23.11.2020 - 13:23 Uhr
ThansteinOberpfalz

Auf dem Weg zur Flurneuordnung bleibt Thanstein auf Kurs

Das Tüfteln für eine geplante Flurneuordnung Thanstein-Tännesried geht weiter. Der nächste Schritt zur Planungsphase dreht sich um den künftigen Wegebau. Dabei gilt es, einen planerischen Spagat zu schaffen.

Nicht alle Wege im Projektgebiet der möglichen Flurneuordnung Thanstein-Tännesried sind in gutem Zustand, wie dieses aktuelle Foto zeigt. Für die Zukunft soll die Entwässerung der neuen Trassen entsprechend geregelt werden.
von Redaktion ONETZProfil

Für einen zukunftsträchtigen Weg zur Bewirtschaftung der Flächen und Felder in der Thansteiner und Tännesrieder Flur ist die Marschroute vorgegeben. Die Bürger wünschen sich einem möglichen Neuordnungsverfahren eine zeitgemäße Infrastruktur, eine bessere Erschließung der Feldlagen und günstigere Grundstücksformen. Angedachte Zusammenlegungen von Flächen sollen die Wirtschaftlichkeit steigern. Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (AFLE) hat die Einleitung eines solchen Verfahrens für das Jahr 2023 in Aussicht gestellt. Im Vorfeld soll eine Flurwerkstatt die Bürgerakzeptanz steigern sowie gewünschte und notwendige Maßnahmen ermitteln.

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Das zuletzt erarbeitete Wegekonzept rückte nun bei einer Besprechung in den Fokus. Vertreter des AFLE, des Verbandes für Ländliche Entwicklung und der Gemeinde Thanstein nahmen eine Prüfung vor Ort aus bautechnischer Sicht vor. Alle Trassen wurden begutachtet und die angedachten Bautypen (Schotter oder Pflaster, mit oder ohne Wegseitengraben, mögliche Wasserableitung) auf Realisierbarkeit überprüft. Parallel wurde mögliche Maßnahmen für Ausgleichsflächen konkretisiert. Ein „Empfehlungs-Konzept“ soll den Bürgern in den nächsten Schritten vorgestellt werden soll.

Beim Ortstermins machte Bauoberrat Martin Stahr (AFLE) mehrmals deutlich, dass es beim Wegenetz darum gehen müsse, „im Großen zu denken“ und „aktuelle Besitzverhältnisse“ zu vergessen. „Das Wegenetz, das vor der Zusammenlegung zum Großteil ausgebaut werden muss, bilden das Skelett und die Spielräume einer Neuverteilung“, so der Amtsvertreter. Seien die Maschen der Trassen zu eng, werde der Erfolg der Zusammenlegung nur gering sein. Andererseits würden "zu weite Maschen" zahlreiche Erschließungswege notwendig machen. „Hier gilt es einen geeigneten Spagat mit den Bürgern und der späteren Vorstandschaft vor Ort zu finden“, führte Stahr aus.

Seit gut einem Jahr sind auf dem Weg zur möglichen Flurneuordnung bereits einige Pflöcke eingeschlagen worden. Am 24. Oktober 2019 informierte Bauoberrat Stahr in einer Informationsversammlung zu den Zielen und Inhalten eines denkbaren Verfahrens. Im Anschluss beauftragte das Amt für Ländliche Entwicklung das Landschaftsarchitekturbüro Blank aus Pfreimd mit der Flurwerkstatt. Bei einer ersten Arbeitskreissitzung Ende Februar 2020 wurden Ideen für notwendige Wegebauten und Maßnahmen zur Erosionsvermeidung erarbeitet. Außerdem machten sich die Teilnehmer Gedanken zur Steigerung der Biodiversität vor Ort.

In der Phase des Corona-Lockdown konkretisierte die Behörde die Ergebnisse mittels eines Online-Fragebogens. Ein Zwischenfazit wurde am 30. Juli in Kulz vorgestellt. Im Anschluss fand eine Exkursion ins Flurneuordnungsgebiet Kleinwinklarn (Stadt Neunburg) statt. Dort holten sich die Thansteiner auch Ratschläge der dortigen Vorstandschaft ab. Am 11. und 12. September wurde ein Wegenetzkonzept von insgesamt 36 Einzeltrassen in der Flur erarbeitet.

Zum Abschluss der jüngsten Zusammenkunft nannte Bauoberrat Martin Stahr das Ziel, die aktualisierten Pläne Ende Dezember 2020 der Öffentlichkeit zur Einsicht zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2021 soll dann erstmals Kontakt zum Wasserwirtschaftsamt Weiden hergestellt werden. Dabei werden die zahlreichen Gräben im Projektgebiet in den Fokus gerückt, außerdem soll Kontakt zum Biberbeauftragten des Landkreises hergestellt werden.

Das Planungsteam der Flurwerkstatt begutachtete das angedachte Wegenetzkonzept der Bürger. Was realisiert werden könnte, nahmen (von links) Hans Vetterl (Verband für Ländliche Entwicklung), Bürgermeister Walter Schauer, Landschaftsarchitekt Gottfried Blank und Bauoberrat Martin Stahr (Amt für Ländliche Entwicklung) vor Ort in Augenschein.
Hintergrund:

Auf dem Weg zur Flurneuordnung

Verschiedene Bausteine sind im Vorfeld eines Flurneuordnungsverfahrens Thanstein-Tännesried in den vergangenen Monaten gesetzt worden.

  • 24. Oktober 2019: Erste Informationsveranstaltung zu den Zielen und Inhalten eines möglichen Verfahrens. Im Anschluss wird das Architekturbüro Blank mit der Flurwerkstatt beauftragt.
  • Ende Februar 2020: Eine erste Arbeitskreissitzung bringt Ideen für Wegebauten, Maßnahmen zur Erosionsvermeidung und zur Steigerung der Biodiversität vor Ort.
  • August 2020: Exkursion ins Flurneuordnungsgebiet Kleinwinklarn. Dort rücken die verschiedenen Wegebau-Typen und die Abmarkungsbreiten der neuen Trassen in den Fokus. Mitglieder der dortigen Vorstandschaft gegeben Ratschläge.
  • 11./12. September: Die Bürger erarbeiten ein Wegenetzkonzept mit insgesamt 36 Einzeltrassen in der Flur.
  • 18. November: Bei einer Besprechung mit Amt- und Gemeindevertretern wird die bautechnische Sicht vor Ort geprüft. Die Trassen werden begutachtet und die angedachten Bautypen auf Realisierbarkeit überprüft. Konkretisiert wird das Maßnahmenkonzept zur Schaffung von Ausgleichsflächen.
  • 2023: möglicher Zeitpunkt für die Einleitung des Verfahrens

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