02.09.2018 - 17:18 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Rosenberger Kirwa trotzt dem Wetter

Die Tänze geübt. Der Kirwa-Bätz ist gewaschen. Der Baum geschnitten. Am Freitagabend gehen die Kirwa-Paare zuerst in die St.-Johannis-Kirche. Dann geht es zum Baumaufstellen und Sonntag zum Austanzen.

Mit vereinten Kräften wuchten die Kirwaboum den 30-Meter-Riesen in die Höhe.
von Redaktion ONETZProfil
Susanne Kausler und Benni Neidel sind das Rosenberger Oberkirwapaar 2018.
Das Wetter konnte die Kirwapaare nicht verdrießen – sie legten einen zünftigen Tanz hin am Sonntagnachmittag auf dem Dorfplatz.

Das gut besuchte Gotteshaus zeugt vom Gemeinschaftssinn der Dorfbewohner und der Wichtigkeit, Brauchtum und Tradition zu leben und zu erhalten. Anschließend widmen sich die Kirwaleit wieder den weltlichen Dingen beim Schlachtschüsselessen und Aussingen beim Kreiner in Siebeneichen. Harte Worte für die Burschen von den Moidln: "Und wöits wieder daher kummts, aufgsprengte Leiberln und dauernd der Gstank." Aber die Boum kontern: "Mir san die Besten in Rousenberch, wenn bloß die Moila niad warn." Und mit dem Aussingen und noch sehr viel musikalischer Gemütlichkeit zieht sich der Abend bis zu jenem Zeitpunkt, an dem man zum Abschied "Bis später" sagt.

Am Samstag wird der Baam eingeholt und mit Argusaugen bewacht. Fleißige Hände schmücken den rund 30 Meter langen Stamm. Zur 40. Kirwa sind die Akteure dabei besonders gewissenhaft. Auch den Schmuck für die Boum, kunstvoll gefertigte Houtstreißl, haben die Moila geschickt selbst gefertigt.

Vier kräftige Kaltblüter ziehen den Baum unter Polizeischutz und Blaulicht auf den Dorfplatz. Begleitet von den Alfelder Musikanten und Honoratioren von Stadt und Land wird das lange Gespann durch die enge Gasse von Häusern, Buden und Tischen gezirkelt.

Mit Muskelkraft, so wie es die Tradition fordert, wird der Baum aufgestellt. Christian Weiß leitet das Aufstellen: "Durch den warmen Sommer ist das Holz trocken und leicht, die Männer müssen sich nicht so plagen." Nach eineinhalb Stunden steht das Wahrzeichen der Jubelkirwa.

Leider treffen heuer die Wettervorhersagen zu. Es nieselt immer wieder. Da haben die Feuerwehr mit ihrer Fahrzeughalle oder die Bäckerei Fischer mit dem Gartenpavillon eindeutig die besseren Argumente für lange Verweildauer. Auf dem Festplatz heizt die Band Stand by ein und lässt die Kühle vergessen. Das Zelt neben der Bühne, in dem die Kirwa-Gemeinschaft das extra gebraute Rosenberger Kirwa-Böia ausschenkt, ist voll. Hier kocht die Stimmung.

Sonntagmorgen. Es regnet. Der Frühschoppen ist eine feuchte Angelegenheit. Am Nachmittag holen die Boum ihre Moila. Das Wetter ist mit Traditionen nachsichtig. Es regnet nicht mehr. Nachdem sich alle Paare gefunden haben, ziehen sie zum Kirwabaam.

Mit zünftiger Musik der Birgländer Musikanten beginnt das Austanzen in spannender Erwartung, wann der Wecker klingeln wird. Susanne Kausler und Benni Neidel halten gerade den Strauß in der Hand, als es klingelt. Rosenberg hat ein neues Kirwa-Paar. Andere atmen erleichtert auf. Die Kirwa-Insignien, a Kranzl fürn Hout und ein seidenes Tuch fürs Dirndl, haben ihre stolzen Träger gefunden.

Und während das Oberkirwapaar noch Glückwünsche und andere Ehrerbietungen entgegennimmt, bauen bereits die Birgländer Musikanten auf. Ein toller Abend steht bevor.

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