18.02.2020 - 09:25 Uhr
ThansteinOberpfalz

Für Kanalsanierung Förderquellen anzapfen

Erneut befasst sich der Thansteiner Gemeinderat mit der geplanten Kanalsanierung im Hauptort. Ingenieur Bernhard Preischl gibt detailliert Einblick in die Planung. Mehr Geld erhalten die Jagdgenossen, wenn sie Waldwege in Schuss halten.

Ausführlich erläuterte Ingenieur Bernhard Preischl (Mitte) im Gemeinderat die Maßnahmen der Kanalerneuerung in Thanstein. Bürgermeister Walter Schauer (links) und VG-Sachbearbeiterin Christina Blommer hörten zu.
von Elfriede WeißProfil

Die Erneuerung des Kanals in der Ortsmitte von Thanstein bildete den Schwerpunkt der Tagesordnung, als das Gremium im Feuerwehrhaus in Dautersdorf tagte. Nach einer Gedenkminute für den verstorbenen Klärwärter Walter Schmid, hieß Bürgermeister Walter Schauer zur Sitzung Ingenieur Bernhard Preischl (Büro Brandl & Preischl, Cham) willkommen. Dieser verdeutlichte den Räten sehr ausführlich die bei einer Kanalbefahrung festgestellten Schäden in den Bereichen Dorfplatz, Kirchplatz, Schlossberg, Bründlsteinweg, Burgstraße und Tradweg. Festgestellt wurden Löcher in den Rohren sowie nicht sachgerechte Hausanschlüsse, durch die Fremdwasser eindringt, in unterschiedlichen Schadensklassen.

Das Wasserwirtschaftsamt habe für das Projekt bereits eine Förderung in Aussicht gestellt. Die Kostenschätzung beläuft sich laut Preischl auf gut eine Million Euro. Der Schmutzwasserkanal werde nach den "Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben" (RZWAS) gefördert, das Wasser auf der Straßenoberfläche soll über Dorferneuerungsprogramm des Amts für Ländliche Entwicklung abgewickelt werden. Die prozentuale Förderung der Maßnahme sei vom Schwellenwert abhängig – je höher die verbaute Summe, desto höher ist der Prozentsatz der Förderung, so Preischl. Das Regenrückhaltebecken mit 390 Kubikmeter Fassungsvermögen soll in der Nähe des Feuerwehrhauses entstehen.

Einstimmig beschlossen hat das Gremium, dass der jährliche Zuschuss für den Unterhalt und Wegebau öffentlicher Feld- und Waldwege durch die Jagdgenossenschaften Thanstein, Kulz und Dautersdorf aufgestockt wird. Nach Prüfung der Verwaltung gibt es nun 3500 Euro, statt bisher 2000 Euro. Notwendig machten die Erhöhungen rapide gestiegene Mehrkosten für Schottergut. Aufgeteilit wird der Betrag nach dem Maßstab der jagdbaren Flächen. „Damit sind wir als Kommune nicht mehr in der Pflicht“, begründete der Bürgermeister die Erhöhung.

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab Walter Schauer bekannt, dass der Ingenieursvertrag zwischen der Gemeinde Thanstein und dem Ingenieurbüro Weiß (Neunburg) für die Kanalsanierung Kulz genehmigt wird.

Einstimmig zugestimmt wurde einem Antrag für einen Anbau an eine bestehende Scheune in Berg und einem Bauantrag für den Neubau eines Geräteschuppens in Thanstein. Zur Renaturierung der Schönungsteiche der Kläranlage Dautersdorf wurde der Bürgermeister ermächtigt, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

Der Bürgermeister informierte noch, dass das alte Salzstreugerät und der Skibob bei der Zollauktion für 750 Euro und 900 Euro eingestellt sind. Bezüglich eines Breitbandausbaus für Haushalte, die weniger als 30 Megabit haben, seien von den Anbietern Amplus und Telekom keine Angebote eingegangen. Man wolle eine gemeinsame Lösung mit den VG-Orten Dieterskirchen und Schwarzhofen anstreben.

Mehr Licht in den Ortsteilen:

Ein Antrag auf Installation einer Straßenlaterne im Thansteiner Gemeindeteil Hebersdorf – auf Höhe des abgebrannten Schuppens – lag den Gemeinderäten auf dem Tisch. Begründet wurde das Gesuch mit einem nicht vorhandenen Gehweg entlang der Kreisstraße. Der Antragsteller müsse den Weg zu seinen Stallungen nachts bei Dunkelheit gehen.

Das Angebot des Bayernwerks für diese Maßnahme lag bei 2300 Euro. Da aber eine "Durchpressung" der Kreisstraße für den Anschluss vorgenommen werden muss, erhöhte sich das Angebot auf 6250 Euro. „Das ist entschieden zuviel“, waren sich die Räte einig. Sie beschlossen die Erweiterung der Straßenbeleuchtung unter der Maßgabe, dass das Angebot von 2300 Euro angenommen wird und für die Durchpressung nicht mehr als 1000 Euro entstehen dürfen.

Mit 6:1-Stimmen wurde eine weitere Straßenbeleuchtung mit Kosten von etwa 3700 Euro abgesegnet. An der Ortsstraße Dautersdorf gebe es ab Hausnummer 21 eine "Dunkelbrücke" von etwa 100 Metern. Der Anlieger ist einverstanden, dass das Kabel durch seinen Grund verlegt wird. (weu)

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