13.05.2020 - 16:32 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenberger Stadtrat nimmt Arbeit auf: Göth mit weiblicher Unterstützung

Der berühmte Gürtel muss enger geschnallt werden. Die Pandemie wird Folgen für die Stadtfinanzen haben. Begleitet von diesem Ausblick des Bürgermeisters nahm der neue Stadtrat in der Krötensee-Turnhalle seine Arbeit auf.

Abstand war gefragt, als Bürgermeister Michael Göth (vorne) die neuen Stadträte (von links) Alexandra Ottmann, Martin Pöllath, Ralf Volkert, Doris Schmidt-Hartmann, Martin Kunert, Sven Mörk, Stefan Thar und Wolfgang Berndt vereidigte.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Es gab keinen Gottesdienst vorab, auch kein Gruppenbild musste zuvor geschossen werden. Die konstituierende Sitzung des Sulzbach-Rosenberger Stadtrates ging wieder in der Turnhalle der Krötensee-Mittelschule über die Bühne. Das Virus zwang zu Abständen, Hygienemaßnahmen und einer handverlesenen Öffentlichkeit auf den Rängen.

Große Verantwortung

Wie feststand, sollte die erste Zusammenkunft des neuen Ratsgremiums von Regularien geprägt sein, aber etwas Spannung war wie immer von den Wahlen der Bürgermeister-Stellvertreter zu erwarten.

Doch zunächst stand Rathauschef Michael Göth im Mittelpunkt, der eingangs auf die große Verantwortung der Stadträte, viele bevorstehenden Aufgaben und durch die Pandemie verursachte engere Handlungsspielräume verwies. "Trotz unterschiedlicher Meinungen sollte hier immer die Sachlichkeit im Vordergrund stehen, ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen, wenn auch künftig Realismus und Bescheidenheit unser Handeln leiten müssen".

Dritte Bürgermeisterin Hildegard Geismann (rechts) und Zweiter Bürgermeister Günter Koller (links) vertreten künftig Rathauschef Michael Göth.

Zur Vereidigung bat der Erste Bürgermeister die Neuen einzeln nach vorne, es kamen Wolfgang Berndt (Die Linke), Martin Kunert (SURO2030), Dr. Sven Mörk (CSU), Alexandra Ottmann (FWU), Dr. Martin Pöllath (FDP/FWS), Doris Schmidt-Hartmann (SURO2030), Stefan Thar (FWU) und Ralf Volkert (SURO2030). Einstimmig einigte sich der neue Stadtrat im Anschluss auch darauf, erneut neben dem Zweiten Bürgermeister als Stellvertreter des Ersten im Amt noch einen Dritten Bürgermeister zu benennen. Mehrere Änderungswünsche gab es zur Geschäftsordnung des Stadtrates, die nach Abstimmungen ins neugefasste Werk eingefügt wurden, gleiches galt für die Regelung zum Gemeindeverfassungsrecht (u. a. Anzahl der Ausschussmitglieder und Aufwandsentschädigung der Räte).

Günter Koller einstimmig

Bei der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter schlug Dr. Patrick Fröhlich für die CSU als Zweiten Bürgermeister den bisherigen Amtsinhaber Günter Koller vor. Das Gremium folgte dem Vorschlag einstimmig mit einem Votum von 25:0. Eine Gegenkandidatin gab es bei der Wahl der Dritten Bürgermeisterin: Neben der von Achim Bender vorgeschlagenen SPD-Bewerberin Hildegard Geismann, stellte sich auf Vorschlag von Karl-Heinz Herbst (Grüne) auch Yvonne Rösel zur Wahl. Hier machte Hildegard Geismann mit 16:9 Stimmen das Rennen. Eine Frau bekleidete dieses Amt in Sulzbach-Rosenberg vorher noch nie. Beobachter gehen hier von einer Unterstützung der Sozialdemokratin durch die CSU/JU-Fraktion aus, was durchaus ein Abbild der Mehrheitsfindung in der künftigen Stadtratsarbeit sein könnte.

Die Sitzverteilung lässt viel Spielraum für Spekulationen: CSU, JU und SPD hätten eine knappe Mehrheit von 13 Mandaten.
Im Blickpunkt:

Sprecher und Vertreter der Stadtratsfraktionen

Die offiziellen Sprecher der Fraktionen:

CSU

Patrick Fröhlich, Vertreter Florian Bart, Evi Rauch, Christian Steger.

SPD

Joachim Bender, Vertreterin Bettina Moser.

Bündnis 90/Die Grünen

Karl-Heinz Herbst, Vertreter Gaby Mutzbauer, Yvonne Rösel.

SURO2030

Doris Schmidt-Hartmann, Vertreter Martin Kunert, Ralf Volkert.

FDP/FWS

Hans-Jürgen Reitzenstein, Vertreter Martin Pöllath.

FWU

Stefan Thar, Vertreterin Alexandra Ottmann.

Die „Linke“ kann alleine mit Wolfgang Berndt keine Fraktion bilden. Auch in den Ausschüssen – über deren Besetzung wir noch berichten werden – ist er aufgrund seiner erreichten Stimmenzahl nicht vertreten.

"Abstand halten!", lautete bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrates in der Krötensee-Turnhalle das Gebot der Stunde.
Kommentar:

Wie lautet der Wählerwille?

Nach sechs Jahren ist es wieder einmal vollbracht, ein neuer Stadtrat hat seine Arbeit aufgenommen – wenn auch unter anderen Vorzeichen. Aufgrund der Einwohnerzahl konnten die Bürger anstatt 30 nur noch 24 Räte wählen. Und erstmals ziehen nicht nur Vertreter von fünf Farben ins kommunale Parlament ein, sondern deren acht. Auch genauso viele Neulinge nehmen dort Platz. Sie bedürfen der Fürsorge erfahrener Kollegen und einer angemessenen Einarbeitungszeit. Erklärter Wille aller ist die grundsätzliche Zusammenarbeit untereinander, um das Wohl der Herzogstadt und ihrer Bürger zu mehren.
So weit, so gut! Was sagt aber die Zusammensetzung über den Wählerwillen aus? Soll im Stadtrat so weiter gemacht werden wie bisher, oder verspricht man sich vom bunteren Gremium gewisse Korrekturen in der politischen Ausrichtung? Die großen Fraktionen zeigten jedenfalls gleich zum Auftakt beim klaren Votum für Hildegard Geismann, dass sich in der Grundausrichtung nichts ändern wird.

Andreas Royer

Weiterer Artikel zur Wahl des neuen Sulzbach-Rosenberger Stadtrats

Sulzbach-Rosenberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.