20.01.2021 - 14:19 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Schneefall bringt Autofahrer innerhalb kurzer Zeit an ihre Grenzen

Die einsetzenden Schneefälle führten am Dienstag zu vielen Unfällen im Bereich der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg. Die Beamten bilanzieren hohen Schaden und einige leicht verletzte Fahrer.

Auf der B 85 stieß ein schleudernder Audifahrer an der Ausfahrt in Höhe der Krötenseeschule mit einem nachfolgenden Sattelschlepper frontal zusammen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Für die Beamten ging es laut Polizeihauptkommissar Alexander Ehemann am frühen Dienstagnachmittag Schlag auf Schlag. Sämtliche Kräfte mussten kurz aufeinander zu zehn Unfällen ausrücken. Am Ende bilanziert der stellvertretende Dienststellenleiter fast 55 000 Euro Gesamtschaden und drei verletzte Personen.

B 85 bei Siebeneichen

Gegen 14.30 Uhr kam es auf der B 85 zum ersten Unfall, als ein 25-jähriger Fahrer eines Audi von Amberg kommend die B 85 an der Ausfahrt in Höhe der Krötenseeschule verlassen wollte. Wegen des nicht angepassten Tempos geriet er ins Schleudern, drehte sich um 180 Grad und stieß frontal in einen nachfolgenden Sattelschlepper. Hierbei verletzte sich der Verursacher leicht, der Schaden an den Fahrzeugen beträgt etwa 11 000 Euro. Der stark beschädigte Audi war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.

B 85 bei Kleinfalz

Zur selben Zeit verlor gemäß den Angaben der Polizei ein 20-jähriger BMW-Fahrer, der die B 85 in Richtung Auerbach befuhr, kurz nach der Ortschaft Kleinfalz die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er streifte zunächst die rechte Leitplanke, schleuderte quer über die Fahrbahn und prallte gegen die linke Leitplanke und kam zum Stehen. Durch den glücklichen Umstand, dass zu diesem Zeitpunkt kein Fahrzeug im Gegenverkehr unterwegs war, wurde kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet. Der junge Mann blieb unverletzt, der Schaden beträgt in diesem Fall rund 3500 Euro.

Autobahn A 6/Illschwang

Kurz darauf geriet gegen 14.40 Uhr auf der Autobahn A6 im Gemeindebereich Illschwang ein 34-jähriger Sulzbach-Rosenberger mit seinem Opel beim Überholen eines Lkw ins Schleudern und stieß gegen die Mittelleitplanke. Am Fahrzeug entstand hierbei ein Schaden in Höhe von etwa 2000 Euro, der Fahrer blieb unverletzt.

Straße Altensee - Reichertsfeld

Ebenfalls gegen 14.40 Uhr befuhr ein 84-jähriger Mann aus Mittelfranken die Gemeindeverbindungsstraße Altensee – Reichertsfeld im Gemeindebereich Illschwang. Auf abschüssiger Straße geriet er ins Rutschen und stieß zunächst gegen ein Ortsschild und durchbrach anschließend den Elektrozaun einer Pferdekoppel. Hierbei wurden weder der Fahrer noch die Tiere, die sich im warmen Stall befanden, verletzt. Der Schaden beläuft sich auf 2500 Euro.

Frohnbergstraße/Hahnbach

Fast zeitgleich kam laut Polizeibericht gegen 14.45 Uhr in Hahnbach eine 31-Jährige auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen und konnte ihr Auto an der Einmündung Gartenstraße/Frohnbergstraße nicht mehr rechtzeitig anhalten. Sie stieß in die rechte Seite eines bevorrechtigten Fahrzeugs, das durch eine 48-jährige Frau gesteuert wurde. Beide Frauen blieben unverletzt, der Schaden beträgt in diesem Fall etwa 13 000 Euro.

B 14 bei Weigendorf

Der Fahrer eines Linienbusses war um 15.30 Uhr auf der B 14 in Richtung Sulzbach-Rosenberg unterwegs. Etwa auf Höhe der Ortschaft Weigendorf, an der Steigung bei der Abzweigung nach Högen, musste zeitgleich ein Lkw wegen der rutschigen Fahrbahn stehenbleiben und blockierte die rechte Fahrspur. Als der 34-jährige Busfahrer versuchte, am Lkw vorbeizufahren, übersah er einen entgegenkommenden Ford Transit. Der 46-jährige Fahrer des Transporters konnte dem Bus nicht mehr ausweichen, und es kam zum Zusammenstoß. Beide Fahrer erlitten dabei leichte Verletzungen und mussten sich in Behandlung begeben, die Unfallstelle sicherten die Feuerwehren Weigendorf und Hartmannshof ab.

Am Bus entstand im Frontbereich ein Schaden in Höhe von rund 4000 Euro, der Ford wurde ebenfalls im Frontbereich stark beschädigt und war nicht mehr fahrbereit. Hier wird der Schaden von der Polizei mit 3500 Euro angegeben, das Fahrzeug hatte nur noch Schrottwert. Die im Bus befindlichen acht Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon und blieben unverletzt.

„Der Sattelzug des Pechvogels rutschte bei der weiteren Rückwärtsfahrt in den Graben und musste durch eine Spezialfirma geborgen werden.“

Aus dem Pressebericht der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg

Etzelwanger Straße/Neukirchen

Um 15.40 Uhr befuhr eine 19-Jährige mit ihrem Auto die Etzelwanger Straße in Neukirchen. Wegen nicht angepasster Geschwindigkeit kam sie ins Rutschen und kollidierte mit dem Pkw eines 75-jährigen Neukircheners, der ordnungsgemäß von der Bahnhofstraße eingebogen und auf seiner Straßenseite unterwegs war. Beide Fahrer wurden nicht verletzt, beim Schaden kommen geschätzte 6000 Euro zusammen.

Nürnberger Straße

Wie die Ordnungshüter weiter melden, kam es in der Nürnberger Straße nur fünf Minuten später noch zu einem Auffahrunfall, als eine 56-jährige Sulzbach-Rosenbergerin den vorausfahrenden Skoda eines 31-jährigen Stadtbewohners, der an einer roten Ampel anhalten musste, übersah. Wegen der Witterung konnte sie ihr Auto nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf den Wagen auf. An den Fahrzeugen entstand 6000 Euro Schaden.

Riedelhofer Straße/Schwend

Die Anordnung des Zeichens 206 „Halt. Vorfahrt gewähren“ nahm ein 18-jähriger Fahrzeuglenker, der um 15.50 Uhr in Schwend nach eigenen Angaben „langsam“ unterwegs war, nicht sehr wörtlich. Dieses „langsam“ war laut Polizei für den unerfahrenen Fahrer vermutlich immer noch zu schnell und er geriet mit seinem BMW ins Schleudern. An der Einmündung Riedelhofer Straße/Hauptstraße stieß er mit dem Heck gegen das Verkehrsschild. Der junge Mann blieb unverletzt, am Schild entstand ein Schaden von rund 200, am Auto 700 Euro.

Straße Hammerphilippsburg

Gegen 17.20 Uhr wurde schließlich ein rumänischer Lkw-Fahrer nach eigenen Angaben durch sein Navi fehlgeleitet. Auf seiner Irrfahrt fuhr er in die enge Straße Hammerphilippsburg in Sulzbach-Rosenberg ein. Dass die Einfahrt in diese Straße für sein Fahrzeug weder zulässig noch geeignet und zudem noch eine Sackgasse war, hatte er bei der Suche schlichtweg übersehen. Aus genannten Gründen musste der Berufskraftfahrer laut PI-Bericht mit seinem Lastzug rückwärtsfahren, was bei Schneefall mit einem Sattelzug durchaus eine Herausforderung darstellt.

Beim Manöver streifte er eine Mauer und anschließend ironischerweise das Verkehrszeichen, das die Beschränkung auf Fahrzeuge mit Breite bis 2 Meter und Gewicht bis maximal 3,5 Tonnen vorschreibt. Damit nicht genug, rutschte der Sattelzug des Pechvogels bei der weiteren Rückwärtsfahrt in den Graben und musste durch eine Spezialfirma geborgen werden. Den Schaden weist der Polizeibericht mit 1000 Euro aus.

Unfall-Schwerpunkte in der Region

Amberg
Bei Weigendorf stieß auf der B 14 ein Linienbus mit einem entgegenkommenden Ford-Transporter zusammen.
Der Ford Transit war am Dienstag nach der Kollision auf der B 14 nicht mehr fahrbereit.

 

 

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