16.09.2021 - 11:43 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

„Brettl-Spitzen“ begeistern im Kettelerhaus in Tirschenreuth

Ein Hochgenuss aus Musik und Humor, Tradition und Gemütlichkeit war der bunte Musikabend mit den "Brettl-Spitzen" im Kettelerhaus. 350 Fans nahmen es sogar auf sich, den ganzen Abend Maske zu tragen.

von Konrad RosnerProfil

So manches aushalten musste Bürgermeister Franz Stahl beim Gastspiel der „Brettl-Spitzen“, bekannt aus dem Bayerischen Fernsehen. Er saß mit seiner Gattin in der ersten Reihe im Kettelerhaus. Vor allem Barbara Preis mit ihrer frivolen Art warf mehr als ein Auge auf ihn, denn sie suchte „endlich an Ma, des muas koa Freiwilliger sa“ und präsentierte ihm gleich ein Körperteil: „I hob a mordstrumm Wampn.“ Der Saal raste, nicht nur bei diesem Lied.

Endlich wieder vor Publikum

Von Beginn an herrschte eine tolle und ausgelassene Party-Stimmung im vollbesetzten Kettelerhaus. Man merkte klar und deutlich: Die Leute wollen endlich wieder Spaß und Freude haben. Der Auftritt der „Brettl-Spitzen“ war die erste größere Veranstaltung nach der Corona-Zwangspause im Kettelerhaus. Rund 350 Fans, viele in Lederhose oder im Dirndl, waren am Sonntagabend dorthin „gepilgert“, um Wirtshausmusik live mitzuerleben.

Dazu nahm das Publikum auch die Auflage auf sich, während des gesamten Kabarettabends die Mund-Nase-Maske zu tragen. Dazu kommentierte Moderator Jürgen Kirner: „Oder ihr trinkt’s permanent, dann kinnt’s die Mask’n abnehma.“ Er zeigte sich zu Beginn hocherfreut: „Heit sama in Tirschareith, endlich wieder vor Publikum.“ Die letzten eineinhalb Jahre habe man auf Auftritte vor Zuhörern verzichten müssen. „Deshalb gem wir heit richtig Gas!“

Publikumsliebling des Abends war wohl das Duo Tom und Basti aus dem niederbayerischen Mauth bei Passau, „die Antwort des 21. Jahrhunderts auf den Weiß Ferdl und den Roider Jackl“, wie es in ihrer Homepage heißt. Mit ihrer Musik begeisterten die beiden Komödianten aus dem Waldler-Land, ausgestattet mit einer Gitarre und einer Steierischen, das Tirschenreuther Publikum. Mit dem Lied „Was geht des uns a, des geht uns goa nix a“ sorgten sie sofort für eine ausgelassene Stimmung. Die Zuhörer im Kettelerhaus präsentierten sich wie ein Gemeinschaftschor und sangen fleißig mit, so auch beim Hit „Nur fünf Minuten später“. Nicht minder kaltschnäuzig war Barbara Preis aus Bodenmais, etwa mit dem Lied „Des is da Postfrosch“. Fast schon lasziv betonte sie, dass sie keinesfalls als Jungfrau sterben wolle.

"Schnackseln" besser als streiten

Ganz andere Musik machte das Quartett „Conny & die Sonntagsfahrer“, das mit alten Schlagern und Evergreens zum Mitsingen einlud: Ob „Geh’n sie mit der Konjunktur“, „Zwei kleine Italiener“ oder mit dem „Mariandl“.

Die „Couplet AG“ – bestehend aus Bianca Bachmann, Jürgen Kirner, Bernhard Gruber und Berni Filser – amüsierte das begeisterungsfähige Publikum unter anderem mit dem Karl-Valentin-Song „So amüsiert sich jeder, so gut er eben kann“, mit Werbeeinlagen oder mit dem Lied „Papa ist der Bofrost-Mann“.

Ausgelassen präsentierte das Ensemble auch ihre Erkenntnis, dass es besser sei, weniger zu streiten. Dazu fragten sie die mit dem Lied „Ham sie heute schon geschnackselt?“ nach. Dies sei besser, als zu streiten oder wie die AfD völkische Parolen zu verkünden. Gut kam auch Bianca Bachmann mit ihrer Persiflage in „Elvira’s Kuppel-GmbH“ an. Unter dem Motto „Nehma’s an Oldn“ zeigte sie Bilder von Gerhard Schröder, Edmund Stoiber und Horst Seehofer.

Florian Gröninger aus Ensdorf war als Musiker bei der Sendung "Brettl-Spitzen" mit dabei

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