15.02.2021 - 11:46 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Corona kann Ehrenamtliche von "Leben Plus" Tirschenreuth nicht stoppen

Die Pandemie veränderte die Arbeit der Ehrenamtlichen des Netzwerks "Leben Plus". Die Helfer sind trotz der Einschränkungen motiviert und suchen kreative Lösungen für ihre Arbeit, berichtet Quartiersmanagerin Cornelia Stahl.

„Leben Plus“-Quartiersmanagerin Cornelia Stahl ist froh, dass ihre Ehrenamtlichen trotz der Corona-Einschränkungen motiviert sind.
von Lena Schulze Kontakt Profil

"LebenPlus"-Quartiersmanagerin Cornelia Stahl beobachtet in Pandemiezeiten eine Verlagerung der ehrenamtlichen Arbeit: Während die Senioren sonst den persönlichen Kontakt bevorzugen und Netzwerkpartner weniger gefragt waren, habe sich die Situation in der Krise umgekehrt. Im vergangenen Jahr waren die Senioren auf Lieferdienste der Netzwerkpartner angewiesen, während die ehrenamtliche Arbeit wegen des Kontaktverbots zurückgefahren werden musste.

Singen und beten am Telefon

Gespräche mit Senioren führen die Ehrenamtlichen nun per Telefon. Wo vorher persönliche Treffen zum Kaffeetrinken, Spielenachmittag oder oder eine kleine Ausfahrt mit dem Rollstuhl möglich waren, sind die Helfer nun auf das Telefon beschränkt. Aber auch hier sind die Ehrenamtlichen kreativ. "Es ist dennoch so viel möglich. Am Telefon wird auch gemeinsam mit den Senioren gebetet oder gesungen."

Die ehrenamtlichen Helfer des "Leben Plus"-Teams haben dennoch ihre Einsätze. "Zwingend notwendige Einsätze dürfen wir nach wie vor machen", erklärt Stahl. Dazu zählen etwa Fahrten für Besorgungen, zum Arzt oder die Physiotherapie. "Die Leute rufen ja nicht aus Jux und Tollerei bei mir an, sondern weil es nicht anders geht. Sie brauchen dringend Hilfe."

Dabei achten die Helfer streng auf die Hygienevorgaben. Zudem werden nach dem Transport die Sitzflächen und Türgriffe desinfiziert. Eine große Umstellung seien die Vorgaben nicht gewesen. Stahl nimmt die sich ständig ändernden Vorschriften gelassen. „Wir setzten das so um, wie es uns vorgegeben ist. Das ist für die Ehrenamtlichen jetzt selbstverständlich.“ Nur einige Helfer hätten der Quartiersmanagerin vorübergehen abgesagt. Da sie selbst oder ihr Partner zur Gruppe der Risikopatienten gehören, könnten sie keine Fahrten übernehmen. "Dafür habe ich vollstes Verständnis."

Trotz Einschränkung motiviert

Insgesamt seien die Helfer voll motiviert. "Die machen alles mit, ohne Murren und Beschwerden", ist Stahl dankbar. Besonders die Hilfebedürftigen seien verständnisvoll und sehr dankbar, dass sie trotz der schwierigen Corona-Lage Unterstützung erfahren. Stahl habe den größten Respekt vor den Ehrenamtlichen, dass sie sich für diese Dienste bereiterklären. Dies gebe ihr Hoffnung und mache Mut in diesen schwierigen Zeiten. Bemerkenswert sei auch, dass sich durch die Coronakrise sogar noch mehr Menschen engagieren. So konnte die Quartiersmanagerin kürzlich Rosemarie Reinfelder in den Reihen des "Leben Plus"-Teams willkommen heißen. Stahl kann aktuell auf 29 Ehrenamtliche zurückgreifen.

In der Koordination ihrer Ehrenamtlichen musste sie sich nicht umstellen. Einzige Veränderung im vergangenen Jahr war, dass alle Gruppenveranstaltungen abgesagt werden mussten - etwa die beliebten Stadtspaziergänge, die Handy- und Computerkurse, die gemeinsamen Frühstückstreffen, Mittagessen oder Sportangebote. Sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Senioren seien sehr traurig, dass dies derzeit nicht möglich ist. "Alle warten schon ganz sehnsüchtig darauf, wieder gemeinsam etwas zu unternehmen." Stahl erarbeitete schon Ideen und Pläne für kleine Gruppenveranstaltungen. "Sobald es wieder möglich ist, sich zu treffen, gibt es ganz neue Angebote", verspricht sie, möchte aber noch nicht zu viel verraten. Erst, wenn sicher ist, was wann umsetzbar ist, will die Quartiersmanagerin ihre Ideen vorstellen.

Personelle Verstärkung

Auch merkt Stahl, dass die persönlichen Beratungen in ihrem Büro weniger geworden sind. Dafür nahmen die Anfragen per Telefon zu. Besonders die Netzwerkpartner von "Leben Plus" will die Quartiersmanagerin loben. "Sie sind ebenfalls eine wichtige, tragende Säule." Noch in diesem Jahre bekommt Stahl, die sich halbtags um "Leben Plus" kümmert, personelle Verstärkung. Denn seit der Gründung des Netzwerks 2016 stieg die Anzahl der Beratungen und Vermittlungen enorm, so dass eine weitere Stelle nötig wird.

Im Herbst 2020 zog "Leben Plus" in das revitalisierte Hösl-Anwesen in die Altstadt

Tirschenreuth
Rosemarie Reinfelder stieß jüngst zum Team der ehrenamtlichen Helfer von „Leben Plus“ dazu.
Info:

Fahrten ins Impfzentrum und zur Impfstation

Wie „Leben Plus“-Quartiersmanagerin Cornelia Stahl erklärt, plant das Netzwerk auch Fahrten für Senioren ins Impfzentrum Waldsassen oder in die temporäre Impfstation im Tirschenreuther Kettelerhaus.

  • Impfstation Tirschenreuth: Sobald die Impftermine bekannt sind und andere Fahrtmöglichkeiten ausscheiden – also mit Angehörigen, Baxi oder Taxiunternehmen – kann „Leben Plus“ Unterstützung anbieten. Angedacht sind Fahrten innerhalb der Stadt und deren Ortsteile mit Ehrenamtlichen zur Impfstation. Kosten: 25 Cent pro Kilometer.
  • Impfzentrum Waldsassen: „Leben Plus“ kann auch Fahrten mittels Ehrenamtlichen zum Impfzentrum Waldsassen anbieten, wenn alle anderen Fahrtmöglichkeiten ausscheiden. Hierbei ist von den Fahrgästen ein kleiner Obolus zu bezahlen, den Restkostenanteil übernimmt die Stadt.
  • Anmeldung: Bei „Leben Plus“ unter Telefon 09631/ 79 80 303.

 

 

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