24.11.2020 - 17:55 Uhr
TeunzOberpfalz

Nach Giftköder-Attacke in Teunz: Hundebesitzer schockiert

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Ben ist ein glücklicher Hund, der es liebt, mit seinen Menschen zu spielen. Am Sonntag hätte um ein Haar sein letztes Stündchen geschlagen. Er hat in Teunz zwei Giftköder gefressen. Bens Besitzer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Quietschfidel und gut drauf. So kennen die Besitzer ihren Ben. Der altdeutsche Schäferhund wäre am Sonntag beinahe einer Giftköder-Falle in Teunz zum Opfer gefallen.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Für Tobias Forster und seinen vier Jahre alten altdeutschen Schäferhund Ben hätte es ein Sonntag wie jeder andere werden können. Ungefähr um 17 Uhr hat Forster seinen Wagen vor dem Haus seiner Frau geparkt. Als er zwei Stunden später mit Ben wieder zum Auto kommt, ist es bereits dunkel.

Aus dem Nichts heraus beginnt Hund Ben an seiner Leine zu ziehen. Was genau passiert, kann Forster nicht sehen. "Ich habe bloß gehört, dass mein Hund auf einmal schmatzt", sagt er im Gespräch mit Obrpfalz-Medien. Alles geht ganz schnell. Ben schluckt einmal, Ben schluckt zweimal. Forster zieht den Hund zu sich und beginnt mit der Taschenlampe die nähere Umgebung seines Wagens abzusuchen.

Was er findet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren. "Ich habe da einen Giftköder liegen sehen, der fein säuberlich in eine Scheibe Parmaschinken eingerollt war", sagt er. Ben hat Gift gefressen. Um sein Leben zu retten, bleiben nun nur wenige Minuten. Forster: "Ich habe Ben ins Haus gebracht und meiner Frau gesagt, dass sie den Tierarzt anrufen soll. Ich habe währenddessen die Polizei verständigt."

Lesen Sie hier noch einmal die Polizeimeldung

Teunz

Gier verhindert das Schlimmste

Eigentlich hätte Forster Ben nur zu seinem vertrauten Veterinär gebracht. Dafür fehlt aber die Zeit. Ben kommt zu einem Arzt, der seine Praxis in Oberviechtach hat. "Er hat ihm sofort eine Spritze gegeben", sagt Forster. Darin ist ein Medikament, das bei Ben einen starken Würgereiz auslöst. "Draußen auf der Straße hat er sofort gekotzt", sagt Forster.

Ben übergibt sich mehrere Male bis nur noch Galle kommt. Komisch aber wahr: Die Gier des Hundes kommt dem Tier in dieser Situation zugute. Ben hat die Tischtennisball-großen Giftstücke nicht zerkaut, sondern so wie sie waren runtergeschluckt. "Die kamen wo wie sie waren wieder raus", sagt Forster. Bens Magen hatte noch nichts von dem Gift aufgenommen., der Schäferhund hat die ganze Sache unbeschadet überstanden und ist quietschfidel.

Auch einige Tage nach dem Vorfall ist Forster immer noch entsetzt darüber, was geschehen ist. Er glaubt allerdings nicht an das, was in der Zeitung über das Ereignis zu lesen war. "Im Polizeibericht stand, dass es die Tat eines Hundehassers war", sagt er. Er hat die Vermutung, dass eine bestimmte Person dahinter stecken könnte, die aller Wahrscheinlichkeit nach nichts gegen Hund Ben sondern viel mehr gegen Tobias Forster und seine Familie haen könnte. "Ben ist ein Schaf. Er ist überall dabei. Er ist glücklich, wenn er seinen Ball im Maul hat" ,sagt Forster. Den unschuldigen Hund zu vergiften, nur um ihm und seiner Frau Leid zuzufügen, sei feige und für ihn unbegreiflich. "Da will uns jemand ans Leder", sagt Forster.

Herrchen bleibt angespannt

Für Hund Ben dürfte der Vorfall längst vergessen sein. Seinem Herrchen Tobias Forster sitzt der Schock noch in den Knochen. "Ich habe danach erst mal den gesamten Garten zusammengerercht und alles abgesucht, ob es noch mehr Köder gibt", sagt Forster. Gefunden hat er nichts, seinen Ben lässt er vorerst dennoch nicht mehr alleine in den Garten. "Du weißt einfach nie, was dich da erwartet", sagt Forster.

Sie schützen Sie Ihren Hund richtig

BesserWissen

Auch alle Nachbarn, die ebenfalls Hunde haben, hat Forster sofort nach der Köderattacke informiert.

Das Gassigehen hat sich seit Sonntag stark verändert. "Ben ist eigentlich ein aufweckter Hund der sich sehr viel bewegt und umhertollt", sagt Forster. Wenn er auf die Wiese dürfe, sei er in der Regel kaum zu bremsen. "Ben merkt, dass ich angespannt bin", sagt Forster. Ben weicht nun nicht mehr von Forsters Seite, wenn sie an der frischen Luft sind. "Ben gehört einfach dazu. Er ist überall dabei, wo wir auch sind", sagt er. Der Schäferhund sei sein ständiger Begleiter durch den Tag. Forster mag sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wäre Ben durch die Vergiftung gestorben.

Polizei ermittelt weiter

Unterdessen laufen die Ermittlungen der Polizei in Oberviechtach weiter. Ob die von Forster verdächtigte Person tatsächlich etwas mit dem Vorfall zu tun hat, müssen weitere Ermittlungen erst klären.

Info:

Wie Sie Ihren Hund besser schützen können

Der Deutsche Tierschutzbund rät Hundehaltern, beim Gassi-Gehen immer vorsichtig zu sein. Das ist aber nicht in allen Fällen möglich. Daher schlagen die Tierschützer folgende Maßnahmen vor:

  • Erziehen: Der Bund rät: „Am besten ist es, wenn man seinen Hund beibringt, nichts zu fressen, was zum Beispiel im Gebüsch liegt.“
  • Auch andere Stoffe bedrohlich: Nicht nur Giftköder können das Leben Ihres Hundes bedrohen. Auch Schokolade, zuckerfreie Kaugummis oder giftige Pflanzen können zur Gefahr werden.
  • Wenn der Hund Gift gefressen hat: Giftreste einsammeln und damit sofort zum Tierarzt fahren. Sollte sich das Tier unaufhörlich übergeben müssen, so müssen Besitzer darauf achten, dass die Atmenwege des Vierbeiners frei bleiben. Der Tierschutzbund rät dringend davon ab, dass Menschen im Privaten die Vergiftung ihres Hundes mit alten Hausmitteln zu kurieren versuchen.
  • Vorbeugung durch Bewegung: Sascha Schoppengerd von „Giftköder-Radar“ sagt: „Wenn Hunde draußen aktiv nach Futter suchen, sind Herrchen oder Frauchen meist zu langweilig.“ Die Tiere liefen oft nur nebenher und der Halter beschäftige sich mit Smartphone, Freundin oder Kindern. Der Hund suche sich dann eben eine eigene Beschäftigung.
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