03.02.2021 - 17:22 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Storg-Pläne: Gastronomen irritiert Bekenntnis der JU zum Hotel

Die Sulzbach-Rosenberger Hotelbetreiber kritisieren die Ansichten der JU zur Zukunft der Storg-Immobilie. Außerdem fühlen sie sich von den Bürgervertretern alleingelassen.

Der verwahrloste Eingang zum Untergeschoß des maroden Storg-Gebäudes.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Wachsende Ungeduld auf der einen, aufkeimende Hoffnung auf der anderen Seite: Der Problem-Fall Storg-Ruine beschäftigt nach wie vor die Sulzbach-Rosenberger Öffentlichkeit. Der aktuelle Bericht zum berühmtesten Leerstand der Altstadt, in dem sich Vertreter der JU zum künftigen Umgang mit dem Gebäude äußern, stößt den ansässigen Hoteliers buchstäblich sauer auf. Nicht zu letzt deshalb, weil sich Investor Thilo Rinkenburger darin klar zum geplanten Hotel bekennt.

In einer Zuschrift an die Redaktion erklärt nun die Interessengemeinschaft der Hotel-Gasthöfe in Sulzbach-Rosenberg und Umland, dass sie mit der Ansicht der JU völlig übereinstimme, dass dieses Haus abgerissen gehöre, sofern keine sinnvollere Verwendung hierfür gefunden werden könne. Was die Beherbergungsbetriebe allerdings irritiert, war das ausdrückliche Bekenntnis der Jungen Union zum Hotelprojekt des Investors Rinkenburger Objektbau. Die Hoteliers hätten sich auf unterschiedlichen Wegen bemüht, zu verdeutlichen, dass Sulzbach-Rosenberg und Umland keinen hinreichenden Markt biete, der eine Zusatzkapazität an 140 Betten rechtfertige, heißt es im Schreiben weiter.

Statistik ausgewertet

„Dies ist aus den Statistiken des Bayerischen Landesamtes für Statistik abzulesen – aber offensichtlich interessiert das in dieser Stadt niemanden der Bürgervertreter in ihrem Entscheidungsverhalten. Stattdessen werden Reisebusse beschworen, die man unterzubringen gedenkt – woher und wofür die nach Sulzbach kommen sollen, kann einem niemand der Entscheidungsträger für das Hotel beantworten“, so die IG-Vertreter. Somit schaffe man nach Ansicht der Hotelbetreiber blind Kapazitäten, um später den Leerstand zu beklagen. Wenn dieses Hotel komme, werde es einige der nun ohnehin durch Corona massiv angeschlagenen Hotel-Gasthöfe bald nicht mehr geben, sei für die Gastronomen Fakt.

Mehr zu den Befürchtungen der Sulzbach-Rosenberger Hotellerie

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„Wenn wir aus Corona ein weiteres Mal herauskommen, werden wir uns keine weitere Krise mehr erlauben können“, so die Interessengemeinschaft an anderer Stelle ihrer Reaktion. Sie bittet die JU als Vertreter der jungen Generation um eine nachhaltige Perspektive: sie solle den Hebel am Angebot der Stadt für potenzielle Touristen und Durchreisende ansetzen und einen Arbeitskreis zur Konzeptfindung „Tourismus und Freizeit in Sulzbach-Rosenberg und Umgebung“ schaffen. Hier zu halbwegs attraktiven Lösungen zu kommen, sei nach Ansicht der Hoteliers eine echte Herausforderung.

Arbeitsgruppe angeregt

Für sie beweise dies einmal mehr, wie bescheiden das heutige Angebot ausschaue. Solange das noch Fakt sei, werde es auch keine Busse geben, deren Insassen nach einer Unterkunft suchen. „Wir Gastronomen werden uns an einer strukturierten Arbeitsgruppe jederzeit beteiligen – jedoch nicht an einer Einmalaktion“, richtet die IG ihren Blick in die nähere Zukunft.

Mehr zu den Ansichten der JU zum Storg-Gebäude

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Die prognostizierten 140 Hotelbetten in der künftig umgebauten ehemaligen Storg-Immobilie beunruhigen die Sulzbach-Rosenberger Hotelgasthöfe.

 

 

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