28.06.2019 - 18:23 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sommersymposium bei Fraunhofer Umsicht

Rund 170 Teilnehmer verzeichnet Fraunhofer Umsicht bei seinem Sommersymposium in Sulzbach-Rosenberg. Die befassten sich mit den Herausforderungen, die die Zukunft bringen wird. Die Digitalisierung ist eine davon.

Unter dem Motto „70 Jahre Zukunft! Perspektiven für Sulzbach-Rosenberg“ skizzierte Samir Binder, stellvertretender Leiter des Institutsteils Sulzbach-Rosenberg von Fraunhofer Umsicht, die Herausforderungen.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

"Wir sind sehr zufrieden", bilanziert Frederik Betsch, Leiter Strategie, Marketing und Kommunikation bei Fraunhofer Umsicht, und meint damit die Resonanz auf das Sommersymposium am Standort Sulzbach-Rosenberg. Europaweit waren die Teilnehmer eingeladen worden. Die Gäste aus Italien, England, Tschechien, aus Österreich und der Schweiz und natürlich aus ganz Deutschland - von der Ostseeküste bis zum Allgäu, wie Betsch erklärt. "Sie sind trotz der Hitze alle tapfer gekommen."

Verschiedene Stationen

Tagsüber waren es rund 170 Teilnehmer, einige reisten nach den Fachveranstaltungen ab, am Abendprogramm mit Vorträgen der Institutsleitung und Gastreferenten nahmen immerhin noch 140 Interessierte teil. Gerade am Standort Sulzbach-Rosenberg sei es wichtig, "dass wir neben der Theorie mit Vorträgen und wissenschaftlichen Publikationen auch unsere Technologie hier zeigen, quasi zum Anfassen und Anschauen." Betsch erachtet es als wichtig, Gästen aus der Politik und der kommunalen Verwaltung zu zeigen, was "bei uns hier vor Ort geschieht". Und da hatte Fraunhofer Umsicht so einiges zu bieten am Donnerstag. Aufgebaut waren verschiedene Stationen. Die Mitarbeiter der biologischen Verfahrenstechnik zeigten, wie man mit dem Treber von Weißbier Biokohle herstellen kann, die zum Grillen geeignet ist. Präsentiert wurde laut Betsch ein Energiespeicher, der mit flüssigen Metallen arbeitet und im Kraftwerksbereich eingesetzt werden kann. "Damit kann man Lastschwankungen ausgleichen." Als "unsere bekannteste Technologie" bezeichnete Betsch das Erzeugen von Kraftstoffen aus biogenen Abfällen wie Klärschlamm.

Einen Schwerpunkt beim Sommersymposium war auch die Digitalisierung. Und die gehört zu den Perspektiven für die Zukunft, die Samir Binder, stellvertretender Leiter des Institutsteils Sulzbach-Rosenberg in seinem Vortrag zum 70-jährigen Bestehen der Fraunhofer-Gesellschaft aufzeigte. "Wenn wir etwas tolles Erfinden, dann findet das großen Anklang, dann finden das alle super", sagte Binder über die Herstellung von Demonstratoren. Ziel müsse aber sein, den Demonstratoren-Status zu überwinden und serienreife Prototypen zu entwickeln. Das sei zwar ein "ganz schön ambitioniertes Ziel", gestand er. "Aber wir können uns dabei einiges aus der Automobilindustrie, aus der Luft- und Raumfahrt abgucken", zeigte er sich überzeugt und gab die Marschrichtung vor: "Wir wollen keine Demonstratoren mehr, sondern voll funktionsfähige Anlagen und Geräte." Binder sprach von innovativen Systemen, die Industriestandards erfüllen, in kleiner Serie produziert und in einem nächsten Schritt am Markt eingeführt werden.

Freistaat fördert Technikum

Nach dem Programm bot Fraunhofer Umsicht den Gästen die Gelegenheit, beim Abendessen vom Büfett den Austausch in legerer Atmosphäre fortzusetzen. Und das taten die Vertreter unterschiedlicher Disziplinen ausgiebig - einige bis nach Mitternacht. "Wir haben hier eine gute Umgebung, um Partner zusammenzubringen", sagte Betsch und sprach von guten Impulsen, die vom Sommersymposium ausgehen. Stolz ist Fraunhofer Umsicht auch auf das neue Gebäude auf seinem Gelände: das vom Freistaat Bayern geförderte CES-Technikum.

Info:

Vision für plastikfreie Ozeane

Bevor Professor Dr. Andreas Hornung am Ende des offiziellen Sommersymposium-Programms das Büfett eröffnete, stellte Katharina Reh noch ihre Idee vor, mit dem sie einen Fraunhofer-internen Wettbewerb gewonnen hat: plastikfreie Ozeane. „Wir müssen das Problem global lösen“, sagte sie angesichts der Vermüllung der Weltmeere. Ihre Vision: eine Flotte autonom fahrender Schiffe, die miteinander kommunizieren und den Abfall in den Weltmeeren einsammeln und daraus ihren Treibstoff erzeugen. Wie Frederik Betsch, Leiter Strategie, Marketing und Kommunikation bei Fraunhofer Umsicht, ausführte, gibt es schon eine erste Anfrage zu Rehs Projekt: Die ecuadorianische Regierung ist höchst interessiert daran - für ihre Galapagos-Inseln, ein Archipel mit einmaliger Tier- und Pflanzenwelt im Pazifik.

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