09.11.2020 - 16:14 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Pogrom vor 82 Jahren: 1400 Synagogen zerstört

Antisemitismus ist auch in Deutschland ein aktuelles Problem. Anschläge lassen keine anderen Schlüsse zu. Während der Nazi-Diktatur kam es am 9. November 1938 zu einem der schlimmsten Pogrome. Gewerkschaften gedenken jetzt der Opfer.

Wäre die Sulzbacher Synagoge 1938 nicht bereits profanisiert gewesen, hätte es für diese Sulzbacher Thorarolle wohl keine Rettung vor den Nazis gegeben.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Zum 82. Mal jährte sich die sogenannte "Nacht der Schande". Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 markierte den Übergang von Diskriminierung und Ausgrenzung zu offener Feindschaft und der systematischen Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland und Europa. Im Rahmen einer Telefonkonferenz erinnerten Vertreter des DGB-Ortskartells und des Verdi-Ortsvereins gemäß einer Pressemitteilung an das verheerende Juden-Pogrom in Nazi-Deutschland.

"Die von höchster Ebene angeordneten und von Nazi-Schergen umgesetzten Pogrome, an denen sich mancherorts auch Teile der Bevölkerung beteiligten oder Schaulustige Beifall klatschten kosteten Hunderte Juden das Leben, etwa 1400 Synagogen und mehr als 7000 jüdische Geschäfte wurden zerstört. Tausende kamen in Konzentrationslager", so Verdi-Ortsvereinsvorsitzender Martin Dehling und DGB-Kreisvorsitzender Wolfgang Berndt.

Die systematische Verfolgung und Ermordung von Juden durch die NS-Diktatur dürfe nie vergessen werden. In Sulzbach-Rosenberg diene die restaurierte Synagoge auch als Mahnmal für Toleranz und gegen Antisemitismus, so Berndt und Dehling weiter. Das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus sei für die Gewerkschafter seit über 65 Jahren nicht nur Mahnung an das, was in der Zeit von 1933 bis 1945 geschehen ist. Es sei auch Auftrag für die Gegenwart.

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