18.06.2020 - 15:09 Uhr
ThansteinOberpfalz

Nächste Stufe der Dorferneuerung in Thanstein gezündet

Die Thansteiner sprechen von der "Alten Schule", doch in der Vergangenheit ist das Gebäude auch als Theatersaal, Turnraum und "Haus des Gastes" genutzt worden. Mit der Dorferneuerung wird aus dem Leerstand nun ein Bürgerhaus.

Bei einem Ortstermin am Kirchplatz schilderte (von links) Architekt Christian Schönberger gegenüber Bauoberrat Martin Stahr, Bürgermeister Walter Schauer, Bauunternehmer Franz Wilhelm, VG-Leiter Jürgen Steinbauer und Drittem Bürgermeister Martin Winter die Baumaßnahme.
von Ludwig DirscherlProfil

Schritt für Schritt geht es mit der Dorferneuerung in Thanstein voran. Nach Seniorenwohnheim, Kinderspielplatz, Zugang zum Burgturm und dem Abriss des Schützenstadls ist das Bürgerhaus nun die nächste Maßnahme im Verfahren. Im Zuge der Förderinitiative „Innen statt Außen“ wird die „Alte Schule“ zum Bürgerhaus umgestaltet.

Das offizielle Dorferneuerungsverfahren war im Jahr 2018 durch das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz eingeleitet worden und ist mittlerweile voll im Gange. Zwar ist das alte Schulhaus (Kirchplatz 6) nicht in der Denkmalliste aufgenommen, die einzelnen Bereiche werden aber so behandelt. Die Gemeinde Thanstein beabsichtigt, das zentral gelegene Gebäude als neues Bürgerhaus zu sanieren.

Eingebaut wird dabei eine neue Sanitär- und Heizungsanlage. Geschaffen wird ein zusätzlicher barrierefreier Zugang von Norden in das Obergeschoss, der gleichzeitig als Geschichts- und Wechselausstellungsplatz dienen soll. Die Gemeinschafts- und Multifunktionsräume sollen die zahlreichen Vereine nutzen und als Bürgerbüro, Seniorenhilfstelle und Heimatarchiv Verwendung finden. Das neue Nutzungskonzept sieht im Kellergeschoss und Außenbereich Räumlichkeiten und Plätze für die Katholische Landjugend vor.

Hier steht ein Artikel über die formulierten Ziele aus der Flurwerkstatt Thanstein

Thanstein

Bürgermeister Walter Schauer erinnerte bei der offiziellen Baustelleneinweisung am Kirchplatz an die alte Schulzeit im Gebäude. Er freute sich über die Förderung und sprach von einer riesigen Aufwertung für den Ort. Bauoberrat Martin Stahr (ALE), gleichzeitig Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, lobte die bisherige Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Franz Wilhelm, das beispielsweise im Verfahren Guteneck gute Arbeit geleistet habe.

Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf rund 1,259 Millionen Euro, wovon das ALE Oberpfalz eine Förderung von bis zu einer Million Euro in Aussicht stellt. Laut dem zuständigen Projektleiter ist die Maßnahme für die Innenentwicklung und damit für den Erfolg der Dorferneuerung Thanstein von herausragender Bedeutung. Mit den verbesserten Fördermöglichkeiten (80 Prozent) innerhalb des Programms „Innen statt Außen“ sei es nun möglich, das Gebäude einer neuen und zukunftsorientierten Nutzung zuzuführen. Außerdem werde die Gemeinde beim Flächensparen unterstützt, da der Neubau eines neuen Vereinsgebäudes am Ortsrand vermieden werden kann. Damit tage dieses Konzept maßgeblich zur Aufwertung der gesamten Innerortslage bei.

Das wird eine riesige Aufwertung für unseren Ort.

Bürgermeister Walter Schauer, Thanstein.

Bürgermeister Walter Schauer, Thanstein.

Vor zwei Jahren wurde die Objektplanung für das Gebäude durch die Teilnehmergemeinschaft Thanstein an das Architekturbüro Schönberger vergeben, da sich die dringende Notwendigkeit der Sanierung- und Gebäudeerhaltungsmaßnahme abzeichnete. Architekt Christian Schönberger schilderte ausführlich den Bauablauf der nächsten Monate. Bis Ende Winter sollen der technische Ausbau und der Innenausbau abgeschlossen sein. Im Frühjahr 2021 wird der Außenbereich in Angriff genommen, dazu gehört auch die Instandsetzung der Bruchsteinmauer und die Schaffung von Parkplätzen.

Für das Bauunternehmen ist es die erste Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro Schönberger, wie Firmenchef Franz Wilhelm sagte. In der Vergangenheit seien derlei Sanierungsmaßnahmen zu einem "Spezialgebiet" für das Unternehmen geworden. Wilhelm freute sich über den Auftrag, ehe er gemeinsam mit dem Architekten die Bautafel an der „Alten Schule“ befestigte. Jürgen Steinbauer, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg, hob die bisherige gute Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor. Dem Projekt wünschte er einen unfallfreien Verlauf.

Architekt Christian Schönberger (links) und Bauunternehmer Franz Wilhelm stellten die Bautafel am Gebäude auf.
Der Bauzustand der alten Schule:

Dem Verfall Einhalt gebieten

Baugrunduntersuchungen auf dem Gelände des einstigen Schulgebäudes in Thanstein haben ergeben, dass dort einst eine alte Hufschmiede stand, die 1887 abgebrochen wurde. Nachdem dort kein Unterricht mehr stattfand, diente die „Alte Schule“ mehrere Jahre als Gemeindesaal, Theatersaal, Turnraum sowie als „Haus des Gastes“ für den Fremdenverkehrsverein.

In den vergangenen Jahren wurde das Anwesen nur noch von der Dorfjugend genutzt und drohte im Leerstand zu zerfallen. Durch die Handlage drang in hohem Maße Feuchtigkeit in den Wänden und Fundamenten ein, so dass die untersten Räumlichkeiten nicht mehr zu nutzen sind. Außerdem ist starker Schimmelbefall aufgetreten. Darüber hinaus hat eine veranlasste Tragwerksplanung ergeben, dass mehrere Zwischendecken dem Stand der Technik, hinsichtlich der zulässigen Belastung (in Kilogramm pro Quadratmeter) nicht mehr gerecht werden. Veraltete sanitäre Einrichtungen, eine marode Heizung, das stark sanierungsbedürftige Dach und die fehlende Barrierefreiheit runden die Anzahl der baulichen Mängel ab.

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