23.09.2020 - 18:39 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Nach Coronafall beim TSV Bärnau und Zoigl: Gymnasiasten vom Unterricht befreit

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Nachdem ein Spieler des TSV Bärnau und ein Zoiglgast positiv auf Covid-19 getestet wurden, sind nun auch einzelne Schüler des Stiftland-Gymnasiums in Tirschenreuth vom Unterricht befreit. Jedoch nicht auf Anordnung des Gesundheitsamts.

Nachdem ein Spieler des TSV Bärnau und ein Zoiglgast positiv auf Covid-19 getestet wurden, sind auch Schüler der elften und zwölften Jahrgangsstufe des Stiftland-Gymnasiums in Tirschenreuth vom Unterricht freigestellt.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Ein positiver Coronafall kann weite Kreise ziehen: Das zeigte sich unter anderem beim TSV Bärnau. Ein Spieler hatte nach einem Test eine bestätigte Infektion. 15 weitere Mannschaftsmitglieder zählen zu seinen direkten Kontaktpersonen. Das heißt: Sie hatten mindestens 15 Minuten Kontakt und weniger Abstand als 1,5 Meter. Die Mitspieler mussten in Quarantäne und sollen sich ebenfalls testen lassen. Daraufhin musste der Verein Spielbetrieb und Training einstellen.

Beim TSV Bärnau gab es einen positiven Coronafall

Tirschenreuth

16 Schüler bleiben daheim

Auch vier Schüler des Stiftland-Gymnasiums in Tirschenreuth hatten im Verein Kontakt zu dem Infizierten. Sie haben sich am Dienstag selbst bei der Schulleitung gemeldet und sind vorsorglich vom Unterricht freigestellt worden. "Es gibt keine Anordnung vom Gesundheitsamt, dass sie in Quarantäne gehen sollen", sagt Schulleiter Albert Baur. Am Mittwoch wurden zusätzlich weitere zwölf Schüler nach Hause geschickt. Sie waren vorletztes Wochenende zu Gast in einer Zoiglstube, wo es einen Infizierten gab. Wie der Schulleiter berichtet, handelt es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme, auch hier gab es keine Anordnung durch das Gesundheitsamt. Für alle 16 Schüler gilt nun erst einmal Homeschooling. Obwohl am vergangenen Montag die Maskenpflicht im Unterricht für weiterführende Schulen weggefallen ist, gilt für die Jahrgangsstufen elf und zwölf nun wieder das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. "Die Schule befindet sich hier in ständigem Austausch mit dem Gesundheitsamt", betont Bauer. Trotzdem reagieren Eltern besorgt: Warum werden nur einzelne Schüler vom Unterricht befreit und nicht ganze Klassen?

Eine Antwort darauf hat Pressesprecher Wolfgang Fenzl vom Landratsamt Tirschenreuth. "Wird ein positiver Fall gemeldet, muss das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen ermitteln." Wer in direktem Kontakt zu einem Infizierten stand, wird durch das Gesundheitsamt in die Quarantäne geschickt und muss sich testen lassen. Allen anderen wird Testung und Quarantäne empfohlen. "Wir haben ja das Testzentrum und auch die Kapazitäten dafür", sagt Fenzl. Eine komplette Schulklasse wiederum werde nur dann komplett in Quarantäne geschickt, wenn es direkt in der Klasse einen positiven Fall gebe. Am Stiftland-Gymnasium ist das bisher nicht der Fall. Nur einzelne Schüler hatten Kontakt mit der positiv getesteten Person vom TSV Bärnau. Alle anderen Mitschüler seien "Kontakt-Kontakt-Personen"; also Personen, die sich nur in zweiter Reihe hätten anstecken können. Für diese gilt keine Quarantänepflicht. "Hier halten wir uns an die Vorgaben, die wir von der Regierung bekommen", so Fenzl. Seiner Ansicht nach wirken die durchgeführten Maßnahmen auch: "Wir haben jetzt schon vermehrt positive Fälle bei Personen entdeckt, die bereits als Kontaktpersonen ermittelt worden waren und unter Quarantäne standen."

Quarantäne bei Kindergartengruppe in Waldershof wieder aufgehoben

Bisher sind im Landkreis eine Kindergartengruppe in Waldershof und eine Schulklasse der Berufsschule in Wiesau unter Quarantäne gestellt worden. "Aus dieser Gruppe und der Klasse sind mir bislang keine weiteren positiven Fälle bekannt", erklärt Fenzl. Laut dem Pressesprecher wird eine Quarantäne immer ab dem Zeitpunkt festgelegt, an dem der letzte Kontakt bestanden hat. Daraufhin werden die Betroffenen täglich vom Gesundheitsamt angerufen und nach dem Gesundheitszustand sowie nach Symptomen befragt. Sollten nach 14 Tagen keinerlei Krankheitsmerkmale aufgetreten sein, geben die Verantwortlichen die Erlaubnis, wieder in die jeweilige Einrichtung zurückzukehren. "Sollten jedoch Symptome auftreten, muss die betroffene Person weiter zu Hause bleiben", sagt Fenzl. Wie die Leiterin des Kinderhauses Sankt Sebastian in Waldershof auf Rückfrage mitteilt, wird die Heimquarantäne für die Gruppe der Vorschulkinder - die Hummel-Gruppe - fristgerecht aufgehoben und ab Donnerstag werden die Kinder wieder im Kinderhaus betreut.

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Info:

Im Blickpunkt

Kategorisierung des Infektionsrisiko nach dem Robert-Koch-Institut

  • Kategorie 1: Das höchste Infektionsrisiko besteht für Personen mit mindestens 15 Minuten Gesichtskontakt ("face-to-face"), zum Beispiel im Rahmen eines Gesprächs. Dazu gehören Personen aus Lebensgemeinschaften im gleichen Haushalt, Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, wie etwa bei Küssen, Kontakt zu Erbrochenem, Mund-zu-Mund-Beatmung, Anhusten, Anniesen etc. sowie medizinisches Personal ohne Schutzmaßnahmen mit Kontakt zu einem Kranken im Rahmen von Pflege oder medizinischer Untersuchung.
  • Kategorie 2: Geringeres Infektionsrisiko haben Personen, die sich im gleichen Raum wie ein bestätigter Corona-fall aufgehalten haben, aber insgesamt weniger als 15 Minuten Gesichtskontakt hatten, zum Beispiel im Klassenzimmer oder am Arbeitsplatz. Diese Kategorie gilt auch für Familienmitglieder, die keinen mindestens 15-minütigen Gesichts- oder Sprachkontakt hatten sowie medizinisches Personal, das sich ohne Schutzbekleidung im gleichen Raum wie ein am Virus Erkrankter aufgehalten hat, aber eine Distanz von zwei Metern dabei nie unterschritten hat.
  • Kategorie 3: In diese Kategorie fällt vor allem medizinisches Personal, sofern es eine adäquate Schutzbekleidung getragen hat, medizinisches Personal mit Kontakt unter zwei Metern Abstand zu einem Kranken, etwa im Rahmen von Pflege oder einer medizinischen Untersuchung sowie medizinisches Personal mit Kontakt mit mehr als zwei Metern Abstand zu Corona-Patienten.

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