19.04.2021 - 16:36 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Umbenennung der Hans-Watzlik-Straße: Keine schnelle Lösung

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Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit ist wichtig. In Sulzbach-Rosenberg ist deshalb ein Straßenname ins Visier geraten.

Die Umbenennung der Hans-Watzlik-Straße am Loderhof bleibt in der Diskussion.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Vordergründig ist zwar wieder Ruhe eingekehrt, aber bei der möglichen Umbenennung der Hans-Watzlik-Straße in Sulzbach-Rosenberg zeichnet sich keine schnelle Lösung ab. Nach dem Willen des Stadtrats soll dazu ein breit aufgestellter Prozess der Meinungsbildung in Gang gesetzt werden, der auch die Wurzeln der Problematik beleuchtet. Nach Auffassung von Erstem Bürgermeister Michael Göth sollte man sich generell die Frage stellen, wie mit Straßen oder Plätzen umzugehen sei, die Namen von Personen tragen, die in Verbindung mit der verbrecherischen Nazi-Herrschaft stehen.

SURO2030 hatte in der Dezembersitzung des Stadtrates einen Antrag auf Umbenennung der Hans-Watzlik-Straße gestellt, im Hauptausschuss diskutierten die Räte das weitere Vorgehen. Dort reichte das Meinungsbild von Beibehaltung des Status quo über ein erklärendes Zusatzschild bis hin zur Umbenennung. Auch eine vorübergehende Doppelbenennung bis zur Abnahme des Schildes mit dem Namen des NS-Sympathisanten kam zur Sprache. Allen Diskussionsrednern war es ein Anliegen, die NS-Vergangenheit und deren regionale Auswirkungen ausreichend aufzuarbeiten. Ein breiter Dialog – auch außerhalb des Stadtrates – schien allen Räten ein gangbarer Weg, sich mit Straßen zu beschäftigen, deren Namensgeber keine Vorbilder für eine demokratische Gesellschaft darstellen.

Ablehnung der Anwohner

Deutlich machten die Beiträge im Hauptausschuss auch, dass die Anwohner der Hans-Watzlik-Straße Gehör finden sollten. Ihre Sichtweise und Entschädigung bei einer Umbenennung dürften nicht außer Acht gelassen werden. Nach vorliegenden Erkenntnissen würden alle Anwohner eine Umbenennung ablehnen. „Wichtig ist, dass wir uns mit dem Thema kritisch auseinandersetzen und die Diskussion dazu inhaltlich auf eine möglichst breite Basis bei Jung und Alt stellen“, schlug Erster Bürgermeister Michael Göth vor.

Antragstellerin Doris Schmidt-Hartmann (SURO2030) trat für eine Umbenennung bei gleichzeitiger Entschädigung der Anwohner ein. Patrick Fröhlich (CSU) sah in einem Zusatzschild einen diplomatischen Lösungsansatz. Yvonne Rösel (Grüne) brachte zwei Schilder übereinander ins Gespräch, um sich an einen möglichen neuen Straßennamen in einer Art Übergangsphase zu gewöhnen. Achim Bender (SPD) forderte ebenso wie der Rathauschef ein breite Aufarbeitung der Thematik, was das Gremium am Ende dann auch einstimmig billigte.

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