28.04.2021 - 16:38 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Zukunftspläne für Storg-Ruine: Wohnungen und „Boardinghouse“

Im Sulzbach-Rosenberger Stadtrat ging es am Dienstag um die Zukunft des Storg-Gebäudes: Bürgermeister Michael Göth hat eine Erklärung verlesen. Ein Hotel ist nicht mehr geplant – dafür gefördertes Wohnen und eventuell ein „Boardinghouse“.

Dem Betrachter präsentiert sich das frühere Storg-Kaufhaus in Sulzbach gegenwärtig noch mit einer kahlen Betonfassade. Geht es nach dem Eigentümer, sollen dort ein Geschäft, Wohnungen und ein Boardinghouse einziehen.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Nun ist es offiziell. Das Storg-Gebäude soll künftig schwerpunktmäßig für Wohnungen genutzt werden – und nicht als klassisches Hotel. Das teilte Erster Bürgermeister Michael Göth zu Beginn der Stadtratssitzung am Dienstag in der Turnhalle der Pestalozzi-Grundschule mit.

Der Eigentümer der Immobilie, Thilo Rinkenburger, trat als Gast vor das Stadtparlament – allerdings erst im nichtöffentlichen Teil der Sitzung, von dem Bürger und Medien ausgeschlossen sind. Was dort besprochen wurde, kann deshalb hier nicht wiedergegeben werden, dürfte aber nur unschwer zu erraten sein: Der Investor hat dem Gremium wohl seine Planänderungen im Detail vorgestellt und um Zustimmung für die Richtungsänderung geworben.

„Private Belange“ schützen

Zu Beginn der Sitzung hat Göth eine Mitteilung des Eigentümers über den aktuellen Planungsstand verlesen. Dies kann als Zugeständnis an das Informationsbedürfnis der Bürger verstanden werden. „Das Interesse der Öffentlichkeit an dem Projekt ist sehr groß“, sagte der Bürgermeister. Aus dem Stadtrat selbst haben wohl vorab einige Mitglieder ebenfalls interveniert, um mehr öffentliche Information zu erreichen: „Auch aus der Mitte des Stadtrates ist der Wunsch nach Herstellung von Öffentlichkeit an mich herangetragen worden“, gab der Rathauschef bekannt. Jedoch habe der Eigentümer schon in der Vergangenheit immer deutlich gemacht, dass er zuerst den Stadtrat und erst dann die Öffentlichkeit informieren wolle. „Das halte ich für ein seriöses Vorgehen“, sagte Göth und erklärte den Auftritt von Rinkenburger im nichtöffentlichen Teil mit „schützenswerten privaten Belangen“ sowie Details zu Grundstücksangelegenheiten.

Aus der Mitteilung Rinkenburgers vermeldete Göth mit Blick auf den Storg: „Das Verfahren zur Umsetzung befindet sich auf der Zielgeraden.“ Dies kann so verstanden werden, dass der Bauantrag bei der Stadtverwaltung eingereicht wurde und dort nun geprüft wird.

Geförderter Wohnungsbau

Zudem seien, so hat Göth weiter vorgelesen, ein Einzelhandelsgeschäft im Erdgeschoss mit 710 Quadratmeter Fläche vorgesehen. Im 1. und 2. OG sollen Wohnungen eingerichtet werden. Im 3. OG sei Wohnen, Gewerbe und Beherbergung geplant. „Coronabedingt mussten die Pläne für eine Hotel vorerst zurückgestellt werden, aber ein Boardinghouse ist weiter möglich.“ (Siehe Infokasten.) Dies sei aber noch nicht ganz sicher und abhängig von ausstehenden Finanzierungszusagen. Geplant sei somit ein „modernes Wohn- und Geschäftshaus im Zentrum“ der Stadt.

Klar ist damit, dass sich der Storg in kein klassisches Hotel mehr verwandelt – bestenfalls wird in einem Stockwerk eine Unterkunftsmöglichkeit eingerichtet. Gegenüber unserer Zeitung gab der Eigentümer bekannt, dass die Wohnungen n den Bereich des geförderten Wohnungsbaus fallen sollen. In den kommenden Wochen wolle er sein Projekt dann auch der Öffentlichkeit im Detail vorstellen.

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Info:

Begriffsdefinition: Was ist ein "Boardinghouse"?

  • Bedeutung: "Boarding" stammt aus dem Englischen und bedeutet "Verpflegung". Ein Boardinghouse ist laut Wikipedia-Eintrag kein klassisches Hotel, sondern ein Beherbergungsbetrieb mit bestenfalls hotelähnlichen Leistungen.
  • Hintergrund: Der Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) beschreibt es wie folgt: „Das Boardinghouse ist ein Beherbergungsbetrieb, der sich meist an Langzeitnutzer in städtischer Umgebung wendet. Die Zimmer sind von ihrer Ausstattung her an privaten Wohnungen ausgerichtet. Der Service reicht von sehr geringem Angebot bis hin zu einem hotelmäßigen Roomservice.“
  • Zielgruppe: Weil Boardinghäuser günstiger als klassische Hotels sind, werden sie oftmals von Unternehmen genutzt, um Monteure, Vertreter oder Außendienstmitarbeiter für längere Zeit in einer fremden Stadt unterzubringen.

 

 

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