29.04.2021 - 13:51 Uhr
Theuern bei KümmersbruckOberpfalz

Vier Meter unter Wasser: Spezialtaucher hilft beim Hochwasserschutz in Theuern

Ein gefährlicher Knochenjob: vier Meter unter der Wasseroberfläche eine Betonsohle mit 60 Kubikmeter Beton in einem Schöpfwerk aufzubereiten. Das erfordert auf der Großbaustelle zum Hochwasserschutz in Theuern einen erfahrenen Taucher.

Der Spezialtaucher beim Einstieg in das vier Meter tiefe Grundwasser: Mit einem Pumpenausleger muss er die Betonage für eine Unterwasserbetonsohle erstellen.
von Klaus HöglProfil

Für die Arbeiten an der Baustelle zum Hochwasserschutz an der Vils-Brücke in Theuern hat das Wasserwirtschaftsamt Weiden Experten angefordert: einen Mitarbeiter eines Tauchmeisterbetriebs aus Hanau. Er sollte eine diffizile Betonage für eine Unterwasserbetonsohle erstellen, die nötig ist, um die Schöpfwerk-Baugrube gegen gespanntes Grundwasser abzudichten. Das erklärte Andreas Ettl vom Wasserwirtschaftsamt, als er sich vor Ort ein Bild machte.

Insgesamt gut drei Stunden waren erforderlich, die der Taucher unter Wasser arbeiten musste, um den Beton per Pumpenausleger zu verteilen. Es ist eine ganz spezielle Arbeit, denn unter dem vom einlaufenden Beton aufwirbelnden Wasser kann der mit einem Seil gesicherte Taucher nicht viel sehen. Wie Projektleiter Helmut Schaller und Andreas Ettl prognostizierten, sei die Bohrpfahlgründung für die Hochwasserschutzwand (Bohrpfähle, Länge acht Meter, Durchmesser 90 Zentimeter und alle zwei Meter ein Pfahl) vor dem Jahreswechsel abgeschlossen. Der Aushub der Baugrube Schöpfwerk mit überschnittener Bohrpfahlwand als wasserdichte Baugrubenumschließung und der Einbau Binnenentwässerungsleitung im Bereich Castnerstraße erfolgte darauf, demnächst steht der Deichbau in der Castnerstraße und vor dem Hammerschloss bevor.

Das Projekt Hochwasserschutz Theuern wird von der Europäischen Union kofinanziert. Die Leitidee des bayerischen Programms „Investition in Wachstum und Beschäftigung“ im Zuge des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) lautet „Nachhaltige Stärkung der regionalen Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Bayern“, dies wird letztlich auch in diesem großen Bauvorhaben Hochwasserschutz Theuern umgesetzt. „Damit werden durch die EFRE-Unterstützung von Hochwasserschutzvorhaben die Infrastruktur und die damit verbundenen Arbeitsplätze geschätzt“, heißt es aus dem Wasserwirtschaftsamt.

Das ist geplant zum Hochwasserschutz in Theuern

Theuern bei Kümmersbruck
Hintergrund:

Was wird gemacht?

  • Die Gesamtbaumaßnahme zum Hochwasserschutz von Theuern ist in drei Lose unterteilt. Das Los 1 mit dem Vorlandabtrag bei der Vils wurde im Herbst 2019 ausgeführt.
  • Die Arbeiten um Los 2 bei der Castnerstraße und vor dem Schloss, westlich der Vils begannen im August 2020. Die Kosten für die Umsetzung von Los 2 betragen ohne Maschinentechnik etwa zwei Millionen Euro. Die Gemeinde Kümmersbruck ist mit 35 Prozent an der Maßnahme beteiligt.
  • Los 3 sieht den Hochwasserschutz in der Vilstalstraße vor.

 

 

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