12.05.2019 - 12:30 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Architekt mit Pinsel und Leinwand

Um etwa den Klettnersturm, die Stadtpfarrkirche oder gar die berühmte Skyline von Moskau nachzubauen, ist viel Verständnis für Architektur erforderlich. Auch, wenn diese Nachbauten auf der Leinwand geschehen.

Rudolf Jäger hat auch Moskau auf die Leinwand gebannt.
von Ulla Britta BaumerProfil

Rudolf Jäger, der gerne auf Reisen ist, aber ebenso gern daheim in Tirschenreuth malt, hat den Blick für Statik, einen goldenen Schnitt und farblich harmonisch dargestellte Geradlinigkeit. Rudolf Jäger sagt von sich, er sei kein Künstler, sondern ein Maler. Und in seine Bilder müsse niemand etwas hineininterpretieren. Sie seien das, was auf ihnen zu sehen ist.

Heimat und Metropolen

Überzeugen konnten sich davon am Freitagabend im Museumsquartier seine Familie, seine Freunde, Bürgermeister Franz Stahl sowie Künstlerkollegen aus dem Kunstverein. Die Gäste sind gern gekommen, um an der Vernissage des Aquarellmalers teilzunehmen. Unter dem Titel "unterwegs" zeigt Rudolf Jäger über 30 Werke, darunter Neues ebenso wie Motive aus seiner Heimatstadt, die vor langer Zeit schon entstanden sind. Zu sehen sind Eindrücken aus Moskau, Prag, Sri Lanka, Frankreich und Tirschenreuth.

Entschleunigte Eindrücke aus der gesamten Welt seien dies, sagte Bürgermeister Franz Stahl. Denn Rudolf Jäger verreise mit der Staffelei, nehme erst einmal Platz und dann die Welt um sich herum wahr. Seit vielen Jahren schon würde das Museumsquartier seine Bilder in den Gemeinschaftsausstellungen des Kunstvereins zeigen. Stahl freute sich, die längst fällige, erste Einzelausstellung des Malers nun eröffnen zu können.

Bilder mit Leichtigkeit

In seiner Laudatio stellte Thomas Rode seinen Freund Rudolf Jäger als einen zuerst für ihn Unbekannten vor, über den er sich geärgert habe. "Rudolf Jäger hat seine Kunst-Postkarten im Bioladen ausgelegt. Nicht in meiner Buchhandlung", plauderte Rode aus dem Nähkästchen. Über diesen Ärger hinweg habe man sich kennengelernt, die Freundschaft habe bis heute gehalten. "Der Flirt ist das Aquarell der Liebe", zitierte der Buchhändler aus der Kunstszene, um Rudolf Jägers Malerei zu beschreiben. Den Bildern läge eine Leichtigkeit inne, die immer ein wenig den Eindruck erwecke, hier sei etwas nicht fertig geworden. Rhode stellt auch die Harmonie der Farben durch das bewusste Zurücknehmen heraus.

"Malen ist immer ein Mehr wollen und nie abgeschlossen", beschrieb Rudolf Jäger seine Leidenschaft zur Kunst. Es ginge ein Leben lang weiter und er sei selbst gespannt, was noch kommen werde. "Eine Vernissage ist übrigens nichts zum Lachen", scherzte er dann. "Hier entscheidet sich, ob ein Künstler seine Werke für 15 000 Euro verkauft oder ob ihm weiterhin die Familie Pinsel und Farbe finanzieren muss."

"Duopoli", Sonja und Karlheinz Höflich aus Neunburg vorm Wald, begleiteten die Ausstellungeröffnung musikalisch. Besichtigt werden kann die Ausstellung bis 30. Juni zu den üblichen Öffnungszeiten des Museumsquartiers.

London und Frankreich liegen bei Rudolf Jäger eng beinander.
Laudator Thomas Rode, hefrau Gisela Jäger und Künstler Rudolf Jäger bekamen von Bürgermeister Franz Stahl (v. li.) kleine Geschenke.
Zahlreiche Gäste waren bei der Vernissage anwesend.
Rudolf Jäger ist ein bescheidener Mann, der von sich sagt, er sei kein Künstler,. Er sei ein maler und niemand müsse vor seinen Bildern stehen und nachdenklich auf dem Brillenbügel herumkauen. Es müsse nichts Hintergründiges hineininterpretiert werden.
Noch ist "Ruhe vor demSturm", Zeit für Rudolf Jäger (re.) zu einem Gespräch mit guten Bekannten wie den Zweiten Landrat, Dr. Alfred Scheider.
Beschwingte Klänge lieferte das "Duopoli" aus Neunburg vorm Wald
Der Künstler (2 v. re.) umringt von seinen Gästen und Fans.
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