28.11.2021 - 15:19 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Weihnachtskonzert spezial: 2G-plus-Regel trübt die Freude nicht

Es stand quasi auf Messers Schneide, ob das Konzert „A very special Christmas“ im Capitol über die Bühne gehen konnte. Letztlich kam die 2G-plus-Regel zur Anwendung. Allerdings musste aus der Veranstaltung eine Doppelkonzert werden.

von Heidi FranitzaProfil

„Wir hatten uns alle riesig gefreut“ berichtete Tobi Mayerl, der Initiator des Konzerts A very special Christmas. „Schon letztes Jahr musste das Konzert wegen Corona ausfallen. Es gab dann nur eine Online-Veranstaltung. Dieses Jahr kam das Aus drei Tage vor dem Termin.“ Es gab nur eine kleine Chance, den Auftritt zweimal unter 2G-plus-Regeln mit nur 45 Zuschauern durchzuführen.

Die Mannschaft des Veranstalters TNT-Production versuchte alle Ticket-Besitzer zu erreichen. Einige buchten um, andere stornierten. Thilo Hierstetter, der Betreiber des Capitols, sah die Aktion zwiespältig: „Kontaktbeschränkung ist in der derzeitigen Lage in Ordnung. Aber warum die Beschränkung für 45 Personen gilt, entzieht sich meinem Verständnis. Das ist extrem unwirtschaftlich!“

Am Eingang wurde sehr gewissenhaft kontrolliert. Alle Besucher waren nicht nur zweimal geimpft, sondern hatten auch den Nachweis über einen aktuellen Schnelltest mitzuführen. Einige Stühle blieben dann doch leer. Für das einmalige Weihnachtskonzert hatte Tobi Mayerl die besten Jazz-, Pop-, Soul- und Rockmusiker der Oberpfälzer Szene eingeladen und so begrüßte er den Sänger Ashonte Dolo Lee, außerdem für Gesang und Percussion Michael „Michon“ Deiml, die Sängerin Diana Laden, Michael „Dandy“ Dandorfer an der Gitarre, Harry Zawrel am Bass und mit Gitarre und Saxophon Markus „Mackl“ Strobl. An den Drums sorgte der überregional bekannte Schlagzeuger Christoph Huber für den nötigen Backbeat.

Stimmen als Erlebnis

Mit einem ruhigen Instrumentalstück wurde das Konzert eröffnet. Der Titel Jingle Bells in einer Wilson-Pickett-Version war sozusagen für Dolos Ausnahmestimme ein Heimspiel, die er anschließend bei dem Emotions-Hit „What do the Lonely do on Christmas“ wieder in ruhigeres Fahrwasser brachte.

Die Stimme von Diana Laden untermalt von den charakteristischen Tönen des Saxophons war ein Erlebnis. Das 1963 geschriebene Lied „It’s the most wonderful time oft he year“ war ein kurzer Ausflug in die Welt des Swing, während bei „In the bleak midwinter“ ruhige Soundflächen aus dem Saxophon Dianas Stimme in den offenen Raum des Capitol trugen. Das Lied aus dem 19. Jahrhundert wurde 2003 von The Blind Boys of Alabama mit Chrissie Hynde neu interpretiert, diese Version diente als Vorbild der Konzertdarbietung.

„That’s what friends are for“ aus dem Jahre 1982 wurde bekannt durch eine Cover-Version von Dionne Warwick. Angesichts der Anstrengungen aller Beteiligten, dieses Konzert überhaupt als Präsenzveranstaltung durchführen zu können, war es die Hymne des Abends – dafür sind Freunde da.

Virtuose Fingerfertigkeit

Unvergesslich wird das Lied „Me and Mrs. Claus“ nach einer Idee von Ashonte Lee bleiben, vor allem auch deswegen, weil Michael Dandorfer mit einem Solo seine virtuose Fingerfertigkeit an der Gitarre zeigen konnte. Musikkenner in Amerika wissen, wenn aus dem Radio „I can hardly wait for Christmas“ von den O’Jays ertönt, dann ist tatsächlich Weihnachten nicht mehr fern. Diese Assoziation wurde nun auch im Capitol hervorgerufen.

Es folgten drei Weihnachtslieder in deutscher Sprache und der amerikanische Weihnachtsstandard „Merry Christmas Baby“. Das Original von Johnny Moore’s Three Blazers tönte in einer O’Jays-Version von der Bühne. Den Boogie Woogie Santa Claus hatte 1947 die Pianistin Mabel Scott gespielt. Jüngeren Ursprungs war das Stück „Doesn’t feel like Christmas without you“ von Stephanie Mills aus dem Jahr 1991, eine rhythmische Nummer, zu der man automatisch das Bein wippen ließ.

Nach der Zugabe „Imagine“ von John Lennon verabschiedete Diana Laden die Gäste. „Wir sind sehr froh, dass wir dieses Konzert für Sie geben durften. Wir haben es lange vorbereitet und hoffen, dass wir Ihnen damit eine Freude bereiten konnten!“ Langanhaltender Applaus bestätigte das. Mit dem Stück „We three kings of orient are“ als Instrumentalversion leerte sich das Capitol. Eine Wiederholung dieser empfehlenswerten Veranstaltung findet am 4. Dezember in der Erlöserkirche in Amberg um 18 und 20 Uhr statt sowie am 5. Dezember in Regensburg im Jazzclub Leerer Beutel um 20 Uhr. Es sind noch Karten erhältlich. Der Zutritt erfolgt nach den 2G-Plus-Regeln.

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Sulzbach-Rosenberg

„Wir sind sehr froh, dass wir dieses Konzert für Sie geben durften.“

Sängerin Diana Laden

 

 

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