16.05.2021 - 11:06 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbacher Hotelgasthöfe öffnen Biergärten erst an Pfingsten

Regnerisch-kühles Wetter und viel Bürokratie: Die fünf Wirtsfamilien der Sulzbach-Rosenberger Interessengemeinschaft Hotelgasthöfe empfangen Besucher im Außenbereich erst ab 21. Mai. Was sind die Gründe für die Verzögerung?

Hochgeklappte Stühle und ein menschenleerer Hof: Im Bartl-Biergarten herrscht momentan Tristesse - das wird noch mindestens bis Pfingsten so bleiben.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Sinkende Inzidenzzahlen unter der 100er-Schwelle machen es möglich: Seit vergangenem Montag, 10. Mai, darf im Landkreis die Außengastronomie wieder öffnen. Doch in Sulzbach-Rosenberg blieben bei vielen Wirten die Stühle hochgeklappt und die Biergärten verwaist. Warum manche Hotelgasthöfe ihre Außenbereiche erst zum Pfingstwochenende öffnen wollen, erklären sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Bei Temperaturen um die 25 Grad und strahlendem Sonnenschein standen die Besucher am Montag vor einer Woche am Bratwurststand beim Kreuzerwirt bis zu 30 Meter Schlange. Die fünf Wirtsfamilien der Interessengemeinschaft (IG) Hotelgasthöfe aber sind noch nicht so weit: Die Biergärten beim Sperber, dem Bayerischen Hof, Zum Bartl, Am Forsthof und Zum Wulfen öffnen erst zum Pfingstwochenende – also frühestens ab Freitag, 21. Mai.

"Detaillierte Risikoabschätzung"

„Die Wetterlage war bisher viel zu instabil, und nur wegen einem sonnigen Montag öffnen, das rentiert sich nicht“, sagt Bartl-Chefin Christine Lotter. Zudem sei die Ankündigung der Öffnung sehr kurzfristig gekommen, die Zeit zum Vorbereiten habe nicht gereicht. „Viele von uns müssen erst mal einen Generalputz machen und den Außenbereich vernünftig herrichten, das dauert“, sagt Lotter.

Ein noch größerer Hemmschuh für die Hotelgasthöfe sei aber die Bürokratie, gibt Christian Sperber bekannt. „Wir müssen ein umfassendes Hygienekonzept erstellen“, sagt der Brauerei-Chef. Damit sei nicht nur gemeint, „ein bisschen Tische auseinander stellen und Abstand einhalten, sondern wir müssen eine detaillierte Risikoabschätzung machen, wo sich Mitarbeiter und Kunden im Lokal begegnen können.“ Dies sei sehr aufwendig.

Gäste nicht ungleich behandeln

Im Bayerischen Hof will die Wirtsfamilie auch niemanden ungleich behandeln. „Wenn es abends kalt wird, müssen Biergarten-Besucher bei der Kälte draußen sitzen bleiben, denn Bewirtung im Innenbereich ist für sie tabu. Hotelgäste können aber gemütlich in der Wärme zum Fenster rausschauen. Eine solche Ungleichbehandlung kann ich den Gästen nicht erklären,“ sagt Gesellschafterin Renate Kiel. Ihr Mann Joachim ergänzt: „Es geht nicht darum, dass wir nicht öffnen wollen, aber die Bedingungen haben bisher einfach nicht gepasst.“

Kontrollchaos befürchtet

Im Gasthof „Am Forsthof“ wiederum befürchtet Inhaber Michael Heldrich ein Kontrollchaos: „Wenn mir jemand einen gefälschten Impfausweis zeigt, muss ich dafür Strafe zahlen – doch wie soll ich das kontrollieren?“ Solange das Wetter regnerisch bleibe, sei eine Öffnung „völlig uninteressant. Gerade bei uns am Land, da kommt sowieso keine Laufkundschaft.“ Bis mindestens Freitag müssen sich etwaige Gäste also noch gedulden.

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