09.05.2019 - 10:25 Uhr
ThansteinOberpfalz

Frischgebackene Böllerschützen

Nun können sie es krachen lassen: 16 Teilnehmer haben im Thansteiner Schützenheim einen Böller-Lehrgang absolviert.

Lehrgangsleiter Hermann Schillinger und Technischer Oberinspektor Hans-Joachim Jurkschat vom Gewerbeaufsichtsamt München (von links) nahmen die Böllerprüfung ab und überreichten den Teilnehmern die Zeugnisse.
von Ludwig DirscherlProfil

Zum dritten Mal fand beim Vorderlader- und Pistolenclub (VPC) eine Ausbildung dieser Art statt. Die Teilnehmer kamen von Böller-, Schützen-, Krieger- und Reservistenvereinen aus Muschenried, Dieterskirchen, Seebarn, Geigant, Furth im Wald und weiteren Orten. Ortsansässige Teilnehmer waren bei diesem Lehrgang, für den seit heuer zwei Tage angesetzt sind, nicht vertreten.

Der staatlich anerkannte Lehrgangsträger Hermann Schillinger aus Vachendorf vermittelte als Lehrmeister am ersten Tag mit einer Prise an Witz und Humor das theoretische Wissen. Christoph Zinkl, Böllerreferent des Oberpfälzer Schützenbundes, freute sich, dass auch vier Frauen am Lehrgang teilnahmen. Er appellierte an die Ehre und Disziplin in einer Böllergruppe und erinnerte an die traditionsreiche Geschichte. In ganz Bayern nehme das Interesse am traditionellen Böllern zu.

Am zweiten Tag erfolgte die praktische Ausbildung. Jeder Schütze hatte je einen Schuss für Hand-, Schaftböller, Kanone und Standböller zu laden und das Gerät unter Aufsicht abzufeuern. Nach dem alle die praktische Prüfung abgelegt hatten, folgte die schriftliche Prüfung im Lehrsaal. Dabei waren 20 allgemeine Fragen und je Gerät zusätzlich 10 Fragen zu beantworten. Nach der Auswertung der Prüfungsbögen konnte Oberinspektor Hans-Joachim Jurkschat schließlich vermelden: "Alle haben bestanden."

In ihrem Schlusswort legten die Verantwortlichen den Teilnehmern nahe, regelmäßig den sicheren Umgang mit den Böllergeräten "trocken" zu üben und diese stets umsichtig zu handhaben. Auch gelte es, Routine im Umgang beim Auftritt eines "Versagers" zu erhalten, um nicht nervös zu reagieren, wenn solch ein Fall einmal vor großem Publikum auftritt. Am Ende wurde an alle 16 Teilnehmer das Lehrgangszeugnis überreicht, dabei wünschten die Prüfer viel Spaß beim neuen Hobby und stets unfallfreies Böllern. VPC-Schützenmeister Ludwig Dirscherl hatte im Vorfeld die Voraussetzungen für den reibungslosen Ablauf des Lehrgangs geschaffen.

Böllerschießen:

Es gibt verschiedene Arten die Tradition des Böllerschießens zu pflegen. Unterschieden wird zwischen Handböllern, Standböllern und Kanonen. Es gibt pistolenartige oder auch gewehrartige Formen, die dann Schaftböller, Böllerbüchse oder Böllerstutzen genannt werden. Die Böller werden mit Böllerpulver befüllt, das aus Schwarzpulver gewisser Körnung besteht. Die Entzündungstemperatur liegt bei etwa 300 Grad, die Verbrennungstemperatur bei etwa 2500 Grad. Das Pulver wird im Böller mit Hilfe eines Korkens verdämmt, ein Anzündhütchens bringt den Schwarzpulversatz zum Zünden. Das Böllerpulver unterliegt dem Sprengstoffgesetz. (dl)

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