28.05.2021 - 16:53 Uhr
TeunzOberpfalz

924 Unterschriften gegen Brücke

Der Umbau der Teunzer Kreuzung bewegt die Gemüter: 924 Bürger haben ihre Unterschrift unter die Einwendung "Pro Kreisverkehr - kontra Brücke" gesetzt. Initiator Heinrich Deyerl will damit das laufende Planfeststellungsverfahren stoppen.

Nach den Plänen des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach soll künftig an der Teunzer Kreuzung eine Brücke über die Bundesstraße 22 führen. Etliche Bürger wollen dies verhindern und forcieren einen Kreisverkehr.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Anfang März 2021 leitete die Regierung der Oberpfalz das zweite Planfeststellungsverfahren zum Umbau der "Teunzer Kreuzung" (Bundesstraße 22, Staatsstraße 2156 und Kreisstraße SAD 42) ein. Das Verfahren von 2014 wurde im Jahr 2019 zurückgenommen und daraufhin vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach eine neue Planung auf den Weg gebracht. Nachdem die Brücke über die Bundesstraße weiterhin ein wesentlicher Bestandteil des Bauprojekts ist, bewerten viele Bürger das Vorhaben nach wie vor kritisch.

Fristgerechte Abgabe

Heinrich Deyerl, Initiator der Aktion "Pro Kreisverkehr - kontra Brücke" (wir berichteten am 30. April) sammelte zusammen mit einigen Unterstützern in kurzer Zeit 924 Unterschriften. Diese tragen seine detailliert ausgearbeitete Einwendung zum Planfeststellungsverfahren für das Bauvorhaben Bundesstraße 22 Weiden-Cham "Brückenbau der Kreuzung mit St2156 mit der SAD 42 bei Teunz". Das Paket gab der Teunzer fristgerecht zusammen mit vier weiteren Einwendungen (zwei davon von Verbänden) an der Pforte bei der Regierung der Oberpfalz am Emmeramsplatz in Regensburg ab.

Hoffnung auf Kreisverkehr

"Ich hab eine Eingangsbestätigung erhalten. Jetzt heißt es abzuwarten", stellt Heinrich Deyerl im Gespräch mit Oberpfalz-Medien fest. Ob man das Vorhaben allerdings aufhalten könne, sei fraglich. "Die Regierung prüft die Einwendungen und entscheidet dann über das weitere Vorgehen. Wird die Brücke genehmigt, beziehungsweise als die beste Lösung angesehen, wird sie wie in der Planfeststellung gebaut." Deyerl setzt allerdings auf eine andere Auslegung: "Gibt es Bedenken oder Einwände, kann dies bedeuten, dass die Brückenlösung wie nach 2014 überarbeitet wird oder das Vorhaben sogar gekippt wird." Er wünscht sich, dass nach neuen alternativen Lösungen gesucht wird: "Dies könnte dann möglicherweise ein Kreisverkehr sein, was wir natürlich hoffen." Die bisherige Aussage des Straßenbauamts Amberg-Sulzbach, die Fläche sei für einen Kreisverkehr nicht ausreichend, bezeichnet er als falsch: "Ein Standardkreisverkehr hat einen Durchmesser von 40 Metern. Nachdem in Teunz eine Fläche von 50 Metern zur Verfügung steht, könnte auch eine optimierter Kreisverkehr mit Abbiegespur gebaut werden."

Im aktuellen Planfeststellungsverfahren belaufen sich die Kosten auf circa 6,5 Millionen Euro. Die Baumaßnahme betrifft folgende Straßen: Bundesstraße 22 (Ausbaulänge 230 Meter); Staatsstraße 2156 (470 Meter); Kreisstraße SAD 42 (315 Meter). Als Bauzeit sind etwa zwei Jahre angesetzt, wobei die Einmündung der SAD 42 nach Teunz für rund 18 Monate von der Bundesstraße abgeschnitten sein wird. Die Umfahrung erfolgt über das Industriegebiet "Oberviechtach West" und Hof. In diesem Bereich wird die Straße bereits ertüchtigt.

Bürger von Teunz sammeln Unterschriften gegen Brücke über die Teunzer Kreuzung

Teunz

"Die Regierung prüft die Einwendungen und entscheidet dann über das weitere Vorgehen."


Heinrich Deyerl, Initiator der Unterschriftenaktion "Pro Kreisverkehr - kontra Brücke"

Diese Skizze aus dem aktuellen Planfeststellungsverfahren zeigt den geplanten Umbau der Teunzer Kreuzung mit Brücke über die Bundesstraße 22 sowie den Einbiegespuren und Regenrückhaltebecken.
Hintergrund:

Planfeststellungsverfahren zum Umbau der "Teunzer Kreuzung"

  • Seit 2008 laufen Gespräche für den Umbau (Entschärfung) der "Teunzer Kreuzung" durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach. Das Ziel: Die Staatsstraße 2156 und die SAD 42 in Teunz sollen mit einer Brücke über die Bundesstraße 22 kreuzungsfrei verbunden werden. Das erste Planfeststellungsverfahren von 2014 wurde 2019 zurückgenommen und eine neue Planung aufgelegt.
  • Aktuell läuft das zweite Planfeststellungsverfahren. Dabei handelt es sich um ein Genehmigungsverfahren zur Erlangung des Baurechts. Das Verwaltungsverfahren für den Umbau der Teunzer Kreuzung führt die Regierung der Oberpfalz (SG 32 Planfeststellung) durch.
  • Die Planfeststellung 17.5.2019 (Tektur A vom 30.11.2020) lag in den betroffenen Gemeinden vier Wochen lang zur Einsicht aus. Außerdem ist das Planwerk auf dem Online-Portal (www.regierung.oberpfalz.bayern.de) hinterlegt. Jeder, dessen Belange berührt werden, konnte bis spätestens 6. Mai Einwände gegen die Planung erheben.
  • Heinrich Deyerl aus Teunz, Initiator der Einwendung "Pro Kreisverkehr - kontra Brücke" hat am 5. Mai fünf Einwendungen samt einer Liste mit 924 Unterschriften am Emmeramsplatz 8 in Regensburg abgegeben.
  • Die Regierung der Oberpfalz prüft die Einwendungen. Als nächster formaler Schritt folgt die Weitergabe an das Straßenbauamt zwecks Stellungnahme. Falls ein Erörterungstermin stattfindet, erhalten die Einwender eine Benachrichtigung. Außerdem muss der Termin eine Woche vorher öffentlich bekanntgegeben werden.

 

 

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