03.09.2020 - 09:38 Uhr
TeublitzOberpfalz

Wie sich die Nachfahren der Ur-Ziege entwickeln

Landrat Thomas Ebeling lockte die Ziege mit Futter an den Zaun.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Du blöde Ziege". Derart despektierliche Beschimpfungen verurteilt Stefan Jahreiß. Für verbale Beleidigungen sollte der Paarhufer nicht herhalten müssen. Im Gegenteil: Der Wildparkleiter von Höllohe (Stadt Teublitz) sieht in den Ziegen liebenswerte Geschöpfe.

Der Münchener Tierarzt Dr. Henning Wiesner ist Vorstand der "Akademie für Zoo- und Wildtierschutz" und leitet ein pädagogische Projekt in der Höllohe. Er hat 30 Ziegen von 13 verschiedenen Rassen in einem 3500 Quadratmeter großen Gehege angesiedelt. Die Besucher sollen erfahren, wie sich aus der Ur-Ziege verschiedene Stämme entwickelt haben. Mit dem Ziegenprojekt leiste der Wildpark einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, betont Landrat Thomas Ebeling. Und Bürgermeister Thomas Beer (Teublitz) verspricht sich davon "eine weitere Werbung für den landkreisweit bekannten Wild-und Freizeitpark".

Neben der bunten deutschen Edelziege leben noch die Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziege, die Bündner Strahlenziege, die Girgentanaziege, eine Kashmirziege und eine Walliser Schwarzhalsziege im Gehege. Die Akademie fördert das Projekt mit einem Betrag von 4000 Euro und sponsert zwei Schautafeln. Viele Leute haben auch schon Patenschaften übernommen und spenden an den Förderverein. Der Fotograf Hans Zitzler hat mittlerweile einen Kalender mit Ziegenporträts zusammengestellt. Von den zwölf Euro Verkaufskosten erhält der Förderverein fünf Euro. Das "pädagogische Ziegenjahr" geht in den nächsten Monaten zwar zu Ende, nicht aber das Projekt. Stefan Jahreiß will das Gehege mit weiteren Rassen füllen und damit verstärkt Familien mit Kindern anlocken. "Für sie ist das Ziegengehege die erste Anlaufstelle", stellt der Höllohe-Beauftragte des Landratsamtes fest.

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