14.11.2019 - 16:12 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sanierung der Sulzbach-Rosenberger Befestigungsanlage: Neue Ideen für alte Stadtmauer

Schon im Dezember 2015 herrschte im Bauausschuss Einigkeit, dass es mit der Stadtmauer auf der Schanze so nicht mehr weitergehen kann. Brocken fallen herab, Bäume und Sträuchern überwuchern die Steine. Jetzt kommt Bewegung in die Sanierung.

Herabfallende Steine und loses Mauerwerk machen in diesem Bereich umfangreichere Sanierungsarbeiten notwendig. Das neue Konzept sieht hier auch zwei neue Bühnen mit Treppenanlagen aus Stahl vor.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Damals vergingen zwei Jahre, bis sich der Bauausschuss erneut mit dem maroden Zustand der Stadtmauer beschäftigte. Wichtigste Erkenntnis damals war die Vorlage eines Nutzungskonzeptes, um Förderquellen zu erschließen. Stadtbauamt und Stiber-Fähnlein legten deshalb Planungen vor, wie der Stadtgraben in diesem Bereich für die Öffentlichkeit zugänglich und attraktiver gemacht werden könnte.

Wie jetzt auf Nachfrage vom Baureferat zu erfahren war, liegen einige Förderanträge genehmigt vor. Ausgegangen wird von Gesamtkosten in Höhe von etwa 940 000 Euro. Dazu könnten Zuschüsse fließen von der Städtebauförderung (465 000 Euro), vom Bezirk Oberpfalz (28 000 Euro) und vom Denkmalschutz (230 000 Euro). Für die Stadt Sulzbach-Rosenberg bliebe ein Eigenanteil mit etwa 215 000 Euro.

"Das Ingenieurbüro Lerzer Ing + Plan GmbH, aus Neumarkt ist mit der Planung der Stadtmauersanierung betraut. Derzeit wird das Leistungsverzeichnis für die Baumeister- und Gerüstbauarbeiten aufgestellt, das Vergabeverfahren soll noch dieses Jahr durchgeführt werden. Der voraussichtliche Baubeginn wird im Frühjahr 2020 sein", informierte Christine Schaller-Kokesch als zuständige Sachbearbeiterin im Bauamt.

Im Zuge der Stadtmauer-Sanierung soll auch der Stadtgraben erlebbar gemacht werden. In diesem Bereich wird mit einer zusätzlichen Stahltreppe mit Zugang von der Langen Gasse eine Verbindung zum Weg „An der Allee“ geschaffen.

Geplant sind nach Angaben aus der Verwaltung folgende Sanierungsabschnitte unter archäologischer Aufsicht in den Jahren 2020 bis 2022:

Bereich "Auf der Schanze"

Im Bereich des Kindergartens St. Marien in der Pfarrgasse wird die Stadt- und die Zwingermauer, die 1994 das letzte Mal erneuert wurde, überarbeitet. Lose Steine werden entfernt, Mauerabdeckungen erneuert, teilweise neu aufgemauert und ergänzt. Unterhalb des Kindergartens Richtung "Auf der Schanze" liegt eine halbrundes Mauerteilstück, welches ebenfalls ergänzt und überarbeitet wird. In diesem Bereich entstehen auch zwei neue Bühnen mit Treppenanlagen aus Stahl. Eine Bühne unterhalb und eine Bühne oberhalb des Mauerstückes. Der Pavillon des Stiber-Fähnleins soll gepflastert werden. Diese Ausführung ermöglicht eine Vielzahl von weiteren Veranstaltungen zur Belebung des Stadtgrabens.

Bereich "Stadtgraben"

Der Stadtgraben soll mit einer Drainageschicht und einem Sickergraben zielgerichtet auf bestimmte Punkte entwässert werden. Dies wird derzeit noch auf Umsetzbarkeit geprüft. Eine Rodung des Wildwuchses am Hang und an den Felsen im gesamten Stadtgraben soll das Gesamtbild der historischen Stadtmauer wieder erlebbar machen. Efeu und leicht zu entfernende Ruten werden mit Wurzelwerk entfernt, größerer Wildwuchs wird bodennah abgesägt. Der verbliebene Oberboden am Hang bleibt größtenteils unangetastet, um die Festigkeit des Hanges nicht zu gefährden. Grundsätzlich bleibt der alte Baumbestand erhalten, aber ein Gutachten, welches derzeit die Stadtgärtnerei einholt, soll den Zustand der Bäume überprüfen und damit kann festgelegt werden, ob tatsächlich aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen, der eine oder andere Baum gefällt werden muss. Eine zusätzliche Stahltreppe ermöglicht einen neuen Weg mit direktem Zugang von der "Langen Gasse" in den Stadtgraben auf den Fußgängerweg "An der Allee". Dieser Übergang wird beleuchtet und im oberen Bereich zwischen Stadt- und Zwingermauer gepflastert.

Die Natur erobert sich verlorengegangene Areale zurück.

Bereich "Neuer Weg"

Ein neuer wassergebundener, mit Granit eingefasster Weg im Bereich des Stadtgrabens mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten soll die Nutzer animieren, sich im neugestalteten Stadtgraben aufzuhalten oder spazieren zu gehen. Die dortige Wallmauer wird ab der Treppe bis zum Parkplatz "Auf der Schanze" erneuert und ergänzt, vergleichbar mit der bereits sanierten Wallmauer.

Bereich "Geschichtsband"

Ein "Geschichtsband" entlang des Weges soll mit einer Reihe von Skulpturen und teils interaktiven Objekten bestimmte historische Themenblöcke der Stadt Sulzbach-Rosenberg aufgreifen und abhandeln und damit einen touristischen Anziehungspunkt bilden. Die Geschichte der Stadt soll erlebbar gemacht werden, dies eigenständig und/oder mit ausgearbeiteten Führungen und Aktionen.

In den Stadtgraben soll durch mehr Attraktivität neues Leben einziehen.

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