18.09.2019 - 13:40 Uhr
ThansteinOberpfalz

Burgumfeld: Mauern erhalten

Der Gebietsreferent Raimund Karl vom Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege kommt nach Thanstein und lässt sich von den Planungsbüros mehrere Projekte erörtern. Insbesondere die Trockensteinsanierung wird eine Herausforderung.

Die Delegation mit Martin Stahr (Dritter von links) und Raimund Karl (Vierter von rechts) besichtigte verschiedene Trockenmauern, die im Zug der Dorferneuerung saniert werden.
von Ludwig DirscherlProfil

Alle Mauern im Burgumfeld sollten in ihrer Art unbedingt erhalten werden, hieß es bei einem Erörterungstermin. Es wird nach Vorlage aktueller Planungsergebnisse mit Kosten von weit über 300 000 Euro netto für die Dorferneuerung gerechnet.

Nach einführenden Worten von Bauoberat Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung, erläuterte eine Vertreterin des Büros Blank die geplante Errichtung eines Carports im Schlossberg. Hierzu soll eine historische Mauer versetzt werden, um das Carport im Geländetiefpunkt annähernd "verschwinden" zu lassen. Raimund Karl vom Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege hat für die Errichtung eine weitere Variante angesprochen, bei der die Granitquatermauer erhalten bleiben könnte.

Architekt Anton Landgraf vom ALS Ingenieurebüro aus Amberg stellte anschließend sieben verschiedene Mauern im Burgumfeld vor, die das Ortsbild von Thanstein wesentlich prägen. Die große gemeindliche Burgmauer wird eine Herausforderung für die Statiker werden. Im Sanierungsablauf sollen als Erstes die Mauern in Angriff genommen werden, bevor der Straßenbau, der Kanalbau sowie die Pflasterung erfolgt. Denkmalpfleger Raimund Karl lobte den idyllischen Dorfcharakter, den die bestehenden Anwesen aufweisen. Diesen gilt es um jeden Preis zu erhalten, erklärte Raimund Karl.

Im zweiten Teil stellte Architekt Christian Schönberger aus Oberviechtach die Maßnahme Bürgerhaus Thanstein "Alte Schule" vor. Es handelt sich dabei um ein städtebaulich bedeutsames Anwesen in Thanstein. Das Hochbauprojekt wurde nach intensiver Abstimmung mit der Gemeinde, der örtlich gewählten Vorstandschaft und den Bürgern geplant. Die An- und Vorbauten sollten eine dorfgerechte farbliche Gestaltung erhalten, da es früher ein Schulgebäude war, so die Ansicht des Denkmalschutzes. "Derzeit verfolgen wir das Ziel, die Baumaßnahme noch 2019 auszuschreiben, damit im Frühjahr 2020 die Bauarbeiten beginnen können", sagte Stahr.

Bei der anschließenden Vorstandssitzung informierte Martin Stahr von erfolgreichen Grunderwerbsgesprächen im Burgumfeld. Die Büros stellten die Planungsstände im Detail vor. Entsprechende Anmerkungen und Änderungswünsche der Vorstandschaft wurde diskutiert. Ziel sei es, die Planungen noch im Jahr 2019 zu beenden, um 2020 für den intensiven Genehmigungsprozess nutzen zu können. Nach Abschluss der Sitzung wurde die Architekturscheune des Büros Schönberger in Oberviechtach besichtigt, um Ideen für den eigenen Dorfstadl am "neuen Dorfplatz" zu erhalten. Um die Kosten hierfür zu senken, wird die Dorfgemeinschaft entsprechende Eigenleistung einbringen müssen, so der Tenor der Vorstandschaft.

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