30.08.2020 - 15:33 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Stadt Sulzbach-Rosenberg solidarisch mit Trassen-Gegnern

In punkto Bahnstromtrasse hat die Stadt jetzt eindeutig Stellung bezogen und stellt sich hinter die Interessengemeinschaft. Klares Ziel ist die dezentrale Einspeisung ins Bahnnetz und die Verhinderung der jetzt geplanten Trasse.

Überall im Land stehen derzeit die Protestplakate gegen die Stromtrasse, hier bei Prohof. Sie zeugen von der tiefen Ablehnung der jetzigen Planung der DB.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Geplant war in der Sitzung des Ferienausschusses eine mündliche Darstellung des Bürgermeisters zur Situation bei der geplanten Bahnstromtrasse. Michael Göth berichtete vom vielschichtigen Widerstand in den Gemeinden und auch im Stadtteil Prohof. Er stellte klar: "Wir leisten keinen Widerstand gegen die Elektrifizierung der Bahn, wollen aber auch keinen Eingriff in sensible Naturbereiche. So, wie geplant, ist dieses Projekt nicht hinnehmbar!" Göth befürchtete, da der Planungsauftrag für die Elektrifizierung erst 2021 gestellt und sicher über zehn Jahre in Anspruch nehmen werde, dass die Region nur die Lasten der Ringschluss-Projektierung tragen solle, ohne etwas davon zu haben. "Wir wollen Alternativen wie die dezentrale Einspeisung!"

Bleibende Belastung

Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn erläuterte zunächst die geplante Elektrifizierung der drei Strecken. Dann stellte er fest: "Der Bau der Bahnstromleitung verursacht erhebliche Eingriffe in das Landschaftsbild, in Wäldern und Biotopen sowie in Pflanzen- und Tierpopulationen und hinterlässt bleibende, nicht ausgleichbare Folgebelastungen für die Menschen und die Natur."

Für den Bahnausbau Nürnberg-Schwandorf solle im Ende des ersten Quartals 2021 ein Planungsauftrag an die DB-Netz erteilt werden. Es folgten Grundlagenermittlung, Vorplanung, Bundestagsbefassung und Entscheidung des Bundes, Entwurfsgenehmigung, Planfeststellung, Ausführungsplanung, Baudurchführung und schließlich Inbetriebnahme: "Das Verfahren kann sich über Jahrzehnte hinziehen."

Diskussionsbedarf

Zahn sah zwei Alternativen zur Prüfung vorhanden: 1. Die Bahnstromversorgung erfolgt über das öffentliche Netz , 2. Bündelung einer Bahnstromleitung mit dem bestehenden öffentlichen Hochspannungsnetz. Diese gelte es ausführlich zu diskutieren.

Da bis zur Inbetriebnahme der Bahnlinie sehr viel Zeit vergehen könne, sei es möglich, dass die Bahnstromtrasse zuerst gebaut werde. Für die DB sei damit die Sicherheit gegeben; die Bewohner der Region dagegen müssten weiter auf den umweltfreundlichen modernen Bahnverkehr warten. Es gebe viele Fragen zu klären. Da die Elektrifizierung der Bahnlinien in der Oberpfalz allgemein gewünscht, der vorgelegte Trassenentwurf aber abgelehnt werde, müssten Alternativvorschläge gemacht werden.

Resolution verabschiedet

Hans-Jürgen Reitzenstein (FDP/FWS) sah ebenfalls die Gefahr der Verschandelung der Landschaft und die Möglichkeit, ans öffentliche Netz anzuschließen. Er hatte einen entsprechenden Antrag vorbereitet, dass der Stadtrat sich positionieren sollte. Joachim Bender (SPD) und Patrick Fröhlich (CSU/JU) sprachen sich ebenfalls dafür aus, alle Stränge zu nutzen und sich zeitnah zu äußern. Schließlich zog Reitzenstein seinen Antrag zugunsten des Textes von Peter Zahn zurück, und Bürgermeister Michael Göth erhob diesen zur Resolution, die der Stadtrat einstimmig verabschiedete.

Mehr zur Bahnstromtrasse

Auerbach
Info:

Resolution

Der Ferienausschuss fasste diese Resolution zum vorliegenden Bahnstromtrassenentwurf Ottensoos-Irrenlohe und bekundete damit auch seine Solidarität mit den betroffenen Gemeinden und deren Einwohnern.

„Der Stadtrat begrüßt die Planungen der DB Netz zum Ausbau der Bahnstrecken in Nordostbayern. Gleichzeitig lehnt er die vorliegende Planung zum Bau der Bahnstromtrasse Ottensoos– Irrenlohe ab, da nach dem aktuellen Planungsstand zu große Eingriffe in sensiblen Naturbereichen erforderlich werden. Der Stadtrat unterstützt die Forderung der Interessengruppe „Bahnstrom – so nicht“ und fordert den Einsatz einer umweltschonenden, zukunftsfähigen Alternativlösung zur Versorgung der Bahnstrecke Nürnberg- Schwandorf mit Bahnstrom.“

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