23.08.2020 - 13:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Unter dem Dach ein Familienzentrum in Tirschenreuth

Die Realisierung der Tagesbetreuung und des Familienzentrums in Tirschenreuth sind ein gutes Stück weitergekommen. Ein erstes Konzept lässt schon kaum mehr Wünsche offen.

Das ehemalige Braunschläger-Haus (Mitte) in der Dammstraße gehört der Stadt und soll abgerissen werden. Der Neubau soll neben der BRK-Tagesbetreuung auch Platz für ein integriertes Familienzentrum bieten. Dazu müsste ein zweites Obergeschoss aufgebaut werden, dass dann auch eine bessere Verbindung zwischen den Gebäuden bringen würde. Der Container vor dem Haus gehört zur Baustelle nebenan. Als nächster Schritt muss nun das Konzept verfeinert werden.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Bei den Veränderungen in der Stadt wird jetzt auch in der Dammstraße etwas passieren. Die Idee der Tagesbetreuung nimmt Gestalt an und hat "Zuwachs" bekommen. Bei einem Neubau an der Stelle des Braunschläger-Hauses könnte ein weiteres Stockwerk aufgesetzt werden. Das würde den Bau nicht nur von der Höhe harmonisch als Verbindung der Nachbarhäuser gestalten, sondern auch noch zusätzlichen Platz für das Familienzentrum schaffen. Bei der Stadtratssitzung legte Architekt Peter Brückner ein wohldurchdachtes Konzept vor, das allen im Gremium gefallen wollte.

Bürgermeister Franz Stahl erinnerte, dass in einer Erhebung der Bedarf für eine Tagespflege mit 15 Plätzen sowie die Wirtschaftlichkeit einer solchen Einrichtung festgestellt worden seien. Als Träger sei das Rote Kreuz gewonnen worden. In einer zurückliegenden Sitzung sei auch der Beschluss für ein Nutzungskonzept gefasst worden.

Jung und Alt unter einem Dach

Weiter erinnerte Stahl an eine Initiative von "Leben plus", in der Kreisstadt ein Familienzentrum zu schaffen. Aufgrund der Corona-Pandemie hätten jedoch keine weiteren Treffen stattfinden können. Jetzt hätte sich in dem Neubau an der Dammstraße eine Möglichkeit aufgetan. Architekt Brückner hätte die Vorstellung dann ins Konzept aufgenommen. Besonders freute Stahl an dieser neuen Kombination, dass hier Alt und Jung zusammenkommen würden, zwar nicht direkt, aber unter einem Dach. Und alle Beteiligten hätten diese Idee sehr positiv bewertet, berichtete der Bürgermeister. Die Einrichtung nannte Stahl gar "zukunftsweisend", nicht nur für Tirschenreuth.

Garten und Terrasse

Peter Brückner stellte dem Gremium dann ein detailliertes Nutzungskonzept für den Neubau an der Dammstraße vor. Aufgrund der schlechten Bausubstanz sei eine Sanierung des Anwesens nicht zu empfehlen. In dem Konzept findet im Untergeschoss ein rückwärtiger Zugang statt. Durch das tiefer liegende Gelände können Besucher hier ebenerdig das Gebäude erreichen. In dieser ersten Ebene finden sich außen ein Garten und Stellplätze, innen etwa ein Gartenzimmer sowie Räume fürs Personal. Durch alle Ebenen zieht sich ein geräumiger Aufzug, der auch Liegendtransporte ermöglicht, ebenso finden sich auf allen Etagen Toiletten.

In Erdgeschoss ist auch ein Zugang von der Dammstraße her vorgesehen. Auf dieser Ebene zeigt das Konzept für die Tagespflege unter anderem die Küche, den Wohn- und Essbereich sowie eine Terrasse mit Blick zum Fischhofpark. Das erste Obergeschoss steht ebenfalls für die Tagespflege zur Verfügung. Unter anderem sieht es mehrere Ruheräume vor, die aber auch für eine Therapie genutzt werden könnten. Alle Stockwerke sind auch über eine Treppenanlage zu erreichen.

Neu käme das zweite Obergeschoss dazu, das etwa einen Kursraum sowie einen Multifunktionsraum, Platz für eine Spielecke oder ein Cafe ausweist. Bei dem zusätzlichen Stockwerk sieht das Konzept eine Raumhöhe bis unter das Dach vor sowie ein Oberlicht. In dem Konzept findet sich in hinteren Gebäudebereich zudem eine Nottreppe. Für die Tagesbetreuung würden im Untergeschoss rund 150 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Dabei sollte sich diese Ebene nicht ganz bis zur Straße erstrecken, damit auch der Bau einfacher durchgeführt werden könnte. Das Erdgeschoss brächte es mit Terrasse auf rund 200 Quadratmeter, erstes und zweites Obergeschoss kämen auf rund 140 Quadratmeter. "Das ist ein sehr fundiertes Konzept", beurteilte Stahl die Überlegungen. Der Bürgermeister wusste auch, dass alle künftigen Nutzer schon signalisiert hätten, das es ihren Vorstellungen entsprechen würde. Beim Familienzentrum würden auch die Kindergärten mit eingebunden. Geplant sei es, dass die Stadt den Bau ausführen lässt und dann an die Organisationen vermietet.

Die Daseinsvorsorge im Sozialstaat würde auch soziale Dienstleistungen beinhalten, verwies CSU-Fraktionssprecher Huberth Rosner auf eine Aufgabe der Kommune. "Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei!" Besonders gefiel auch Rosner, dass Jung und Alt in einem Gebäude untergebracht seien. "Alle Generationen in einem Haus ist etwas sehr Gutes, das die Gesellschaft zusammenbringt", unterstrich Rosner. Manfred Zandt als Sprecher der Freien Wähler freute sich, für das schon lange leerstehende Gebäude eine gute Verwendung gefunden zu haben. Fragte aber, ob die Flächen für das Familienzentrum reichen. "Wir betreten hier Neuland", betonte Stahl und erläuterte, dass erst im nächsten Schritt konkrete Daten eingearbeitet würden. Dazu gehören auch Finanzierung und Förderung. Gunar Prauschke (SPD) begrüßte, dass ein wichtiges Pilotprojekt endlich Fahrt aufnehme.

Weiterer Bericht über die Stadtratssitzung

Tirschenreuth

Stahl: Es gibt Bedürfnisse

Paulus Mehler (CSU) befürwortete die Erhöhung des Gebäudes, konnte aber mit der konkreten Funktion des Familienzentrums noch wenig anfangen, zumal auch Einrichtungen, wie etwa die "Rappelkiste", bereits vorhanden seien. "Es gibt Bedürfnisse", erläuterte Stahl und dass eben der Wunsch an die Stadt herangetragen worden sei. Die vorhandenen Einrichtungen seien Betreuungsangebote. Ein Familienzentrum biete andere Dinge, wie Babygymnastik, Vorträge oder eben Treffen von Eltern nannte Stahl als Aufgaben, eine genaues Konzept sei aber halt noch in Vorbereitung. "Es geht um die Familien- und Erwachsenenbildung", nannte auch Peter Gold (CSU) auf den Bildungsauftrag an die Kommunen.

"Der Ideenkoffer ist groß", verwies Rosner auf die Einrichtung in Kemnath. Und dank der "Kreativitätsmaschine Tirschenreuth" hatte der CSU-Rat keine Bedenken zur Nutzung. Jürgen Steinhauser (Freie Wähler) wusste als junger Vater selbst um die Wichtigkeit von Treffen der Eltern. "Oft ist ein einfaches Gespräch schon hilfreich", verwies Steinhauser etwa auf Kontakte für die neu in Tirschenreuth zugezogen. In seinem Beschluss befürwortete der Stadtrat einstimmig die ersten Pläne. Jetzt sollen das Konzept vertieft werden und die weiteren Schritt folgen.

Das Konzept für das Erdgeschoss der Tagespflege in der Dammstraße.
Der Neubau mit zusätzlichem Obergeschoss würde auch eine harmonische Verbindung der Nachbarhäuser darstellen.
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