11.10.2019 - 17:20 Uhr
ThansteinOberpfalz

Neue Gebühren fürs Abwasser

Die Gemeinde Thanstein kalkuliert die Gebühren für ihre Abwasseranlagen neu. Ein Auslöser dafür ist der Neuanschluss des Ortsteils Dautersdorf. Von den Gemeinderäten gibt es grünes Licht. Walter Schauer kündigt an, erneut zu kandidieren.

Landschaftsarchitektin Tanja Weinberger, Regionalmanagerin der ILE Schwarzach-Regen, stellte sich den Gemeinderäten vor. Tagsüber war sie mit Bürgermeister Walter Schauer unterwegs und ließ sich das Gemeindegebiet zeigen.
von Christof FröhlichProfil

Für die Abwasserentsorgung in den nächsten Jahren hat der Gemeinderat die Weichen gestellt. In öffentlicher Sitzung stimmte das komplette Gremium der Änderung der Entwässerungssatzung und der zugehörigen Beitrags- und Gebührensatzung zu. Auslöser war, dass die bisher technisch und rechtlich selbständige Abwasseranlage Dautersdorf aufgeben wurde. Möglich wurde dieser Schritt durch die Anbindung der Wasserversorgung Dautersdorf an das Leitungsnetz des Zweckverbandes Nord-Ost-Gruppe.

Wegen der damit verbundenen Aufgabe der Kläranlage Dautersdorf – als Ersatz wurde eine Abwasserdruckleitung nach Thanstein verlegt – hat die Gemeinde den vierjährigen Kalkulationszeitraum fürs Abwasser verkürzt. Zum 1. November 2019 wurden die Zahlen neu kalkuliert. Nachdem das Abwasser aus Dautersdorf nun der Kläranlage in Thanstein zufließt, waren die bisherigen gesonderten Gebühren und Beiträge passé. Aus praktischen Gründen wurde für die Kläranlage in Kulz ebenfalls eine Neuberechnung angeordnet.

Nicht Fördermittel riskieren

Die Neukalkulation gilt bis 31. Dezember 2021. Weil in dieser Zeit der Bau einer Verbundleitung zwischen Kulz und Thanstein zur Entscheidung ansteht, soll auf die höchstmögliche Kalkulationsdauer von vier Jahren verzichtet werden. Die Gemeinde wolle keinen Ausfall von Fördermitteln riskieren. Der angestrebte Leitungsbau mache eine eigene Kläranlage in Kulz hinfällig und könne die Weichen dafür stellen, dass in Sachen Abwasserentsorgung das Gemeindegebiet künftig als eine Einheit abgerechnet werden kann.

Aus den Überdeckungen, die im aktuellen Kalkulationszeitraum in den Abwasseranlagen angefallen sind – Thanstein 36 800 Euro, Dautersdorf 15 300 Euro, Kulz 36 700 Euro – sollen Rücklagen gebildet werden, um damit die finanzielle Belastungen der Bürger bei künftigen Sanierungen abzufedern. Für die Abwassergebühren kam das Gremium überein, diese konstant zu halten. Für die Anlage Thanstein bleibt's bei den gestaffelten Grundgebühren von 70, 100 und 140 Euro, einer Schmutzwassergebühr von 1,93 Euro pro Kubikmeter und für das Niederschlagswasser sind 19 Cent pro Quadratmeter zu entrichten. In Kulz sind die Grundgebühren identisch, die Schmutzwassergebühr liegt bei 2,36 Euro, und für das Niederschlagswasser bei 20 Cent.

Nach dem Anschluss von Dautersdorf reduzieren sich die Beitragssätze für die Abwasseranlage Thanstein etwas. Sie liegen bei 1,23 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche (vorher 1,25 Euro) und bei 8,77 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche (vorher 9,21 Euro). Die bisherigen Sätze für die Abwasseranlage Dautersdorf bewegten sich bei 0,87 Cent bei der Grundstücksfläche und 13,27 Euro bei der Geschossfläche. In der Abwasseranlage Kulz ist die Änderung geringfügig: Dort steigt der Geschossflächenbeitrag von 7,33 Euro auf 7,38 Euro je Quadratmeter. Mit 8:0 Stimmen hat die Zahlen der Neukalkulation den Gemeinderat passiert.

Walter Schauer gab in der Sitzung bekannt, dass er bereit sei, weitere sechs Jahre das Bürgermeisteramt auszuüben.

Die Sitzung des Gemeinderats nutzte Tanja Weinberger, um sich als Regionalmanagerin der Integrierten Ländliche Entwicklung (ILE) Schwarzach-Regen vorzustellen. Tagsüber war sie mit Bürgermeister Walter Schauer unterwegs, um das Gemeindegebiet kennenzulernen. Wie die Landschaftsarchitektin ausführte, haben sich sieben Gemeinden im Landkreis Schwandorf und drei Gemeinden im Landkreis Cham zusammengeschlossen, um gemeinsam Projekte zur Stärkung des ländlichen Raums anzustoßen und zu verwirklichen. Aufgabe Weinberger ist es, die Gemeinden zu beraten, zu unterstützen und die Projektumsetzung zu begleiten. Bürgermeister Walter Schauer gab der Hoffnung Ausdruck, dass mit dieser Personallösung nun „frischer Wind“ in die Verwirklichung der ILE-Projekte komme.

Für erneute Kandidatur

Als es um die Benennung eines Gemeindewahlleiters ging, gab Bürgermeister Walter Schauer bekannt, dass er sich – eine erneute Nominierung vorausgesetzt – entschlossen habe, für weitere sechs Jahre Amtszeit als Bürgermeister zur Verfügung zu stehen. Als Gemeindewahlleiter für die Kommunalwahlen 2020 ist Josef Mösbauer senior und als Stellvertreter Michael Maier benannt worden.

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