehenswert, auch die blühenden Paradiese in den kleineren Gärten, Parks und Anlagen sind ein wichtiges Kulturgut, das interessant ist und derzeit noch ein Mauerblümchendasein führt", sagt Schlöger.

Internationaler Tag

Genau an diesem Punkt komme der Internationale Tag der Hängematte - in den USA als National Hammock Day bekannt - ins Spiel. "Um den Gartentourismus voranzubringen", so erzählt er, "ist es allerdings nicht getan mit einer Hängematte, die abgeschieden im Grünen hängt." Dazu brauche es vielmehr Menschen, die in der grünen Hängematte Platz nähmen und bereit seien, ihre ganz persönlichen Gartengeschichten zu erzählen. Schlöger sieht in ihnen eine Art Gartenbotschafter.

Äbtissin macht den Anfang

Bei diesen Hängemattengesprächen solle es in erster Linie um den jeweiligen Garten gehen. Aber es werde natürlich auch ganz allgemein über Gott und die Welt geplaudert. Apropos Gott und die Welt: Den Anfang wird in den nächsten Tagen Äbtissin M. Laetitia Fech von der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen machen. Sie erzählt, was ein Garten für sie bedeutet, welche ihre Lieblingsecken sind, welche Pflanzen sie besonders mag, was sie im Garten gerne tut. Ein weiterer prominenter Teilnehmer, der für uns in der Hängematte Platz nimmt, ist der erfolgreiche Wintersportler Eric Frenzel aus Flossenbürg, der ebenfalls seine ganz persönliche Gartengeschichte erzählen wird.

Hier erfahren Sie mehr über naturnahe Gärten

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Landratsamt sucht Fotos mit der Hängematte

Anlässlich der Aktion hat Harald Schlöger Hängematten im Reslgarten Konnersreuth, im Naturerlebnisgarten Waldsassen, im Kreislehrgarten Mitterteich sowie in den Vereinsgärten des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Kemnath, Tirschenreuth und Plößberg aufgehängt.

Dort kann jeder zum Gartenbotschafter werden, indem er Bilder von sich und seinen Begleitern in der Hängematte macht und mit einer Bildbeschreibung an die Kreisgartenfachberatung mailt (harald.schloeger[at]tirschenreuth[dot]de). "Wir wollen wissen, was der Garten für die Leute bedeutet", erklärt Schlöger.

Diese Bilder werden mit dem Text auf der Internet-Plattform des Landkreises unter www.kreis-tir.de/fachbereiche/gartenkultur/ veröffentlicht. Die Einreichung gilt gleichzeitig als Einverständniserklärung zur Veröffentlichung. Die drei interessantesten Beiträge werden mit einer Hängematte belohnt.

Die Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald steuert außerdem das gerade erschienene Buch "111 Orte im Oberpfälzer Wald, die man gesehen haben muss" für die Sieger bei.

Äbtissin M. Laetitia Fech und Eric Frenzel sind die ersten Gäste, die in der grünen Hängematte Platz nehmen dürfen.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.