07.09.2020 - 14:06 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Burnout sorgt in der Region vielerorts für volle Yoga-Studios

Theresia Kirchner ist Yogalehrerin aus Mitterteich und blickt auf jahrelange Erfahrung zurück. Für sie ist Yoga keine kurzweilige Trend-Sportart, sondern eine Lebenseinstellung.

Theresia Kirchner
von Externer BeitragProfil

Nach einer aktuelle Studie der Krankenkasse AOK gab es im Jahr 2018 wegen Burnout durchschnittlich 5,7 Arbeitsunfähigkeitsfälle je 1 000 Mitglieder. Das ist fast eine Verdreifachung der Diagnosehäufigkeit im vergangenen Jahrzehnt. Die Auswirkungen sind vielfältig. Auch Yoga-Studios in der Region bekommen sie zu spüren.

"Aktuell erleben die Yoga-Studios und -Kurse einen regelrechten Boom", erzählt Yoga-Lehrerin Theresia Kirchner aus Mitterteich, ausgebildet und zertifiziert vom Berufsverband der Yoga-Lehrenden in Deutschland (BDY). Sie praktiziert die indische Lehre schon seit Jahrzehnten, war ab 2004 an mehreren Volkshochschulen tätig und unterrichtet seit 2008 eigene Gruppen. Kirchner verfolgt die aktuellen Entwicklungen ganz genau. Für sie ist Yoga weder eine kurzweilige Trend- noch Kraftsportart, sondern eine Lebensphilosophie, eine Lebenseinstellung, wie sie sagt. Und aus diesem Grund sieht Kirchner den Trend von Yoga als Lifestyle-Produkt auch kritisch.

Sie befürchtet eine falsche Erwartungshaltung der Neueinsteiger, die zu folgenreichen Missverständnissen führen könne. Kircher sagt, beim Yoga gehe es nicht nur darum, dass der Körper beweglicher wird. Es gehe darum, dem Geist "eine gewisse Beweglichkeit anzubieten und die Kraft von Körper und Geist zu bündeln, um eventuelle Änderungen anzustoßen". Akrobatische Übungen oder einen Kopfstand könnten viele Personen auch aus gesundheitlichen Gründen gar nicht umsetzen - und nötig seien diese Techniken auch gar nicht. "Ehrgeiz kann hier sogar schädlich für die körperliche und seelische Gesunderhaltung sein", sagt sie.

Von Küchentischphilosophie und "Kalendersprüchen", wie sie es in so manchen Kursen erlebt hat, hält sie wenig. "Da sollte man als Neueinsteiger vorsichtig sein." Gefährlich seien Aussagen wie: "Yoga muss barfuß geübt werden", "Wenn es weh tut, dann ist es richtig" oder "Schmerz ist der Meister". Denn das habe wenig mit Achtsamkeit, Verantwortung und Respekt vor der individuellen Persönlichkeit der Teilnehmer zu tun. Sie appelliert an Interessierte, sich bei der Kurssuche zu informieren, ob der Trainer eine fundierte Ausbildung hat, denn die Bezeichnung "Yoga-Lehrer" sei nicht geschützt.

Theresia Kirchner weiß, wovon sie spricht. Sie hat nämlich selbst als Autodidakt begonnen, dann bei der Volkshochschule einen Kurs belegt und 2003 schließlich eine vierjährige professionelle und anerkannte Ausbildung zur Yogalehrerin des Verbandes BDY im Kloster Benediktbeuern absolviert.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.